Il Gesù

Jesuskirche / Chiesa del Santissimo Nome di Gesù
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Dieses barocke Bauwerk ist die älteste Jesuitenkirche der Welt und zugleich ein Paradebeispiel für die Architektur der Gegenreformation. Das Innere der Kirche beeindruckt mit Unmengen von Stuck, Statuen, Marmor und großartigen Fresken.
Il Gesu, Rom
Il Gesù

Decke des Gesu Kirche in Rom
Die Decke

Relief des hl. Loyola von Ignatius, Gesu kirche, Rom
Relief des hl. Ignatius
Die offiziell als “Chiesa del Santissimo Nome di Gesù” bekannte Kirche wird meist einfach als “Gesù” (Jesuskirche) bezeichnet. Sie war die erste von Jesuiten erbaute Kirche, ein religiöser Orden, der von Ignatius von Loyola gegründet wurde. 1540 wurde der Orden von Papst Paul III. anerkannt und war eine treibende Kraft der Gegenreformation.

Bau

Die Mittel zum Bau der Kirche stellte der Herzog von Gandia zur Verfügung, ein früher Gefolgsmann der Jesuiten. Michelangelo entwarf die ersten Pläne für die Kirche. Im Jahre 1554 begann der Bau, der allerdings aufgrund des Widerstands des Papstes schon bald zum Erliegen kam.

Nach dem Tode Loyolas entstand ein neuer Entwurf aus der Feder des Giacomo Barozzi da Vignola, des Lieblingsarchitekten des Kardinals Alessandro Farnese, der wiederum ein Enkel des Papstes Paul III. war. Nach Vignolas Tod im Jahr 1573 wurde die Gesù-Kirche unter Federführung der Jesuiten Giovanni Tristano und Giovanni de Rosis fertiggestellt. Die Einweihung folgte im Jahr 1584, und der Entwurf sollte zum Vorbild für viele weitere Jesuitenkirchen auf der gesamten Welt werden.

Architektur

Der Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes misst 76 Meter in der Länge und 34 Meter in der Breite. Das Hauptschiff erreicht eine Breite von 25 Metern.

Die Schöpfung der Architekten hält sich eng an die Grundregeln des Konzils von Trient – demzufolge fanden sich kein Narthex zum “Verweilen” und nur ein Hauptschiff ohne Nebenschiffe, welche die Gemeinde vom Hohen Altar hätten ablenken können. Anstatt der Nebenschiffe findet sich eine Reihe identischer, verbundener Kapellen.

Vignolas ursprünglicher Fassadenentwurf wurde nie umgesetzt. Stattdessen entwickelte Giacomo della Porta in Zusammenarbeit mit Tristano und de Rosis einen neuen Entwurf. Die Statuen in den Nischen wurden erst später im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Die Fassade präsentiert sich in größtenteils barocken Elementen mit Renaissance-Einflüssen – ein Stil, der als Jesuitenstil Bekanntheit erlangte.

Innenraum

Freskomalerei von Baciccio an der Decke des Gesu Kirche in Rom
Deckengemälde von
Baciccio

Altar, Gesu, Rom
Hochaltar

Kapelle der Madonna della Strada, Gesu, Rom
Madonna della Strada
Der Innenraum mit seiner zentralen Kuppel, dem verlängerten Hauptschiff und den Schildbögen wird von weißem Stuck abgerundet und ist mit Fresken und Marmorskulpturen geschmückt. Das schwelgerische Innere ist zweifellos dazu entworfen, die Besucher zu beeindrucken.

Das markanteste Merkmal ist allerdings der “Triumph des Namen Jesu”, die freskenverzierte Decke des Künstlers Battista Gaulli (auch als Baciccio bekannt). Baciccio bemalte auch die Apsis und die Kuppel.

Der Hochaltar wurde im 19. Jahrhundert von Antonia Sarti als Ersatz für den Originalaltar Giacomo della Portas geschaffen.

Jede der Kapellen ist sehr einzigartig. In der Kapella des Hl. Andreas präsentieren sich den Besuchern Fresken von Agostini Ciampelli. Das Deckenfresko heißt “Herrlichkeit der Jungfrau”, und das Altarbild zeigt das Martyrium des Hl. Andreas.

In der Kapelle namens Capella della Passione (Passionskapelle) können Gäste Fresken und Gemälde bewundern, die Szenen aus der Passion Christi darstellen, geschaffen von Künstlern wie Giuseppi Valeriani und Gaspare Celio. Die Kapelle gedenkt auch mehrerer ehemaliger Jesuitenführer.

Andere Kapellen sind dem Hl. Franz Xaver gewidmet, den Aposteln, der Geburt Christi und der Dreifaltigkeit. Die größte und großartigste der Kapellen gilt dem Gründer der Jesuiten, dem Hl. Ignatius von Loyola. Im Jahr 1696 von Pierre Legros entworfen, beherbergt sie das Grab des Heiligen. Eine große, silberne Statue des Hl. Ignatius, eine Schöpfung Pierre Legros', wird von zwei Lapsis-Lazuli-verblendeten Säulen flankiert. Die Statue selbst ist eine Nachbildung, da das Original auf Befehl von Papst Pius VI. als Kriegsschuld an Napoleon eingeschmolzen wurde.

Bemerkenswert ist auch die Kapelle der Madonna della Strada. Die schmückenden Szenen aus dem Leben der Hl. Jungfrau wurden von G.P. Pozzi und Giuseppe Valeriani gemalt. Im Zentrum steht eine verehrte Ikone der Madonna della Strada, der Schutzheiligen der Jesuiten.
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