Santa Maria in Aracoeli

Heilige Maria vom Himmelsaltar
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Erbaut auf den Fundamenten des alten Tempels der römischen Göttin Juno ist die Kirche, welche als Santa Maria in Aracoeli (Heilige Maria vom Himmelsaltar) bekannt ist, eine der ältesten Basiliken in Rom.

Errichtung der Kirche auf dem Hügel

Aracoeli Church
Santa Maria in Aracoeli
Gelegen auf dem höchsten Punkt des Kapitolinischen Hügels, hat die Santa Maria in Aracoeli eine lange Geschichte. Die Grundlage eines ersten Gotteshauses wurde hier vielleicht schon im sechsten Jahrhundert gelegt, als sie im Stil einer antiken Basilika gebaut wurde. Damals folgten die Gläubigen dem griechischen Ritus.

Das Gebäude wurde allerdings im zehnten Jahrhundert durch das Papsttum übernommen und den Benediktinern übergeben. In 1249 gab Papst Innozenz IV. es den Franziskanern, welche die Kirche im Jahre 1320 umgebaut und erweitert haben.

Vordere Fassade der Santa Maria in Aracoeli in Rom
Vordere Fassade

Treppe, Santa Maria in Aracoeli, Rom
Die Treppe
Aufgrund ihrer Lage in der Nähe des Palazzo Senatorio – dem ehemaligen Sitz des Senats –, wurde die Santa Maria in Aracoeli die designierte Kirche des römischen Senats. Im Mittelalter nutze der Stadtrat die Kirche regelmäßig als Sitzungssaal und Cola di Rienzo, ein Politiker, sprach das Volk von Rom vom Eingang der Kirche an.

Himmelsaltar

Die Kirche war ursprünglich als Santa Maria in Capitolio bekannt. Der Name Aracoeli wird zuerst im vierzehnten Jahrhundert erwähnt und stammt aus einer mittelalterlichen Legende. Nach dieser Legende erschien Kaiser Augustus in einer Vision eine Sibylle und prophezeite ihm die Ankunft Christi. Der Kaiser entschied sich dann einen Altar oben auf dem Kapitolinischen Hügel mit der Aufschrift "Ecce Ara Primogeniti Dei" (Hier ist der Altar des Erstgeborenen Gottes) zu errichten. Daher auch der Name Ara Coeli, lateinisch für "Himmelsaltar".

Himmelsleiter

Himmelsleiter, Santa Maria in Aracoeli, Rom
Himmelsleiter
Die große Treppe, welche den Hügel hinauf zum Haupteingang der Kirche führt, stammt aus dem Jahre 1348. Cola di Rienzo befahl den Bau der Treppe, um der Jungfrau Maria für das Ende einer großen Pestepidemie zu danken, welche die Stadt in diesem Jahr heimgesucht hatte. Die Reihe von 124 Marmorstufen (122, wenn Sie auf der rechten Seite beginnen) wurde im Jahr 1348 von Simeone Andreozzi gebaut. Es wird vermutet, dass die Stufen vom Quirinal entnommen wurden, wo sie zum Tempel des Sol Invictus (Tempel der unbesiegten Sonne) von Kaiser Aurelian führten. Es war die einzige große öffentliche Arbeit, welche in Rom während des Exils der Päpste in Avignon (1309-1377) durchgeführt wurde. Die Treppe wird oft als "Himmelsleiter" bezeichnet, da sie zum Himmelsaltar führt.

Statue von Cola di Rienzo vor der Santa Maria Maggiore in Rom
Cola di Rienzo-Statue
Die erste Person, welche die Treppe hinaufstieg, war Cola di Rienzo, ein schillernder Führer von Rom, welchem später der Titel Tribun verliehen werden sollte. Ein wütender Mob, welcher mit seiner Herrschaft unzufrieden war, hat ihn im Jahre 1354 in Stücke gerissen. Im Jahre 1877 wurde eine Statue zu seinen Ehren errichtet. Die Statue steht zwischen den Treppen der Aracoeli und der Cordonata, einer Treppe, die hinauf zum Kapitolsplatz führt.

Im Mittelalter glaubte man, dass einem die Sünden vergeben werden, wenn man die Treppe auf Knien hinaufsteigt. Frauen, die ein Kind wollten oder nach einem Ehemann suchten, stiegen die Treppe ebenfalls auf den Knien hinauf.

Die Fassade

Die schmucklos wirkende Frontfassade mit ihrem freigelegtem Backsteinmauerwerk wurde im vierzehnten Jahrhundert errichtet. Pläne, die Fassade mit Mosaiken zu schmücken, wurden nie realisiert.

Das Innere

Innere der Santa Maria in Aracoeli  Kirche in Rom
Das Innere der Kirche
Das Innere ist jedoch viel interessanter. Es enthält drei Schiffe, welche durch 22 römische Säulen voneinander getrennt sind, die sich alle ein wenig voneinander unterscheiden, da sie aus mehreren römischen Gebäuden entnommen wurden. An der dritten Säule auf der linken Seite können Sie die lateinische Inschrift "a cubicolo augustorum" (aus dem Schlafzimmer des Kaisers) sehen.

Die schöne Kassettendecke, welche im sechzehnten Jahrhundert erstellt wurde, ist mit nautischen Themen verziert. Sie erinnern an die berühmte Schlacht von Lepanto im Jahr 1571, wo die alliierten Truppen die türkische Flotte besiegten.

Hauptaltar, Santa Maria in Aracoeli, Rom
Hauptaltar

Die Decke der Santa Maria in Aracoeli Kirche in Rom
Die Decke
Bemerkenswert sind auch die Fresken in der Kapelle von San Bernardino, welche im fünfzehnten Jahrhundert von Bernardino Pinturicchio erschaffen wurden. Die Fresken porträtieren das Leben des Heiligen Bernhardin von Siena.

Eine Reihe von anderen erlesenen Kunstwerken sind auch in der Santa Maria in Aracoeli zu finden, darunter eine auf Holz gemalte Verklärung von Girolamo Siciolante da Sermoneta, ein Grabstein von Donatello und ein von Michelangelo entworfenes Grabmal. Werke von anderen namhaften Künstlern wie Pietro Cavallini, Benozzo Gozzoli und Giulio Romano können hier auch bewundert werden.

Das berühmteste Objekt in der Kirche ist die sogenannte Santo Bambino, eine Statue des Jesuskindes, welche während des fünfzehnten Jahrhunderts aus Olivenholz, aus dem Garten Gethsemane geschnitzt wurde. Menschen glaubten einst, dass die Statue unheilbar kranke Menschen heilen könne und sie sogar die Macht habe, Menschen von den Toten aufzuerwecken. Überzogen mit Edelsteinen, wurde das Original im Jahre 1994 gestohlen und nie gefunden. Stattdessen wird nun ein Ersatz verwendet und an Heiligabend zum Hochaltar gebracht.
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