Wyschehrad

Vyšehrad
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Wyschehrad ist eine große Burg, die im 10. Jahrhundert auf einem felsigen Hügel direkt im Süden des Prager Zentrums erbaut wurde. Die Burg wurde bis 1140 als königliche Residenz verwendet, bis die böhmischen Herrscher in die Prager Burg in Hradschin umzogen.

Geschichte

Tábor-Tor, Wyschehrad, Prag
Tábor-Tor
Einer alten Legende zufolge wurde Wyschehrad von einer tschechischen Prinzessin, Libuše, gegründet, die später auch die Burg in Hradschin errichten ließ. Libuše heiratete einen Bauern namens Přemysl, mit dem sie sich in Wyschehrad niederließ und das Herrscherhaus der Přemysls begründete. Archäologische Erkundungen haben allerdings ergeben, dass die Burg in Hradschin in der Tat älter ist. Wie auch immer, Wyschehrad war jedenfalls die bevorzugte Residenz der böhmischen Herrscher von ihrer Gründung im 10. Jahrhundert bis 1140, als sie nach Hradschin umzogen.

Befestigungsmauern, Wyschehrad, Prag
Die Befestigungen aus
dem 18. Jahrhundert
Die Burg wurde weiterhin verwendet und sogar noch erheblich verstärkt bis ins 19 Jahrhundert hinein, als die meisten der Gebäude zerstört wurden. Nur die Befestigungsmauern und Tore blieben übrig. Trotz alledem hat Wyschehrad einige interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Befestigungsmauern

Der Haupteingang nach Wyschehrad liegt am Tábor-Tor aus dem 17. Jahrhundert, welches durch die Überbleibsel der Befestigungsmauern aus dem 14. Jahrhundert führt, welche von König Karl IV. gebaut wurden. Die Straße führt zum eindrucksvollen barocken Leopolds-Tor, welches auch ins 17. Jhdt. Zurückreicht. Die gewaltigen Wälle zu beiden Seiten des Tores wurden im 18. Jahrhundert angefertigt. Man kann oben auf diesen Befestigungsmauern umherlaufen und erhält eine großartige Aussicht auf Prag.
Statue Libuše und Přemysl, Wyschehrader park, Prag
Libuše und Přemysl

Wyschehrader Park

Direkt hinter dem Leopolds-Tor findet sich eine kleine kreisrunde romanische Kirche, gebaut im 11. Jahrhundert und bekannt als Rotunda sv. Martina. Weiter im Inneren befindet sich der Wyschehrader Park, einst der Standort eines romanischen Palastes. Der Park zeichnet sich durch mehrere Skulpturen von Josef Václav Myslbek aus dem 19. Jahrhundert aus. Diese stellen historische, tschechische Persönlichkeiten aus wie zum Beispiel Libuše und Přemysl.

St.-Peter-und-Paul-Kirche

Grab von Anton Dvorak, Wyschehrader Ehrenfriedhof, Prag
Grab von
Antonín Dvorák
In der Nähe des Parks liegt das größte Gebäude Wyschehrads, die St.-Peter-und-Paul-Kirche. Die Kirche wurde im 11. Jhdt. von Vrastislav II., dem ersten König Böhmens, gegründet. Nachdem die Kirche im 13. Jahrhundert durch einen Brand zerstört wurde, baute man sie im gotischen Stil erneut auf. Das momentane Aussehen geht hauptsächlich auf das Jahr 1902 zurück, als zwei Türme hinzugefügt wurden.

Ehrenfriedhof

An die Kirche angrenzend liegt ein Friedhof (Vyšehradský hrbitov), der seit 1869 als nationaler Ehrenfriedhof dient. Berühmte tschechische Bürger, wie die Musiker Smetana und Dvorák und der Dichter Jan Neruda, liegen hier begraben.

Bad der Libuše

Bad der Libuše, Wyschehrad, Prag
Bad der Libuše
Nicht viel ist von der ursprünglichen Burg übrig; die historischen Gebäude wurden im 19. Jahrhundert zerstört, da sie keinem Zweck mehr dienten. Das wohl auffälligste Überbleibsel der einst so großen Burg ist die Ruine des gotischen Bades der Libuše, einst die verteidigende Bastion der mittelalterlichen Burg.

Anreise nach Wyschehrad

Der einfachste Weg Wyschehrad zu erreichen ist die U-Bahn. Nach dem Ausstieg an der Haltestelle 'Vyšehrad', überqueren Sie die Esplanade vor dem Kongresszentrum. Am Ende führen Stufen zu der Na-Bucance-Straße. Folgen Sie dieser für zwei Häuserblocks, bis Sie zu Ihrer Rechten das Tábor-Tor sehen, den westlichen Eingang nach Wyschehrad.
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