Heeresgeschichtliches Museum

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Wiens Heeresgeschichtliches Museum liegt in einem orientalisch gestalteten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Das Museum umreißt die Geschichte der österreichischen Armee vom Dreißigjährigen Krieg bis 1945.

Wiener Arsenal

Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Heeresgeschichtliches Museum

Arsenal, Wien
Arsenal
Das Heeresgeschichtliche Museum steht am Gelände des Arsenals, einer festungsartigen Militäranlage aus Kasernen und Munitionslagern. Um das Museum zu erreichten, betritt man das Gelände durch das eindrucksvolle Tor, geht schnurstracks über den Hof und durch ein weiteres Tor, das direkt in Richtung des Museumsgebäudes führt.

Bau

Als Mitte des 19. Jahrhunderts das Wiener Arsenal errichtet wurde, ordnete Kaiser Franz Joseph den Bau eines Museums zu Ehren seiner Armee an.
Aus einer Ausschreibung wurde ein Entwurf des Architekten Theophil von Hansen gewählt, der zu jener Zeit am besten für seine neoklassische Akademie der Wissenschaften in Athen bekannt war.
Feldherrenhalle, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Feldherrenhalle
Sein Entwurf für das neue Museum hätte kaum unterschiedlicher sein können: Ein prunkvoller, roter Backsteinbau in neubyzantinischem Ziel, gekrönt von einer großen zentralen Kuppel. Die mit Zinnen bestückte Fassade ist in Nischen mit Skulpturen von Kriegsmaterial dekoriert. Drei Eingangsbögen führen ins Museum und sind von Statuen von Kriegshelden flankiert.

Innenraum

Nach Betreten des Museums offenbart sich Besuchern der Anblick des nahezu palastartigen Innenraums, beginnend mit der Feldherrenhalle. Statuen historischer Militäroberhäupter stehen neben riesigen Pfeilern, die mit korinthischen Säulen verziert sind. Ein Treppenaufgang führt in die Ruhmeshalle im ersten Stock, den üppigsten Raum des gesamten Museums. Sie ist mit großen Fresken verziert, die historische Schlachten der österreichischen Armee darstellen.

Ausstellungsstücke

Museum Innenraum, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Innenraum

Osmanische Waffen, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Osmanische Waffen

Ermordung von Franz Ferdinand, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Ermordung von Franz Ferdinand
Das Museum bietet eine interessante Ausstellung an Waffen, historischen Uniformen und weiteren militärischen Gegenständen. Zu den bemerkenswerten Stücken gehören ein osmanisches Zelt und ein islamisches Banner, das von der osmanischen Armee beschlagnahmt wurde. Einer der Höhepunkte des Museums ist auch das Cabriolet, in dem Erzherzog Franz Ferdinand auf seinem Besuch in Sarajevo erschossen wurde.

Die Ausstellungsstücke sind über zwei Stockwerke verteilt und in chronologischer Reihenfolge sortiert. Den Anfang bilden der Dreißigjährige Krieg im ersten Stock (rechts von der Ruhmeshalle) und die Schlachten des Prinzen Eugen von Savoyen gegen die Osmanen. Der Erfolg des Prinzen auf dem Schlachtfeld bescherte ihm enormes Prestige und Reichtum, wie sein bombastisches Schloss Belvedere anschaulich demonstriert.
Das Obergeschoss des Ostflügels erzählt von den Napoleonischen Kriegen und dem katastrophalen Deutschen Krieg, der in einer entscheidenden österreichischen Niederlage bei Königgrätz endete.

Die Ausstellung führt weiter ins Erdgeschoss des Ostflügels, wo ein kompletter Abschnitt der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinands in Sarajevo gewidmet ist – einem Ereignis, das den Ausbruch des Ersten Weltkriegs einleitete. Hier ist sowohl das Auto ausgestellt, in dem er erschossen wurde, als auch seine Uniform (mitsamt Einschussloch und Blutflecken). Der nächste Raum ist den Feldzügen der österreichischen Armee im Ersten Weltkrieg gewidmet.


Panzergarten, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
Panzergarten
Im Westflügel sind die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg dokumentiert, die letztlich zum Anschluss an die Diktatur des Naziregimes führten. Der letzte Raum schließlich zeigt Österreichs Geschichte als Seemacht. Während das Land heute ein Binnenstaat ist, hatte das Habsburger Reich mit Triest (heute in Italien) einen Zugang zur Adria.

Im Panzergarten außerhalb des Gebäudes findet sich eine Sammlung historischer Panzer, darunter österreichische, russische, deutsche und französische.
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