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Graben ist eine Fußgänger-Einkaufsstraße im Zentrum von Wien. Die stattlichen Gebäude entlang des Graben und dem benachbarten Kohlmarkt beherbergen elegante Geschäfte. Ein Denkmal in der Mitte des Graben erinnert an das Ende der Pest im Jahre 1697.
Graben, Wien
Graben
Die Straße wurde um 1220 erstellt, als Herzog Leopold VI die Stadt ausbaute und den Graben zuschüttete, der noch aus der Römerzeit stammte. Daher stammt auch der Name der Straße. Die meisten der Gebäude am Graben stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert, als die Straße breiter gemacht wurde.

Architektur

Ankerhaus, Graben
Ankerhaus
Der Graben wird von einigen schönen Gebäuden in einer Vielzahl von architektonischen Baustilen umrandet. Die Hausnummer 11 ist der barocke Bartolotti-Partenfeld Palast, der vom Hofbaumeister Hildebrandt entworfen wurde. Es gibt mehrere Jugendstil-Gebäude, wie das von Otto Wagner entworfene Ankerhaus mit der Hausnummer 10. Das nahe gelegene Haus mit der Nummer 13 mit der schwarzen Marmor-Fassade wurde von Adolf Loos, einem modernistischen Architekten enworfen, der besser bekannt ist für sein Looshaus am Michaelerplatz. Noch moderner ist die Fassade des Hauses mit der Nummer 26, welches in den frühen 1970er Jahren von Hans Hollein entworfen wurde.

Pestsäule

Pestsäule, Graben
Pestsäule
Im Zentrum des Grabens steht die Pestsäule, die auch als Dreifaltigkeitssäule bekannt ist.

Der Bau der Säule wurde von Kaiser Leopold I. beauftragt. Während der schrecklichen Pestepidemie von 1679, die schätzungsweise 100.000 Menschenleben kostete, betete der verzweifelte Kaiser um Hilfe und schwor, dass er am Ende der Epidemie ein Denkmal errichten würde. Noch im selben Jahr wurde ein großes Kreuz errichtet, welches später mit dem aktuellen bombastischen Denkmal ersetzt wurde.

Das Denkmal wurde zwischen 1682 und 1692 nach einem Barockentwurf erbaut, das Johann Bernhard Fischer von Erlach, einem der renommiertesten Architekten in Österreich, zugeschrieben wird. Er modellierte sechs Statuen; andere wurden von Lodovico Burnacini und Paul Strudel kreiert. Die mittlere Skulpturengruppe der Säule zeigt allegorische Figuren, die den Glauben darstellen, der über die Pest siegt. Unterhalb befindet sich die Statue eines betenden Kaisers. Die vergoldete Skulpturengruppe an der Spitze stellt die Heilige Dreifaltigkeit dar, die auf einer Wolke sitzt. Das Denkmal wurde mit zahlreichen Engelsstatuen verziert.

Grabenbrunnen

Leopoldsbrunnen, Graben
Leopoldsbrunnen
Es gibt zwei Brunnen am Graben, jeweils seitlich der Pestsäule. Die Brunnen, die den zwei Heiligen St. Josef und St. Leopold gewidmet wurden, heissen Josefsbrunnen und Leopoldsbrunnen. Die Statuen auf den Brunnen wurden im 18. Jahrhundert von Johann Martin Fischer gemeißelt, doch die Brunnen sind viel älter und stammen vielleicht aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Einkaufsmöglichkeiten

Der Graben liegt im Herzen der berühmtesten Wiener Einkaufsstraßen. Der angrenzende Kohlmarkt, der zur Hofburg am Michaelerplatz führt, ist noch vornehmer. Demel, eines der bekanntesten Kaffeehäuser in Wien, befindet sich auch in dieser Fußgängerzone. Die beliebteste Einkaufsstraße im Zentrum von Wien, die Kärntner Straße – ebenfalls eine Fußgängerzone - beginnt am anderen Ende des Grabens.
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