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Das Hundertwasserhaus ist ein bunter Komplex entworfen vom umstrittenen österreichischen Künstler/Architekten Friedensreich Hundertwasser, der für mehrere ähnlich phantasievolle Gebäude in Wien verantwortlich ist.
Hundertwasserhaus, Wien
Hundertwasserhaus
Nicht anders als Barcelonas Gaudí vor ihm, protestierte Hundertwasser gegen die traditionelle langweilige Architektur seiner Zeitgenossen und wollte eine Art Architektur erschaffen, die naturnaher war, ohne unnatürliche gerade Linien, stattdessen mit leuchtenden Farben und verrückten Formen.

Kontroverse

Im Jahre 1983 begann Hundertwasser mit der Umwandlung eines Sozialwohnungs-Komplexes in eine bizarr-aussehende bunte Zusammensetzung mit unregelmäßigen Mustern und abwechslungsreichen Fensterformen. Als der Umbau zwei Jahre später abgeschlossen wurde, provozierte seine fantastische Schöpfung Aufsehen und einige Architekturkritiker taten sein Werk schnell als Kitsch ab.
Bunte Säulen tragen das Hundertwasserhaus in Wien
Bunte Säulen tragen
das Gebäude
Allerdings wurde das Hundertwasserhaus schnell zu einem Hit für die allgemeine Öffentlichkeit und begann bald Besucher in diese ansonsten ruhige Wohngegend zu ziehen.

Das Gebäude

Das Hundertwasserhaus wurde mit wellenförmigen Linien entworfen, da Hundertwasser gerade Linien als „gottlos“ ansah. Er plante sogar unebene Böden ein, doch dies wurde aus praktischen Gründen nie umgesetzt.

Hundertwasser lehnte auch die Funktionalität der modernen Architektur ab (er demonstrierte sogar gegen die rationale Architektur von Adolf Loos). Daher wurde das Hundertwasserhaus mit einem vergoldeten Zwiebelturm gekrönt und mit Stuckfiguren und Keramiksäulen dekoriert.

Grüne Terrassen, Hundertwasserhaus
Grüne Terrassen
Der Wunsch von Hundertwasser, die Architektur naturnaher zu machen, offenbarte sich nicht nur durch der Verwendung von Kurven, sondern auch in der Landschaftsgestaltung der Terrassen mit Bäumen und Efeu. Die Fassade des Hundertwasserhauses wurde mit leuchtend-bunten Farben bemalt; in einigen Bereichen scheint die Malerei abgebröckelt zu sein und enthüllt die ursprüngliche Fassade.

Touristenattraktion

Kurze Zeit nach der Umwandlung des privaten Apartmentkomplexes in den bunten Flickenteppich, den wir heute sehen, begann das Gebäude bald Besucher anzuziehen. Um die Bewohner von der touristischen Überlastung zu entlasten, wurde eine Einkaufsgalerie gegenüber vom Hundertwasserhaus errichtet. Die Einkaufsgalerie, die ebenfalls von Hundertwasser entworfen wurde, ist auch so unkonventionell wie das Hundertwasserhaus selbst.

Mehr Hundertwasser-Gebäude

Fernwärme Wien, Spittelau
Fernwärme Wien
Es gibt noch ein paar weitere Gebäude in Wien, die unter dem Hundertwasser-Einfluss stehen.

Nicht weit vom Hundertwasserhaus entfernt, vier Häuserblöcke nördlich in der Unteren Weisbergerstraße 13, befindet sich das KunstHausWien. Dieses Gebäude war ursprünglich eine Thonet-Fabrik, wo die berühmten Thonet Bugholzstühle hergestellt wurden. Heute beherbergt es eine permanente Ausstellung der Kunstwerke von Friedensreich Hundertwasser. Die Fassade hat ein Design, welches dem Hundertwasserhaus ähnelt, doch hier dominieren die Farben Schwarz und Weiß.

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt ist die Fernwärme Wien in Spittelau. Hier verwandelte Hundertwasser eine Müllverbrennungsanlage in ein psychedelisch-aussehendes Schloss mit leuchtenden Farben und einem hohen Turm, der mit einer metallischen Kugel gekrönt wurde.
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