Museum der römischen Zivilisation

Museo della Civiltà Romana
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Das Museo della Civiltà Romana (Museum der römischen Zivilisation) liegt in EUR, einem modernen Stadtteil, der auf den faschistischen Diktator Benito Mussolini zurückgeht.
Es gehört zu den interessantesten Museen Roms, wird allerdings aufgrund seines abgelegenen Standorts von vielen Touristen ausgelassen.

EUR

Museum der römischen Zivilisation, EUR, Rom
Museumseingang
In EUR – Roms übertrieben moderner „Stadt“, etwa sieben Kilometer außerhalb des historischen Stadtkerns – zeigt sich eine Fülle riesiger zeitgenössischer Bauwerke, die im Zweiten Weltkrieg von Mussolini vorgeschlagen wurden – für eine nie stattgefundene Weltausstellung im Jahr 1942.

Mussolinis Projekt wurde nie zu dem, was es hatte werden sollen. Nach dem Krieg wurde das nicht fertiggestellte Gebiet der Obhut der neuen Regierung übergeben und beherbergte bald schon eine Reihe von Regierungs- und anderen öffentlichen Gebäuden.

Während manche Besucher nur nach EUR kommen, um einen Blick auf Mussolinis geplatzten Traum zu werfen, finden sich hier dennoch einige sehenswerte Dinge. Das bemerkenswerteste ist das Museum der römischen Zivilisation.

Geschichte des Museums

Römisches Mosaik, Museo della Civilta Romana, Rom
Römisches Mosaik

Modell des Forums von Pompeji, Museum der römischen Zivilisation
Modell des Forums von Pompeji
Das Museum der römischen Zivilisation wurde 1955 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, doch seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1911 zurück, als eine archäologische Ausstellung in den Diokletiansthermen abgehalten wurde.

Hier kam die Idee einer permanenten Sammlung auf, und 1929 wurde das Museum des Römischen Reichs gegründet. In EUR begann der Bau eines maßgeschneiderten Gebäudes, doch 1942 wurden die Arbeiten aufgrund des Krieges unterbrochen.

Dank finanzieller Unterstützung durch Fiat wurde das Bauwerk in den frühen 1950ern fertiggestellt. Das Museum wurde in zwei Phasen eröffnet: 1952 zunächst teilweise und 1955 vollständig.

Sammlung des Museums

Das Museum ist in 59 Abschnitte unterteilt, welche die Geschichte Roms und seiner Kultur veranschaulichen. Seine Sammlung umfasst größtenteils Nachbildungen und maßstäbliche Modelle. Die größten Publikumsmagnete des Museums sind Abgüsse aus den Reliefs der Trajanssäule und ein vollständiges Modell des kaiserlichen Roms.

Modell des kaiserlichen Roms

Modell der Stadt Rom in konstantinischer Zeit, Museo della Civilta Romana
Modell der Stadt Rom

Detail der Modell der Stadt Rom in konstantinischer Zeit, Museum der römischen Zivilisation
Detail
Nach seinem Lieblingsausstellungsstück des Museums gefragt, wird wohl jeder Besucher das maßstabsgetreue Modell von Rom nennen, bekannt als Plastico di Roma Imperiale.

Ein 20x20 Meter großes Modell zeigt die Bauwerke in Rom während der Regierungszeit Kaiser Konstantins I. (frühes viertes Jahrhundert). Mit dem Modell im Maßstab 1:250 war der Archäologe Italo Gismondi 36 Jahre lang beschäftigt. Es kann von einer erhöhten Plattform aus besichtigt werden, und mit seinen faszinierenden Details ist das Modell für sich schon Grund genug, EUR einen Besuch abzustatten.

Und noch ein weiteres Modell von Rom befindet sich im Museum: Das als Plastico di Roma Arcaica bekannte Modell zeigt Rom, wie es in der Zeit der Republik ausgesehen haben muss.

Trajanssäule

Tafeln der Trajanssäule, Museum der römischen Zivilisation, Rom
Tafeln der Trajanssäule

Tafeln der Trajanssäule, Museum der römischen Zivilisation, Rom
Eine der Tafeln

Reichsverfassung, Museum der römischen Zivilisation
Reichsverfassung
Die komplette Reihe an Abgüssen der spiralförmigen Reliefs um die Trajanssäule findet sich ebenfalls im Museum, zur einfacheren Betrachtung in horizontalen Reihen angeordnet. Die Tafeln, die insgesamt eine Länge von über 150 Metern hatten, füllen einen kompletten Raum aus und können aus der Nähe betrachtet werden.

Weitere Höhepunkte

Neben dem Modell von Rom und den Tafeln der Trajanssäule werden noch viele weitere interessante Stücke ausgestellt.

Das Museum besitzt zahlreiche Mosaike, Reliefs und Utensilien, die einen Einblick ins Alltagsleben im antiken Rom gewähren – so etwa das Dekret, das im dritten Jahrhundert von Kaiser Diokletian erlassen wurde, um die ausufernde Inflation aufzuhalten. Auch findet sich hier eine nachgebildete Bibliothek nach Vorbild der Bibliothek der Hadriansvilla in Tivoli.

Zudem gibt es noch viele weitere maßstabsgetreue Modelle, darunter Modelle des Circus Maximus, des Marcellustheaters, des Maxentiuszirkus, der Bibliothek des Trajansforums und des Stadions des Domitian.

Das Museumsgebäude

Kolonnade des Museum der römischen Zivilisation
Die Kolonnade
Das Gebäude, in dem das Museum der römischen Zivilisation heimisch ist, wurde von den Architekten Pietro Aschieri, Domenico Bernardini, Gino Peressutti und Cesare Pascoletti entworfen. Ursprünglich wurde es zwischen 1939 und 1941 für die Weltausstellung in Rom erbaut, die für das folgende Jahr geplant war. Nach einem kriegsbedingten Baustopp wurde es 1955 fertiggestellt.

Der Architekturstil ist typisch für die Gebäude in EUR, eine modernisierte Version der monumentalen Bauwerke des alten Roms. Es besteht aus zwei majestätischen, wenn auch etwas schmucklosen Gebäuden, die von einer eindrucksvollen Kolonnade mit riesigen Travertinsäulen verbunden werden.
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