Kapitolsplatz

Piazza del Campidoglio
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Der Kapitolsplatz gehört zu den schönsten Plätzen Roms. Im 16. Jahrhundert wurde er von Michelangelo entworfen und zwischen den beiden Gipfeln des Kapitolinischen Hügels angelegt, des bedeutendsten der legendären Sieben Hügel Roms.
Kapitolsplatz, Rom
Kapitolsplatz
Von der Gründung Roms bis zu seinem Sturz beinahe 1000 Jahre später symbolisierte das Kapitol den Dreh- und Angelpunkt von Roms Macht, und viele der wichtigsten Gebäude der Stadt standen auf diesem Hügel.

Auch später im Mittelalter spielte der Ort noch eine bedeutende Rolle in der Geschichte Roms. Hier versammelte sich der römische Senat, und bis heute hat der Hügel politische Bedeutung als Standort des Rathauses von Rom.

Michelangelos Entwurf

Der Kapitolsplatz
Cordonata und
Senatorenpalast

Statue von Castor auf dem Cordonata in Rom
Castor
Als Kaiser Karl V. im Jahr 1563 einen Besuch in Rom plante, war das schlammige Kapitol in derart verfallenem Zustand, dass Papst Paul III. Farnese Michelangelo darum bat, einen neuen Platz zu entwerfen, den Piazza del Campidoglio (Kapitolsplatz). Das Projekt umfasste auch eine Umgestaltung der bestehenden Gebäude um den Platz.

Michelangelo entwickelte für den Platz einen originellen, trapezförmigen Entwurf mit einem faszinierenden ovalförmigen Bodenmuster. Er baute den Palazzo Senatorio, den Sitz des römischen Senats, wieder auf und gestaltete die Fassade des Konservatorenpalastes neu.

Zusätzlich sollte direkt gegenüber dem Konservatorenpalast ein neues Gebäude errichtet werden, der Palazzo Nuovo. Beides Paläste wurden in leichtem Winkel zueinander angelegt, um den Platz perspektivisch größer wirken zu lassen, als er eigentlich ist.
Schlussendlich umfassten Michelangelos ehrgeizige Pläne für den Platz auch die Errichtung eines eleganten Treppenaufgangs, der Cordonata.

Der Bau des Platzes begann im Jahr 1546, doch lediglich die Treppe und der Eingang des Senatorenpalastes waren umgesetzt worden, als Michelangelo 1564 starb. Letztendlich wurde das Projekt erst im 17. Jahrhundert nach Michelangelos Entwürfen fertiggestellt.

Cordonata

Cordonata, Rom
Cordonata
Die bombastische, sanft ansteigende Treppe, die vom Fuße des Kapitols auf den Platz führt, ist als Cordonata bekannt, Italienisch für „Stufenrampe“. Der Bau der Treppe begann 1548, doch die Arbeiten zogen sich hin und standen nach Michelangelos Tod sogar vollends still. Schließlich wurde sie 1582 von Giocomo della Porta fertiggestellt.

Die beiden Löwen aus Basalt, welche den Fuß der Cordonata flankieren, sind authentische ägyptische Statuen. Auch die beiden großen klassischen Statuen der Dioskuren Kastor und Pollux, welche das obere Ende zieren, stammen aus der Antike. Sie standen ursprünglich nahe dem Tempel von Kastor und Pollux und wurden 1583 hierher verlegt. Statuen am Geländer in der Nähe der Dioskuren stellen Kaiser Konstantin und seinen Sohn Konstantin II. dar.

Statue des Mark Aurel

Statue des Mark Aurel, Kapitolsplatz
Statue des
Mark Aurel
Im Zentrum des Platzes steht eine Reiterstatue des römischen Kaisers Mark Aurel. Die Statue ist eine Nachbildung: Das Original wurde 1981 zum Schutz vor der Witterung ausgetauscht und in den Konservatorenpalast verlegt. Die vergoldete Bronzestatue blieb lediglich deshalb erhalten, weil man sie für eine Darstellung Kaiser Konstantins hielt, des ersten christlichen Kaisers. Ihre wahre Identität wurde erst im 15. Jahrhundert erkannt. Wäre sie nur ein wenig früher entlarvt worden, wäre die Statue höchstwahrscheinlich eingeschmolzen worden, wie so viele andere Statuen von „Heiden“.

