Area Sacra dell'Argentina

Heilige Bezirk am Largo Argentina
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Im Zuge von Aushubarbeiten auf Anordnung Benito Mussolinis wurde zufällig die erstaunliche Area Sacra dell'Argentina entdeckt, eine der besterhaltenen Stätten römischer Architektur aus der Zeit der Republik.

Entdeckung der Stätte

Area Sacra dell'Argentina
Area Sacra dell'Argentina
Ein Abrissprojekt in einem alten Stadtteil Roms führte zu einer der ausgezeichnetsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. 1926 stießen Arbeiter bei Abrissarbeiten zur Vorbereitung eines Neubaus auf die Überreste von vier verschiedenen Tempeln, alle in der Nähe eines öffentlichen Platzes.

Nach primitiven Ausgrabungsarbeiten in den späten 1920ern und ausgefeilteren Nachforschungen in späteren Jahren kam eines der schönsten Beispiele der römisch-republikanischen Architektur zum Vorschein. Über Jahre hinweg war kaum etwas über die Stätte bekannt, und die neu entdeckten Tempel wurden schlicht mit Buchstaben betitelt. Heute weiß man etwas mehr über die Bauwerke.

Die Tempel

Die vier Tempel der Area Sacra dell'Argentina stammen aus dem 4. bis 2. Jahrhundert v. Chr. Die heute sichtbaren Ruinen sind das Ergebnis von Renovierungsarbeiten unter Kaiser Domitian. Die Tempelanlage war Teil eines Geländes im Zentrum des Campus Martius, der auch das jüngere Theater des Pompeius, das Hecatostylum
Tempel der Iuturna, Area Sacra dell'Argentina, Rom
Tempel der Iuturna (A)
– ein Portal mit Hundert Säulen – und die Thermae Agrippae (Agrippathermen) umfasste.

Tempel A – heute als Tempel der Iuturna bezeichnet – soll Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. von Gaius Latutius Catulus nach seinem Sieg über die Karthager erbaut worden sein. Er war ein sechseckiges Peripteralgebäude, d.h. auf allen Seiten von einer einzelnen Säulenreihe umgeben. Die meisten der korinthischen Säulen aus Travertin sind noch erhalten.

Aeses Fortunae Huiusce Diei, Area Sacra dell'Argentina, Rome
Aeses Fortunae Huiusce Diei (B)
Tempel B wurde 101 v. Chr. von Quintus Lutacius Catulus nach seinem Sieg über die Kimbern erbaut und ist heute als Aeses Fortunae Huiusce Diei (Tempel der Glücksgöttin des heutigen Tages) bekannt. Eine Schar an Treppen führt zum Alter im Zentrum des kreisrunden Tempels. Sechs korinthische Säulen aus Kalktuff sind noch erhalten.

Tempel C ist der Älteste der vier Tempel, erbaut zwischen Ende des 4. und Anfang des 3. Jahrhunderts v. Chr. Vermutlich war er der römischen Gottheit Feronia gewidmet. 1935 entdeckten Archäologen am Standort des Tempels C einen Altar aus dem Jahr 180 v. Chr.,
Tempel der Feronia, Area Sacra dell'Argentina, Rome
Tempel der Feronia (C)
von dem man annimmt, dass es sich um einen Ersatz für einen früheren Altar handelt.

Tempel D ist der größte Tempel und noch teilweise unter der Via Florida begraben. Ursprünglich zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. errichtet, wurde er gegen Ende der Republik erneuert. Es könnte sich hierbei um den Tempel der Lares Permarini handeln, obgleich hierzu unter Archäologen noch keine Einigkeit herrscht.

Ältere Ruinen

Direkt hinter den Tempeln B und C liegt die Rückwand der Curia des Portikus des Pompeius, eines Nebengebäudes des Pompeiustheaters. In dieser Gegend wurde Julius Caesar am 15. März des Jahres 44 v. Chr. ermordet. Nach seinem Tod wurde die Curia versiegelt und später in eine “monumentale Latrine” umgewandelt – eine von zwei, die während der Kaiserzeit errichtet wurden.

Katzen, Katzen und noch mehr Katzen

Streunenden Katze, Area sacra dell'Argentina, Rom
Streunende Katzen
auf heiligem Boden
Kurz nach Vollendung der Ausgrabungsarbeiten nisteten sich streunende Katzen auf dem Gelände ein, die dort unter dem Bodenniveau Schutz vor dem Straßenverkehr fanden.

Heute steht in der Gegend eine Tierpflegeeinrichtung, deren Population auf Hunderte Katzen geschätzt wird. Tagsüber allerdings kriegen Besucher für gewöhnlich nur wenige Katzen zu Gesicht, die durch die Ruinen streifen.
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