Aurelianische Mauer

Mura Aureliane
Bewertung
79 Stimmen
Die Aurelianische Mauer ist ein großer, im 3. Jahrhundert n. Chr. erbauter Verteidigungswall, der die Stadt Rom vor Angriffen schützen sollte. Die Mauer umgibt die sieben Hügel der Stadt und umfasst eine Reihe großer historischer Bauwerke.

Eine Mauer muss her

Aurelianische Mauer
Nach beinahe fünf Jahrhunderten unangefochtener Herrschaft erkannte der römische Kaiser Aurelian (270-275 n. Chr.) die Bedrohung durch die Germanenstämme an den Grenzen des Römischen Reichs. 271 n. Chr. beschloss er den Bau einer Stadtmauer.

Für die alte Mauer aus der Zeit der Republik – im späten 4. Jahrhundert v. Chr. als Ersatz für eine noch ältere Mauer errichtet – war die Stadt längst zu groß geworden. Vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. war Roms militärische Stärke so überwältigend, dass man eine schützende Mauer um die Stadt selbst für unnötig hielt.

Der Mauerbau

Aurelianische Mauer, Rom
Die Aurelianische Mauer in Rom
Die Aurelianische Mauer
Ursprünglich war die Aurelianische Mauer 19 Kilometer lang, zwischen sechs und acht Meter hoch und 3,5 Meter dick. Alle 30 Meter stand in der Mauer einer von insgesamt 381 rechteckigen Türmen. Zudem umfasste sie mehrere große Tore (insgesamt 18), darunter die Porta Latina und die Porta San Sebastiano, die von Bögen überspannt und durch halbkreisförmige Türme geschützt waren.

Fertiggestellt wurde die Mauer von Probus, dem Nachfolger des Kaisers Aurelian. Letztendlich sollte es noch über 100 Jahre dauern, bevor Barbaren die Stadt erreichten. Trotz weiterer Ausbauten und der Aufstockung der Mauer durch die Kaiser Maxentius (4. Jahrhundert) und Honorius (frühes 5. Jahrhundert) konnte sie die Barbaren allerdings nicht aufhalten. Im Jahre 410 wurde die Stadt von den Westgoten geplündert.

Bauwerke in der Mauer

Pyramide des Caius Cestius, Rom
Pyramide des
Caius Cestius

Porta San Sebastiano, Rom
Porta San Sebastiano
Einzigartig ist die Aurelianische Mauer auch im Hinblick auf die verschiedenen Gebäude, die Bestandteil der Anlage sind. Auf diese Weise konnten Bauzeit und Baukosten für die Mauer gesenkt werden.

Zu den bestehenden Gebäuden, die in die Mauer integriert wurden, gehören: Die Engelsburg (ursprünglich das Hadriansmausoleum); das Amphitheatrum Castrense, ein römisches Backstein-Amphitheater aus dem dritten Jahrhundert; die Cestius-Pyramide (eine Pyramide in ägyptischem Stil, die im Jahre 12 v. Chr. als Grab für Caius Cestius erbaut wurde, Mitglied einer der vier großen religiösen Gemeinschaften des frühen Roms); und ein Abschnitt des Aqua-Claudia-Aquädukts, das zur Wasserversorgung mehrerer Stadtteile Roms errichtet wurde.

Die Aurelianische Mauer heute

Heute sind noch ca. zwei Drittel der Aurelianische Mauer intakt und sehr gut erhalten. Interessierte Besucher können das Museo delle Mura nahe dem San-Sebastiano-Tor aufsuchen (an der Via di Porta San Sebastiano 18), um mehr über die Geschichte der Mauer zu erfahren. Einige der interessanteren Tore, wie etwa die Porta Maggiore und die Porta Asinaria, sind ebenfalls einen Besuch wert.
503
rome
de
x
© 2018 www.aviewoncities.com