Die Palazzos

Der Kapitolsplatz wird an drei Seiten von eleganten Gebäuden umrahmt. Das mittlere mit einem Glockentrum ist der Senatorenpalast, das rechte der Konservatorenpalast, und auf der linken Seite steht sein Spiegelbild, der Palazzo Nuovo.

Senatorenpalast

Senatorenpalast, Kapitolsplatz, Rom
Senatorenpalast

Statue des Nils, Senatorenpalast, Rom
Der Nil

Das älteste der drei Gebäude am Kapitolsplatz ist der Palazzo Senatorio, der Senatorenpalast. Der Name rührt von der Stellung des Gebäudes als Sitz des Senates her, die es bis 1870 innehielt, als der Palast Sitz der Stadtverwaltung Roms wurde.

Ursprünglich wurde er im 11. Jahrhundert als Festung auf dem antiken Tabularium errichtet und im 13. und 14. Jahrhundert nochmals aufgebaut. Der aktuelle Entwurf ist eine leicht angepasste Fassung von Michelangelos Entwurf aus dem 16. Jahrhundert.

Auch die monumentalen Stufen vor dem Senatorenpalast sind eine Schöpfung Michelangelos. Die Statuen zu beiden Seiten der Flügeltreppe stehen für den Nil (links) und den Tiber (rechts). Letztere symbolisierte ursprünglich den Tigris, wurde aber abgewandelt (der Tiger bei der großen allegorischen Statue ist nun ein Wolf). Beide Statuen wurden im 1. Jahrhundert n. Chr. erstellt und in den Ruinen der Konstantinsthermen entdeckt. Auch die Statue der Göttin Minerva in der mittleren Nische wurde abgewandelt, um Roma zu verkörpern, die Personifizierung der Stadt Rom.

Konservatorenpalast

Konservatorenpalast, Kapitolsplatz, Rom
Konservatorenpalast
Das Gebäude auf der rechten Seite ist der Palazzo di Conservatori, der Konservatorenpalast. Er war Sitz der sogenannten Conservatori – Beamte, die zusammen mit dem Senat die Stadt verwalteten. Der Palazzo wurde 1563 am ehemaligen Standort des Tempels des Jupiter Optimus Maximus gebaut, eines der wichtigsten Tempel im alten Rom.

Heute ist der Palast Teil der Kapitolinischen Museen und umfasst eine bedeutende Sammlung aus Kunst der Antike, darunter zahlreiche Statuen sowie Mosaike und Grabsteine. Zu den bemerkenswerten Stücke gehören die Wölfin, welche die Zwillinge Romulus und Remus säugt, und Teile einer riesige Statue des Kaisers Konstantin II.

Palazzo Nuovo

Palazzo Nuovo, Kapitolsplatz, Rom
Palazzo Nuovo
Gegenüber dem Konservatorenpalast liegt der Palazzo Nuovo (neuer Palast). Das Gebäude wurde von Michelangelo praktisch als Spiegelbild des Konservatorenpalastes entworfen und von den Gebrüdern Carlo und Girolamo Rainaldi im Jahr 1654 fertiggestellt. 1734 machte Papst Klemens XII. die Kunstsammlung im Palazzo der Öffentlichkeit zugänglich und erschuf damit das erste öffentliche Museum der Welt.

Heute ist der Palazzo Nuovo Teil der Kapitolinischen Museumsanlage. Er umfasst größtenteils antike Statuen, darunter der „Sterbende Gallier“, große Statuen der römischen Gottheiten Minerva und Mars und die bereits erwähnte Statue des Mark Aurel.
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