Santa Maria della Vittoria

Heilige Maria vom Siege
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Santa Maria della Vittoria ist eine kleine Kirche am Piazza San Bernardo gegenüber dem Mosesbrunnen. Am berühmtesten ist die barocke Kirche für die „Verzückung der heiligen Theresa“, eine der dramatischsten Arbeiten Berninis.

Innenansicht der Santa Maria della Vittoria
Innere der Santa
Maria della Vittoria


Marienstatue, Santa Maria della Vittoria
Marienstatue
Santa Maria della Vittoria ist eine exemplarische Barockkirche. Der Innenraum ist überwältigend, und auf moderne Betrachter kann der Überfluss an Dekoration etwas extravagant wirken. Keine Fläche ohne Dekoration: Wo immer man hinsieht, finden sich bunte Pilaster und Säulen, vergoldeter Stuck, Marmorreliefs, dynamische Statuen und ausdrucksstarke Gemälde.

Die Kirche wurde zwischen 1608 und 1620 nach einem Entwurf von Carlo Maderno für Kardinal Scipione Borghese erbaut. Die Fassade wurde erst später im Jahr 1626 von Giovanni Battista Soria errichtet.

Die siegreiche Maria

Ursprünglich war die Kirche dem hl. Paulus gewidmet. 1622, zwei Jahre nach dem Sieg der Katholiken über die böhmische Armee am Weißen Berg, wurde die Kirche Maria gewidmet und in „Heilige Maria vom Siege“ umbenannt, um diesem entscheidenden Sieg im Dreißigjährigen Krieg zu gedenken.

Der Sieg über die protestantischen Böhmen wurde einer kleinen Marienstatue zugeschrieben, die den Katholiken zufolge Kaiser Ferdinand bei seinem Sieg über die Armee Friedrichs V. behilflich gewesen sein soll. Nachdem die Statue später in den Ruinen einer Burg in Pilsen entdeckt wurde, wurde sie hierher überführt. 1833 wurde die Statue in einem Brand zerstört und durch eine Nachbildung ersetzt, die heute über dem Altar steht, umgeben von einer Wolke und glänzenden, vergoldeten Sonnenstrahlen.

Die Verzückung der heiligen Theresa

Die Verzückung der heiligen Theresa, Santa Maria della Vittoria, Rom
Die Verzückung
der heiligen Theresa

Balkon, Die Verzückung der heiligen Theresa, Santa Maria della Vittoria, Rom
Balkon

Der Engel, Die Verzückung der heiligen Theresa, Santa Maria della Vittoria
Der Engel
Die Kirche war Teil eines Karmeliterklosters, eines Ordens, der von der spanischen Heiligen Teresa von Ávila reformiert wurde. Teresa war eine bekannte Persönlichkeit der Gegenreformation.

In der Cornaro-Kapelle wird der Heiligen gedacht, die letzte Kapelle auf der linken Seite der Kirche. Die Kapelle wurde Mitte des 16. Jahrhunderts im Auftrage des Kardinals Federigo Cornaro errichtet. Zwischen 1645 und 1652 schuf der große Bernini unter dem Titel „Verzückung der heiligen Theresa“ eine Gruppe an Marmorskulpturen für die Kapelle. Bernini bildet eine Szene ab, die Teresa in ihren Memoiren beschreibt. An einer Stelle behauptet Teresa, eine Vision erlebt zu haben, in der ihr ein herrlicher Engel erschienen sei und sie mit einem goldenen Pfeil durchbohrt habe.

Berninis Schnitzerei der Teresa und des Engels auf einer Wolke gehört zu seinen bemerkenswertesten Arbeiten. Trotz seiner wuchtigen Größe wirkt das Marmorstück leicht und freischwebend. Auf der rechten und linken Seite schuf Bernini Balkone mit vier Figuren, die das Spektakel darunter wie in einem Theater beobachten und kommentieren. Die Figuren zeigen Kardinal Cornaro und Mitglieder seiner Familie.

Die Darstellung der Teresa und des Engels wirkt relativ verstörend. Teresa scheint vor Schmerz in Ekstase zu stöhnen, während ein lächelnder Engel bereit ist, sie ein zweites Mal zu durchbohren. Berninis brutale Darstellung der Gewalt, die Teresa beschrieben hatte, war und ist noch immer äußerst kontrovers.
Damals forderten konservative Katholiken die Vernichtung des Marmorkunstwerks, da sie es für zu sinnlich hielten. Noch heute wird es für seine Verherrlichung körperlicher Schmerzen kritisiert. Im Mittelalter sahen einige Menschen Schmerz als Möglichkeit, in die Fußstapfen Jesu zu treten. Ungeachtet der Kontroverse um das Thema ist Berninis Skulptur der Teresa dennoch ein absoluter Höhepunkt barocker Kunst, und in Rom gehört sie für Kunstliebhaber zum Pflichtprogramm.
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