Kapitol

Kapitol / Campidoglio
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Das Kapitol ist der kleinste und bedeutendste der Sieben Hügel des antiken Roms. Als politisches und religiöses Zentrum der Stadt wurde er zum Symbol der Herrschaft Roms als Caput Mundi, die Welthauptstadt.
Noch heute symbolisiert der Hügel das Zentrum Roms und ist der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch in der Ewigen Stadt.

Das Kapitol im Antiken Rom
Das Kapitol im Antiken Rom
Ausgrabungen des Hügels haben Spuren einer Siedlung ans Tageslicht gebracht, die hier in der Eisenzeit errichtet worden war. Für die frühen Siedler war der Hügel ein idealer Standort, da er direkt an einer Furt über den Tiber lag und sein steiler, felsiger Hang natürlichen Schutz vor Feinden bot.

Der Hügel hatte zwei Gipfel: den Arx im Norden und das niedrigere aber großflächigere Capitolium im Süden. Das Gebiet dazwischen wurde als die Asylum bezeichnet und war ein Ort, an dem Bewohner aus anderen Staaten Zuflucht finden konnten.

Das Kapitol in der Antike

Noch vor der Zeit der Republik erbauten Roms Könige riesige Tempel auf dem Kapitolinischen Hügel. Sie wurden zum Symbol von Roms Stellung als Caput Mundi, was wörtlich „Kopf der Welt“ bedeutet.

Jupitertempel

Jupitertempel, Rom
Jupitertempel
Der größte und eindrucksvollste dieser Tempel war der Tempel des Jupiter Optimus Maximus Capitolinus. Der vergoldete Tempel war das bedeutendste Heiligtum im antiken Rom. Erbaut wurde er im 6. Jahrhundert v. Chr. von Tarquinius Pricus, dem ersten etruskischen König Roms, auf dem Gipfel des Capitolium (dem heutigen Standort des Konservatorenpalastes). Er maß 53 mal 63 Meter und war drei Gottheiten gewidmet: Jupiter Optimus Maximum, Juno Regina und Minerva. Für jeden Gott war eine separate Cella vorhanden. Dekoriert war der Tempel mit Reliefs und großen Terrakotta-Statuen, wobei die Jupiterstatue später durch eine Version aus Gold und Elfenbein ersetzt wurde.

Tarpejischer Fels

Tarpejischer Fels, Rom
Tarpejischer Fels
Der Legende nach wurde der Tarpejische Fels unmittelbar südlich des Jupitertempels nach einer Römerin namens Tarpeia benannt. Während der Herrschaft Romulus', des legendären Gründers Roms, soll sie den Sabinern bei der Eroberung des Kapitols geholfen haben. Tarpeia war für ihren Verrat Schmuck versprochen worden, doch stattdessen zermalmten die Sabiner sie zwischen ihren Schilden. Von da an wurden Verräter Roms von diesem Felsen geworfen.

Tempel des Juno Moneta

Der nördliche Gipfel, der Arx, war lange Zeit Standort der Festung von Rom. 344-343 v. Chr. wurde hier auf Befehl des militärischen Oberbefehlshabers der Stadt Marcus Furius Camillus ein der Göttin Juno gewidmeter Tempel errichtet. Zur Erklärung des Namens „Moneta“ - eventuell vom lateinischen Wort „monere“ abgeleitet, zu Deutsch „warnen“ oder „mahnen“ – existieren mehrere Legenden. Einer zufolge sollen die Menschen Stimmen aus dem Tempel gehört haben, die sie vor einem Erdbeben warnten. Einer anderen Version zufolge geht der Name auf die Gänse zurück, die Camillus warnten, als die Gallier versuchten, das Kapitol zu erobern.

Die römische Münzanstalt stand „ad monetam“, nahe dem Tempel der Juno Moneta – daher das Wort moneta, von dem sich in zahlreichen Sprachen Begriffe für Geld ableiten (z.B. „monetär“).

Tabularium

Das Tabularium in Rom
Bogen des Tabulariums
Das Tabularium, Standort der Staatsarchive, wurde zwischen Jupitertempel und Junotempel errichtet. Das große Bauwerk umfasste mehrere Stockwerke mit Kolonnaden, die Ausblick aufs Forum Romanum boten. Vom Forum aus lassen sich noch immer deutlich die Überreste des unteren Stockwerks des Tabulariums erkennen, wenn auch heute unter dem Senatorenpalast gelegen.

Das Mittelalter

Während des päpstlichen Exils in Avignon entvölkerte sich Rom, und das Kapitol wurde sogar als Ziegenweide genutzt – was ihm den Namen Monte Caprino bescherte, der Ziegenhügel. Im 16. Jahrhundert verhalf die Renaissance Roms Pracht zu neuer Blüte, und mit ihr kam eine völlige Umgestaltung seines Zentrums, des Kapitols. 1536 entwarf Michelangelo Pläne für einen neuen Platz zwischen den beiden Hügelkuppen, den Kapitolsplatz.

Das Kapitol heute

Heute sind nur noch Spuren der antiken Tempel erkennbar. Stattdessen wird der Nordhang mittlerweile von einem riesigen Denkmal aus dem 19. Jahrhundert vereinnahmt, das für den ersten italienischen König errichtet wurde.

Kapitolsplatz

Kapitolsplatz, Rom
Kapitolsplatz
So eindrucksvoll dieses Denkmal auch sein mag, ist der heutige Höhepunkt des Kapitols doch zweifellos der herrliche Kapitolsplatz, meisterhaft von Michelangelo entworfen. Er ist vom Fuße des Hügels über die majestätischen Cordonata-Stufen erreichbar. An den Platz grenzen drei Palazzos, deren Fassaden allesamt von Michelangelo entworfen wurden. Der mittlere ist der Senatorenpalast, das römische Rathaus, das auf dem antiken Tabularium errichtet wurde. Die anderen beiden – der Konservatorenpalast und der Palazzo Nuovo – beherbergen die Kapitolinischen Museen.

Vicktor-Emanuels-Denkmal

Vicktor-Emanuels-Denkmal, Rom
Vicktor-Emanuels-Denkmal
Vom Kapitolsplatz geradeaus lässt sich das Denkmal für Viktor Emanuell II. zu Fuß erreichen. Dieses riesige Denkmal, das auch als Il Vittoriana bekannt ist, wurde im frühen 20. Jahrhundert zu Ehren des ersten Königs von Italien errichtet. Im Zuge der Bauarbeiten am Denkmal wurden zahlreiche historische Gebäude auf dem Hügel abgerissen.

Santa Maria in Aracoeli

Santa Maria in Aracoeli, Rom
Santa Maria in Aracoeli
Nahe dem Kapitolsplatz – am Standort des antiken Junotempels – liegt die Santa Maria in Aracoeli, einen Kirche, deren Geschichte bis ins 6. Jahrhundert zurückreicht. Eine große Treppe mit 122 (von der rechten Seite aus) bzw. 124 (von links) Stufen führt zu der Kirche auf dem Kapitolinischen Hügel.
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