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Der Palazzo Doria-Pamphilj gehört zu den größten und prächtigsten Palästen im Zentrum Roms. Der Palast aus dem 17. Jahrhundert beherbergt die Galleria Doria Pamphilj, eine Kunstgalerie mit einer erlesenen Sammlung aus Gemälden und Skulpturen.
Palazzo Doria Pamphilj, Rom
Palazzo Doria Pamphilj
Der Palazzo und die Galleria sind nach der Pamphilj-Familie benannt (auch gelegentlich „Pamphili“ geschrieben), die seit ihrer Einheirat in die Doria-Familie als Doria-Pamphilj bekannt ist.

Der Palazzo

Der Palast liegt entlang der Via del Corso nahe dem Piazza Venezia. Die ältesten Teile des Palastes stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde er von Mitgliedern der berühmtesten Familien Roms erweitert, darunter die Familien della Rovere, Aldobrandini und Pamphilj.

Spiegelgalerie, Palazzo Doria Pamphilj, Rome
Spiegelgalerie

Innenhof, Palazzo Doria Pamphilj in Rom
Innenhof
Als der Palast im Jahre 1601 in die Hände des Kardinals Pietro Aldobrandini gelangte, ließ dieser ihn mit einer Vielzahl an Gemälden dekorieren, die den Ausgangspunkt der heute ausgestellten Kunstsammlung im Palast bilden sollten. Etwa zeitgleich wurde der Palast durch mehrere Flügel erweitert.

Durch Heirat gelangte der Palast in den Besitz der Pamphilj-Familie, die ihn bis zum heutigen Tage als Wohnsitz nutzt. Sein heutiges Erscheinungsbild stammt größtenteils aus dem Jahre 1734, als Prinz Don Camillo Pamphilj die Hauptfassade an der Via del Corso durch den Architekten Gabriele Valvassori im damals sehr beliebten Rokoko-Stil erneuern ließ. Der Palast wurde noch ausgebaut und stellt heute das größte Privatanwesen im Zentrum Roms dar – eine immense Anlage mit fünf Innenhöfen, die an vier Straßen und zwei Plätze grenzt.

Die Privatwohnungen

Poussin-Saal, Pamphilj Doria Palast, Rom
Poussin-Saal

Ballroom, Pamphilj Doria Palace, Rome
Ballsaal
Einen Abschnitt des Palastes machte die Doria-Pamphilj-Familie der Öffentlichkeit zugänglich, darunter einige der opulentesten Privatwohnungen. Die Wohnungen lassen sich über einen wunderschönen Innenhof erreichen. Im Inneren sind die Zimmer mit Gemälden, Kerzenhaltern, Skulpturen und herrlichen Deckenverzierungen ausgestaltet.

An erster Stelle steht das Badezimmer, verziert mit Statuen und Wandmalereien. Das nächste Zimmer ist der Jupitersaal mit seinen charakteristischen Sesseln aus dem 18. Jahrhundert. Die Wände des nachfolgenden Poussin-Saals werden vollständig von großen Landschaftsgemälden eingenommen. Der Thronsaal ist nach dem Thron benannt, der nach alter römischer Tradition auf die Wand ausgerichtet ist, wenn kein päpstlicher Besuch anwesend ist. Zu den weiteren Zimmern gehören der Blaue Saal, der schwelgerische Samtsaal mit einer Büste des Papstes Innozenz X. (Mitglied der Pamphilj-Familie), der Grüne Saal, der große Ballsaal und der gelbe Saal.

Auch die Kapelle ist durchaus einen Blick wert. Sie wurde im späten 17. Jahrhundert von Carlo Fontana entworfen. Das Deckengemälde wurde erst später im 19. Jahrhundert durch Tommaso Minardi ergänzt. Die Kapelle beherbergt einige interessante Reliquien: Den vollständig erhaltenen Leichnam der Hl. Theodora und – angeblich – Reliquien eines Soldaten, der die Kreuzigung Jesu beaufsichtigte.

Die Galerien

Galleria Doria, Pamphilj Doria Palace, Rom
Doria-Galerie

Papst Innozenz X., Galleria Pamphilj Doria, Rom
Innozenz X. Pamphilj

Seeschlacht im Golf von Neapel, Galleria Pamphilj Doria, Rom
Seeschlacht im
Golf von Neapel

Zentaur, Galleria Pamphilj Doria, Rom
Zentaur
Höhepunkt des Palazzo Doria-Pamphilj ist die Kunstgalerie, die eine der besten Kunstsammlungen Roms umfasst: ca. 400 Werke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.

An erster Stelle steht die Aldobrandini-Galerie, in der das berühmteste Gemälde des Museums bewundert werden kann: Ein Porträt Papst Innozenz X. von Velázquez (1650). Das Gemälde kann hier mit zwei Bernini-Büsten desselben Papstes verglichen werden. Die erste Büste wurde leicht beschädigt, sodass Bernini innerhalb nur einer Woche eine Neue erstellte. Innozenz X. soll mit dieser Büste unzufrieden gewesen sein, da sie ihm zu realistisch war. Zu den weiteren Höhepunkten der Galerie gehören die „Zwei Putten“, ein Gemälde von Guido Reni, das den Kampf zwischen den Adeligen und niederen Klassen symbolisiert, sowie „Der Geldwechsler und seine Frau“ von Quentin Massys.

Es folgt die Spiegelgalerie, ganz ohne Zweifel der opulenteste Raum des gesamten Palastes. Er wurde um das Jahr 1730 von Gabriele Valvassori entworfen und ist mit Fresken ausgestaltet, welche die zwölf Taten des Herakles darstellen, ein Werk des bolognesischen Malers Aureliano Miani.

Die Pamphilj-Galerie bildet die dritte Galerie. Zu den bemerkenswerten Kunstwerken gehört hier ein Werk Pieter Brueghels des Älteren, die „Seeschlacht im Golf von Neapel“, eines der wenigen italienischen Gemälde des flämischen Meisters. Ein weiteres berühmtes Gemälde stammt von Guido Reni und zeigt Maria bei der Verehrung ihres Kindes.

Im Anschluss folgt die Doria-Galerie, in der sich verschiedene Arbeiten Jan Brueghels sowie zwei Holzgemälde Parmigianinos finden. Auch eine Büste Olympia Maidalchini Pamphiljs (der Schwägerin Innozenz X.) von Alessandro Algari steht hier.

Es folgt der Aldobrandini-Saal, der einige Meisterwerke Caravaggios beherbergt: „Magdalena“ und „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“. Auch unzählige Skulpturen finden sich in diesem Saal, insbesondere ein großer gemeißelter Sarkophag und eine bunte Marmorstatue eines Zentauren, ca. aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr.

Der letzte Raum schließlich ist der Primitivensaal, in dem sich Gemälde auf Holztafeln finden – insbesondere italienischer und flämischer Künstler.
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