Palazzo Massimo

Massimo-Palast
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Der Palazzo Massimo beherbergt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen römischer Antiquitäten. Hier lassen sich weltberühmte Statuen bewundern, erstaunlich Mosaike, bunte Fresken, antiker Schmuck und eine bedeutende Münzsammlung.
Palazzo Massimo, Rom
Palazzo Massimo

Treppe des Palazzo Massimo, Rom
Treppenhaus
Der Palast ist nur einer von vier Standorten des Museo Nazionale Romano, des römischen Nationalmuseums. Die anderen Zweigstellen des Museums liegen im Palazzo Altemps, in den Diokletiansthermen und in der Crypta Balbi.

Das Gebäude

Der eindrucksvolle Palast, in dem die legendäre Sammlung antiker Kunst aufbewahrt wird, wurde zwischen 1883 und 1887 errichtet – am Standort der ehemaligen Villa Montalto-Peretti, die einst Eigentum Papst Sixtus' V. gewesen war und später von der Massimo-Familie aufgekauft wurde. Das Gebäude wurde von Camillo Pistrucci in einem Stil entworfen, der an die Spätrenaissance erinnert. Bis 1960 diente es als Jesuitenkolleg. Schließlich wurde der Palast vom italienischen Staat aufgekauft, in den 1980ern und 1990ern renoviert und in ein Museum umfunktioniert.
Der Palazzo Massima bietet Aussicht auf den Piazza dei Cinquecento. Aus dem Inneren des Gebäudes sind sowohl der Bahnhof Termini als auch die Diokletiansthermen sichtbar.

Die Sammlung des Museums

Statue des Kaisers Augustus als Pontifex Maximus, Palazzo Massimo, Rom
Kaiser Augustus

Diskobolos Lancellotti, Palazzo Massimo, Rom
Diskobolos Lancellotti

Detailarbeit am Sarkophag des Portonaccio, Palazzo Massimo, Rom
Detailarbeit am
Sarkophag des
Portonaccio
Die Galerien des Museums sind auf vier Stockwerke verteilt. Im Erdgeschoss und ersten Stock lässt sich eine sagenhafte Sammlung griechischer und römischer Skulpturen bestaunen. Das Obergeschoss bietet Mosaike und Fresken, die einst römische Wohnhäuser verschönerten, und der Keller umfasst eine Sammlung an Schmuck und Münzen.

Statuen

Zwei Stockwerke sind griechischen und römischen Statuen gewidmet, die in Rom ausgegraben wurden. Die ältesten Statuen finden sich im Erdgeschoss, und viele davon sind entweder griechisch oder römische Nachbildungen griechischer Vorbilder. Zu den Wichtigsten zählen die griechische Statue einer verwundeten Niobe (5. Jahrhundert v. Chr.) und zwei hellenistische Bronze-Aktstatuen aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. Mehrere Räume auf demselben Stockwerk sind dem Zeitalter der Republik und der frühen Kaiserzeit gewidmet, wo auch eine berühmte Statue des Kaisers Augustus steht, die ihn als Pontifex Maximus (höchster Priester) darstellt.

Der erste Stock illustriert die Entwicklung römischer Bildhauerei in der Blütezeit des Römischen Reichs, darunter viele Statuen und Büsten von Kaisern. Zu den berühmtesten Stücken auf diesem Stockwerk zählen zwei römische Versionen des Diskobolos (Diskuswerfer), der bronzene Dionysos, die sitzende Aphrodite und der schlafende Hermaphroditos.

Einen weiteren Höhepunkt auf dieser Etage stellen die bronzenen Tierverzierungen auf Schiffen dar, die am Nemisee gefunden wurden. Die Schiffe wurden im ersten Jahrhundert n. Chr. auf Befehl Kaiser Caligulas gebaut. Auch die raffiniert verzierten Sarkophage sollte man nicht verpassen, insbesondere den Sarkophag des Portonaccio, reich verziert mit Reliefskulpturen von Schlachtszenen zwischen römischen Soldaten und Barbaren.

Mosaike und Fresken

Mosaik des Dionysos, Palazzo Massimo, Rome
Mosaik des Dionysos

Galateia säugt Dionysos, Wandgemälde aus der Villa Farnesina, Palazzo Massimo, Rom
Wandgemälde aus der
Villa Farnesina
Der zweite Stock zeigt, wie die Römer einst ihre Wohnhäuser dekorierten. Hier sind einige der schönsten Mosaikböden und Wandfresken ausgestellt, die je in Rom gefunden wurden.

Die zahllosen Mosaike zeigen eine unglaubliche Vielfalt in Sachen Gestalt (von streng geometrisch bis hin zu realistisch) wie auch Themen (von mythologischen Szenen bis hin zu Szenen und Gegenständen aus dem Alltag). Einige sind so fein gestaltet, dass sie wie Gemälde wirken.

Ebenso eindrucksvoll sind die Wandgemälde, die in nachgebildeten Zimmern ausgestellt werden, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie die Zimmer einer römischen Villa einst aussahen. Die Dekoration orientierte sich häufig an einem bestimmten Thema – so auch in der alten Villa des Farnesina, wo das Elternschlafzimmer mit erotischen Verzierungen rot bemalt war, während das Kinderzimmer mit nur wenig Dekoration in hellem Weiß gehalten war. Ein weiteres Beispiel findet sich in den nachgebauten Zimmern der Villa der Livia, der Frau des Kaisers Augustus. Die Esszimmerwände der Villa sind mit realistischen Malereien von Pflanzen, Vögeln und blauem Himmel verziert, sodass Besucher den Eindruck gewannen, in einem Garten zu essen.

Münzen und Schmuck

Römische Schmuck, Palazzo Massimo, Rom
Römische Schmuck
Der Keller umfasst die beeindruckende Münzsammlung des Museums, bestehend aus Münzen von der Antike bis heute. Die Münzen sind in chronologischer Reihenfolge ausgestellt, von im 4. Jahrhundert v. Chr. geprägten Bronzemünzen bis hin zu modernen Euromünzen.

Ebenfalls im Keller findet sich eine Sammlung an Luxusartikeln und Schmuck, wie etwa Ringe, Arm- und Halsbänder. Viele dieser Stücke wurden in alten Gräbern gefunden, es überrascht also nicht, hier auch eine Mumie vorzufinden – wenn auch die Mumie eines achtjährigen Kindes. Sie wurde in Rom in einem Sarkophag zusammen mit ihrem Schmuck und einer Elfenbeinpuppe gefunden, ebenfalls hier ausgestellt.
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