Portikus der Octavia

Porticus Octaviae
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Die Portikus der Octavia war ein großer Säulengang zwischen dem Marcellustheater und dem Balbustheater. Ursprünglich im Jahre 146 v. Chr. erbaut, umschloss er zwei Tempel.
Porticus der Octavia, Rome
Die Porticus der Octavia in Rom
Porticus der Octavia
Die Portikus der Octavia – oder Porticus Octaviae, wie sie in der Antike genannt wurde – war nur eines von mehreren solcher Bauwerke in der Gegend, darunter auch die des Octavian und des Philippus, von welchen allerdings keine Überreste erhalten blieben.

Nicht etwa, dass von der Portikus der Octavia besonders viel übrig wäre: Heute ist nur noch die Ruine des Eingangstors erkennbar, und kümmerliche fünf Säulen sind von den mehr als 300 Säulen erhalten, die hier einst standen.

Geschichte

Eine erste Portikus – die Porticus Metelli – wurde hier zwischen 148 und 146 v. Chr. von Quintus Metellus Macedonicus errichtet, Heerführer und Eroberer Mazedoniens. Kaiser Augustus ließ die Portikus zwischen 33 und 23 v. Chr. wiederaufbauen und widmete sie seiner Schwester Octavia. Im frühen 3. Jahrhundert wurde sie von Septimius Severus und dessen Sohn Caracalla renoviert.

Die Portikus

Die Porticus Octaviae in der Antike
Die Porticus in der Antike
Die Portikus der Octavia erstreckte sich über eine Länge von 135 Metern und eine Breite von 115 Metern. Das gesamte Bauwerk stand auf einem Podium und war von einer doppelten Kolonnade umgeben. Zwei Propylaea (Durchgänge) mit korinthischen Säulen ermöglichten den Zugang in die Portikus. Eine Curia (Versammlungshalle) und eine Bibliothek waren in die Kolonnaden integriert.

Säulen des Porticus der Octavia
Korinthische Säulen
Im Zentrum standen zwei Tempel: der Tempel der Juno Regina und der Tempel des Jupiter Stator. Letzterer war der erste Marmortempel Roms. Entworfen wurde er vom griechischen Architekten Hermodorus von Salamis und erbaut 146 v. Chr. von Metellus. Direkt neben dem Jupitertempel stand der Tempel der Juno, der möglicherweise auch aus der Zeit Metellus' stammt.

Die Portikus war mit zahlreichen Statuen und Gemälden verziert. Viele der Statuen waren Kriegsbeute aus Feldzügen nach Griechenland und Mazedonien, darunter eine bronzene Reiterstatue Alexander des Großen, geschaffen vom griechischen Bildhauer Lysippus von Sikyon.

Fischmarkt

Aushang,Porticus der Octavia
Der Aushang
Im Mittelalter wurden die Ruinen der Portikus der Octavia als Fischmarkt genutzt. Ein marmorner Aushang, noch immer deutlich erkennbar, trägt eine kuriose lateinische Inschrift: Die Köpfe derjenigen Fische, die größer als der Aushang waren, waren dem Stadtrat zu übergeben – Fischköpfe waren eine Delikatesse, aus der Fischsuppe gekocht wurde. Im 8. Jahrhundert wurde hier die Kirche Sant'Angelo in Pescheria auf der Ruinen der Portikus errichtet. Der Name der Kirche (Pescheria) erinnert noch heute an den Fischmarkt.
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