Curia

Curia Iulia
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Zu den besterhaltenen Gebäuden auf dem Forum Romanum zählt die Curia, ein eher bescheiden wirkender Ziegelbau. Hier versammelte sich der Senat, die höchste politische Institution des antiken Roms.

Geschichte

Curia, Rom
Curia, Rom
Curia Iulia

Inneres der Curia in Rom
Inneres der Curia
Die erste Curia, die Curia Hostilius, wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. während der Herrschaft Tullus Hostilius' erbaut, des dritten Königs von Rom. Sie lag ein Stück nördlich ihres heutigen Standorts am Rande des Forum Romanum.

Im Laufe ihrer Geschichte brannte die Curia mehrmals nieder und wurde stets wieder aufgebaut. Der erste Wiederaufbau erfolgte durch Lucius Cornelius Sulla. Nachdem sie im Jahre 57 v. Chr. Erneut niedergebrannt war, ordnete Julius Caesar den Bau einer neuen Curia an ihrem heutigen Standort an. Das neue Gebäude namens Curia Iulia wurde im Jahre 29 v. Chr. von Kaiser Augustus eingeweiht.

Das heute erhaltene Bauwerk ist ein Nachbau aus der Zeit um 303 n. Chr., aus der Herrschaftszeit des Diokletian. Bereits im Jahr 630 wurde die Curia in eine Kirche umfunktioniert – die Sant'Adriano-Kirche – weshalb sie auch so gut erhalten blieb. In den 1930ern wurde das Gebäude restauriert und alle Umbauten aus der Zeit nach Diokletian entfernt.

Das Gebäude

Das eher schlichte Bauwerk muss neben all den prunkvollen Marmortempeln und Basiliken in der Umgebung eher moderat gewirkt haben. Es sah allerdings nicht ganz so spartanisch aus wie heute. Die Ziegelwände waren außen ursprünglich mit steinernen Fliesen verkleidet. Direkt unter dem Gesims ist ein kleiner Abschnitt der ursprünglichen Fassade noch heute erkennbar.

Die riesigen Bronzepforten sind nicht die Originale – diese wurden im 17. Jahrhundert entfernt und durch Nachbauten ersetzt. Die antiken Tore wurden von Francesco Borromini in die Lateranbasilika verlegt.

Innenraum

Plutei Traiani, Curia, Rom
Plutei Traiani, Curia
Plutei Traiani
Ein großer Teil des Innenraums ist allerdings authentisch und stammt aus der Antike. Auf 27 mal 18 Metern ist das Innere überraschend geräumig. Etwa 300 Senatoren fanden hier Platz. Der Fußboden ist noch immer erhalten und stellt ein Musterbeispiel eines römischen Fliesenbodens dar, mit geometrischen Mustern aus verschiedenen Marmorsorten. Auch die Wände waren mit Marmor verkleidet. Ein kleiner Teil des grauweißen Marmors ist hinter der Rednerbühne noch erkennbar. Die Decke ist eine moderne Nachbildung und war in den Hochzeiten Roms vollständig vergoldet.

Nahe der linken und rechten Wand finden sich die Plutei Traiani (Plutei des Trajan) – Travertinreliefs, die Kaiser Trajan darstellen, wie er römischen Bürgern zur Hand geht. Auf der linken Seite ist er beim Verbrennen von Eintragungen unbezahlter Steuern abgebildet. Das andere Relief symbolisiert die Einführung von Landwirtschaftsdarlehen. Die Reliefs schmückten vermutlich die Seiten der Rostra, einer großen Rednerbühne in der Nähe. Zudem sind die Reliefs von historischer Bedeutung, da ihr Hintergrund den Zustand des Forum Romanum im frühen zweiten Jahrhundert n. Chr. darstellt.
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