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Schloss Schönbrunn ist die ehemalige Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1780 unter Kaiserin Maria Theresia war das Schloss stets der Lieblingssitz der Habsburger.
Das Schloss liegt ca. 6 Kilometer vom Zentrum Wiens entfernt, ist allerdings per U-Bahn leicht zu erreichen.
Schönbrunn, Wien
Schönbrunn
Das gesamte Gebiet, inklusive des weitreichenden Gartens, umfasst etwa 176 Hektar, und für einen Besuch des herrlichen Schlosses und seines Gartens sollte man mindestens einen halben Tag einplanen.

Geschichte

Nachdem Kaiser Maximilian II. 1569 den Standort des heutigen Schlosses erworben hatte, ließ er die bestehende Burg (damals als Katterburg bekannt) in einen Jagdsitz umfunktionieren. Der Legende zufolge soll sein Sohn Kaiser Matthias auf der Jagd einen Brunnen entdeckt und gerufen haben: „So ein schöner Brunnen“, was Schönbrunn seinen Namen verlieh.

Im Jahr 1695, nachdem die Türken den Jagdsitz zerstört hatten, beauftragte Kaiser Leopold I. den Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach
Schloss Schönbrunn, Wien
Schloss Schönbrunn
mit dem Bau eines Schlosses, das selbst Versailles übertreffen sollte. Fischer von Erlachs Entwurf einer Anlage, die mehrere Flügel und Terrassen auf einem Hügel (dem heutigen Standort der Gloriette) umfassen sollte, erwies sich aufgrund kostspieliger Kriege als zu teuer, und der Kaiser musste sich mit einem bescheideneren Entwurf begnügen. Der Bau begann 1696, war allerdings erst teilweise abgeschlossen, als Leopold I. im Jahr 1705 verstarb.

Obwohl sein Nachfolger Joseph I. seine meiste Zeit im fertiggestellten Teil der Anlage verbrachte, schritt der Bau bis Mitte des 18. Jahrhunderts kaum voran. Erst Maria Theresia beauftragte den Hofarchitekten Nicolaus Pacassi mit der Vollendung des Schlosses.

Hof des Schlosses Schönbrunn in Wien
Hof
1918 zog sich Karl I. aus den Staatsgeschäften zurück und beendete damit de facto die Habsburger Monarchie. Seither ist das Schloss Eigentum des Staates.

Das Schloss

Ein Haupteingang zwischen zwei Obelisken führt in den riesigen Innenhof, der von zwei großen Brunnen geziert wird: Einer trägt allegorische Figuren, welche die Donau, den Inn und die Ems darstellen, während die Skulpturen des anderen Brunnens für Transsylvanien, Galizien und Lodomerien stehen. Direkt geradeaus liegt das Hauptgebäude der Schlossanlage, dahinter der große Garten. Auf der rechten Seite liegt das Schlosstheater Schönbrunn, 1767 im Rokoko-Stil erbaut.

Orangerie, Schönbrunn, Wien
Orangerie
Tore auf der linken und rechten Seite führen in den Garten, von wo aus sich eine bessere Aussicht auf die gesamte Anlage bietet. Vom Garten aus betrachtet liegt links die Wagenburg, welche die Sammlung kaiserlicher Kutschen, Schlitten und Wägen beherbergt. Auf der rechten Seite liegt die Orangerie, wo Pflanzen und Blumen über den Winter aufbewahrt wurden, um sie vor schlechtem Wetter zu schützen.

Der Hauptteil des Schlosses ist 175 Meter breit und hat eine symmetrische Barock-Fassade. Alle Gebäude wurden in einem charakteristischen hellgelb/ockerfarbenen Muster gestrichen, eine Kombination, die schon bald an vielen Anwesen im Land nachgeahmt wurde.

Innenraum

In der Blütezeit der Anlage lebten dort etwa 1000 Menschen in den 1441 Zimmern und Sälen. 40 dieser Räume – eindrucksvolle Prunkgemächer und die Gemächer von Franz-Josef und Elisabeth (Sissi) – sind für Besucher zugänglich.

Das Innere der Gemächer von Schönbrunn ist im Rokoko-Stil gehalten und wesentlich luxuriöser als die nüchternen Räumlichkeiten der Hofburg. Einige sind besonders üppig ausgestattet, insbesondere das Millionenzimmer.

Zentral Fassade des Schloss Schönbrunn
Zentral Fassade
Zu den weiteren bemerkenswerten Zimmern gehört das kreisrunde, mit Porzellan dekorierte Chinesische Kabinett. In diesem Zimmer hielt Kaiserin Maria Theresia Treffen mit ihren Beratern ab. Im Blauen Chinesischen Zimmer (das in blauen chinesischen Motiven gehalten ist) gab Karl I. 1918 mit seiner Unterschrift die Staatsgeschäfte aus der Hand. Wesentlich düsterer zeigt sich das Vieux-Lacque-Zimmer, in dem Maria Theresia die meiste Zeit verbracht hat, als sie Witwe geworden war. Der Spiegelsaal war Schauplatz eines Duetts des jungen Mozarts und seiner Schwester vor Maria Theresia. In der Nähe liegt das Rosa-Zimmer, benannt nach dem Künstler, der die Landschaftsfresken an den Wänden erstellt hat.
Schönbrunner Schlosspark, Wien
Schönbrunner Schlosspark
Die Privatgemächer von Franz-Joseph und Kaiserin Elisabeth sind weniger ausgefeilt verziert. Der Kaiser gab seine Audienzen im Nussholz-Zimmer, benannt nach den hölzernen Rokoko-Täfelungen.

