Vierströmebrunnen

Fontana dei Quattro Fiumi
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Das Herzstück von Roms wunderschönem Platz Navona ist die Fontana dei Quattro Fiumi (Vierströmebrunnen), einer der berühmtesten Brunnen in der Ewigen Stadt. Er wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Gian Lorenzo Bernini erbaut.
Vierströmebrunnen, Rom
Vierströmebrunnen
Der Brunnen, welcher offiziell im Jahre 1651 eingeweiht wurde, wurde von Papst Innozenz X., einem künstlerisch gesonnenen Mitglied der Pamphili Familie in Auftrag gegeben. Der Brunnen wurde aus den Einnahmen einer unpopulären Steuer auf Brot, Fleisch und Salz finanziert.

Bernini

Der Brunnen wurde von Gian Lorenzo Bernini, einem der bekanntesten Skulpteure in der Geschichte erschaffen. Innozenz X. bevorzugte es mit Francesco Borromini, anstelle von Bernini zu arbeiten, welcher viel Unterstützung von dem vorherigen Papst Urban VIII. erhielt. Da Urban VIII. sich in einem Zwiespalt mit Innozenz X. befand, hat Letzterer den Bau des neuen Brunnen Borromini, Berninis Erzrivalen zugesprochen.
Allerdings erstellte Bernini ein Modell seines Brunnens und nutzte seine Verbindungen, um den Papst zu beeinflussen. Nachdem er sein Modell gesehen hatte, war Innozenz begeistert und wies das Projekt Bernini, anstelle von Borromini zu.

Design

Detail des Vierströmebrunnens in Rom
Detail der Brunnen

Ganges, Vierströmebrunnen, Rom
Ganges

Rio de la Plata, Vierströmebrunnen, Rom
Rio de la Plata
Riesige Statuen symbolisieren, was als die weltweit vier größten Flüsse galten: der Nil, der Ganges, die Donau und der Rio de la Plata. Jede Statue repräsentiert zudem auch einen der vier Kontinente, welche zu der Zeit bekannt waren. Die Giganten ruhen auf einem großen Felsen, welcher sich aus einem runden Becken erhebt und von der Tier- und Pflanzenwelt der jeweiligen Kontinente umgeben ist. Der Brunnen kulminiert in einem Obelisken, welcher auf einer großen Plinthe ruht. Die Spitze des Obelisken erreicht eine Höhe von fast 35 Metern.

Die Statuen

Die kolossalen Figuren von Meeresgöttern auf dem Vierströmebrunnen, wurden von Berninis Schülern skulptiert. Der Meister selbst schuf den Löwe, die Meeresbewohner und die Palme.

Die Donau, welche Europa repräsentiert, wurde von Antonio Raggi erschaffen. Sie trägt das päpstliche Wappen von Innozenz X., mit einer Taube und einem Ölzweig. Zu seiner Linken sitzt eine allegorische Figur des Ganges, welche von Claude Poussin erschaffen wurde. Der Fluss verkörpert den asiatischen Kontinent. Die Statue des Nil (Afrika) wurde von Giacomo Antonio Fancelli erschaffen. Zu der Zeit war die Quelle des Flusses noch nicht entdeckt und daher ist das Gesicht symbolisch mit einem Tuch bedeckt. Die letzte allegorische Figur ist die des Rio de la Plata, welche von Francesco Baratta erschaffen wurde und den amerikanischen Kontinent repräsentiert. Münzen in der Nähe der Statue weisen auf die reichlichen Mineralien hin, die dort entdeckt wurden.

Der Obelisk

Obelisk, Vierströmebrunnen in Rom
Obelisk

Donau, Vierströmebrunnen, Rom
Donau

Nil, Vierströmebrunnen
Nil

Der sechzehn Meter hohe Obelisk stand ursprünglich an der Spina (die mittlere Trennmauer) des Maxentiuscircus, in der Nähe der Via Appia Antica. Er ist kein echter ägyptischer Obelisk, sondern eine römische Version. Er wurde aus Porphyr auf Anordnung des römischen Kaisers Domitianus erschaffen. An der Spitze ruht eine Taube, Symbol der Pamphili Familie.

Borromini gegen Bernini

Es gibt mehrere volkstümliche Erzählungen rund um den Vierströmebrunnen, welche durch die große Rivalität zwischen Bernini und Borromini inspiriert wurden.

Berninis Brunnen steht vor der Kirche Sant'Agnese in Agone, einem Werk von Borromini. Es wird gesagt, dass die riesigen Figuren des Brunnens die Verachtung Berninis für die Kirche zeigen. Die Statue des Rio de la Plata porträtiert angeblich die Angst, die Bernini vor den Zusammenbruch der Kirche hatte. Der Nil bedeckt seinen Kopf, so dass er die Kirche nicht sehen muss und die anderen Statuen scheinen sich von ihr in Ekel abzuwenden. Als Erwiderung darauf – so sagt man –, wurde die Statue von Sant'Agnese auf der Kirche vor dem Brunnen von Borromini platziert, um mit der Hand auf ihrem Herz zu gewährleisten, dass die Kirche nicht zusammenbrechen wird.

Eine andere Geschichte besagt, dass Bernini einen Fehler beim Bau des Brunnens gemacht hat und als Folge dessen kein Wasser zu dem Brunnen aus dem Aquädukt floss. Borromini, der sich auf ein Debakel während der Einweihung freute, wenn die Öffentlichkeit feststellen würde, dass der Brunnen nicht funktionierte, konnte den Mund nicht halten und erzählte es Freunden. Bernini hat davon erfahren und konnte das Problem dank den Hinweisen, die er von einem Bekannten Borrominis erhielt beheben.
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