Schlosspark

Der riesige Park liegt auf einem abschüssigen Gelände hinter dem Schloss, ursprünglich ein Jagdrevier. 1705-1706 wurde der Park von Jean Trehet in förmlichem französischem Stil angelegt. Unter Maria Theresia wurden Teile des Parks zwischen 1753 und 1775 durch Ferdinand von Hohenberg in eine Barock-Landschaft umgewandelt.

Najadenbrunnen, Schönbrunner Schlosspark, Wien
Najadenbrunnen
Das Kernstück des Parks besteht noch heute aus förmlich angeordneten Blumenbeeten, die von Reihen aus Statuen flankiert sind und zum großen Neptunbrunnen führen. Um die Beete sind weitere förmliche Gärten sternförmig um zwei Brunnen angelegt, die auch als Najadenbrunnen bezeichnet werden.

Hinter dem Neptunbrunnen führt ein Weg im Zickzack-Muster zur Gloriette, einer eindrucksvollen Arkade auf dem Hügel Schönbrunn. Das Gelände um die Gloriette ist weniger förmlich gestaltet und umfasst auch einige waldähnliche Bereiche.

Im gesamten Park sind zahlreiche Denkmäler, Bauwerke und sonderbare Prunkbauten verteilt, wie etwa ein Nachbau einer römischen Ruine und ein großer Obelisk.

Neptunbrunnen, Schönbrunner Schlosspark, Wien
Neptunbrunnen
Der Park wurde im Jahr 1779 eröffnet und ist bis heute kostenlos zugänglich.

Neptunbrunnen

Zu den Höhepunkten von Schönbrunn gehört der Neptunbrunnen, der monumentalste Brunnen des Parks. Er wurde 1780 vom österreichischen Bildhauer Franz Anton von Zauner erschaffen. Die barocke Statuengruppe stellt eine mythologische Szene dar, in der die Seegöttin Thetis Neptun darum bittet, ihrem Sohn Achilles die sichere Überfahrt nach Troja zu gestatten.

Gloriette

Gloriette, Schönbrunner Schlosspark, Wien
Gloriette
Die Krönung des Parks ist die Gloriette, ein neoklassisches Arkadenbauwerk, das auf dem Hügel Schönbrunn thront. Nach den Originalplänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach hätte an dieser Stelle eigentlich das Schloss errichtet werden sollen, umgeben von großen Terrassen, die den Hang hinunter Richtung Stadt führen.

Stattdessen baute Ferdinand von Hohenberg hier 1775 die Gloriette als Denkmal an die Soldaten, die im Dienste des Kaiserreichs gefallen waren. Von der Gloriette aus bietet sich eine herrliche Panoramaaussicht, nicht nur über den Park und das Schloss, sondern auch über Wien. Die Gloriette beherbergt ein Café, in dem man nach dem Aufstieg Rast einlegen kann.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Park

Palmenhaus, Schönbrunner Schlosspark
Palmenhaus
An der Westseite des Parks steht die prächtige Stahlkonstruktion des Palmenhauses aus dem Jahr 1883. Im Inneren finden sich zahlreiche exotische Pflanzen in verschiedenen Klimazonen.

In der Nähe liegt auch der Tiergarten. Bereits Maximilian II. hielt hier eine Sammlung exotischer Tiere, doch der heutige Zoo stammt aus dem Jahr 1752, der Amtszeit Maria Theresias. Der Tiergarten ist mittlerweile modernisiert und beherbergt vielerlei Tiere wie Elefanten, Affen, Nilpferde, Koalas und zahlreiche weitere.

Links vom Neptunbrunnen liegt eine scheinbare römische Ruine, erst 1778 von Ferdinand von Hohenberg erbaut. Derartige Ruinen waren damals der letzte Schrei als romantischer Hintergrund für Theateraufführungen. In der Nähe liegt der Schöne Brunnen, der dem Gebiet seinen Namen verlieh. Ein kleiner, mit einer Nymphenstatue verzierter Pavillon wurde über dem Brunnen errichtet.

Obelisk, Schönbrunner Schlosspark, Wien
Obelisk
Weiter östlich steht einer der spektakulärsten Prunkbauten des Parks: Ein großer Obelisk auf einem monumentalen Brunnen. Nachgeahmte Hieroglyphen auf dem Obelisken erzählen die Geschichte der Habsburger Familie.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten des Parks gehören ein botanischer Garten, ein japanischer Garten, das wunderschöne Taubenhaus, die Najadenbrunnen (zwei ähnliche Brunnen), die Meierei (heute ein Café und Restaurant), das Labyrinth (eine Nachbildung des Originals aus dem 17. Jahrhundert) und das Wüstenhaus, ein Treibhaus in der Nähe des Palmenhauses mit zahlreichen Kakteen.
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