Veitsdom

Katedrála svatého Víta
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Als größte und wichtigste Kirche der Tschechischen Republik steht der prunkvolle Veitsdom in den Mauern der Prager Burg und ist eines der besten Beispiele für Gotikarchitektur in Osteuropa. Der Bau begann im 14. Jahrhundert, wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert abgeschlossen.
Der Veitsdom in Prag
Veitsdom
Offiziell als Kathedrale der Heiligen Veit, Wenzel und Adalbert bekannt, ist diese Kirche, welche die Skyline Prags dominiert, der Sitz des Erzbischofs der Stadt und war für lange Zeit der Schauplatz der Krönungen tschechischer Adeliger.

Geschichte der Kathedrale

St.-Veits-Dom
Blick vom dritten Innenhof
929 wurde hier am früheren Standort eines heidnischen Tempels, welcher dem Gott der Fruchtbarkeit Svetovid geweiht war, eine Kirche errichtet. Der romantische Rundbau mit seiner Kuppel wurde von Fürst Wenzel I in Auftrag gegeben und dem Heiligen Veit geweiht. 1060, als die Diözese Prag gegründet wurde, wurde der Rundbau in eine dreischiffige Basilika mit zwei Türmen umgewandelt.

Bau der Kathedrale

Westfassade, Veitsdom, Prag
Westfassade
Der Bau der heutigen Kathedrale begann 1344. In jenem Jahr wurde Prag zur Erzdiözese ernannt, und König Johannes der Blinde entschied, eine größere Kirche zu errichten, die diesem Status würdig war. Der König verstarb zwei Jahre später, doch sein Nachfolger, König Karl IV, unterstützte das Prager Vorhaben und übergab dem französischen Meistersteinmetz Mathieu d'Arras die Leitung dieses ehrgeizigen Projekts.

Peter Parler

D'Arras verstarb im Jahre 1352 plötzlich und ließ den Großteil der Arbeit unerledigt. Sein Nachfolger, Peter Parler, war ein junger Bildhauer und Schnitzer aus Schwaben in Süddeutschland. Parler folgte Mathieus Plänen und legte auch selbst artistische Hand an. Das Ergebnis war ein ungewöhnlicher Gotikstil, der auch manchmal als Sondergotik bezeichnet wird, und sich in Einzelheiten signifikant von anderen gotischen Meisterwerken unterschied.

Kronleuchter, Veitsdom
Kronleuchter,
Wenzelskapelle

Goldenes Portal, Veitsdom, Prag
Goldenes Portal

Uhrturm der St.-Veits-Dom in Prag
Uhrturm
Als Parler verstarb, hatte er prächtigen Altarraum, die Wenzelskapelle und das Goldene Portal abgeschlossen. Seine Söhne übernahmen das Projekt und vollendeten 1399 den Uhrturm und das Querschiff. Der Bau verlangsamte sich und kam schließlich mit dem Ausbruch der Hussitenkriege 1419 vollends zum Stillstand. Der Turm wurde beim Großen Brand von 1541 teilweise zerstört, bald darauf allerdings wieder aufgebaut. 1770 fügte der italienisch-österreichische Architekt Nicolaus Pacassi eine Barockkuppel auf der Spitze des Turms hinzu.

Fertigstellung

Der Dom blieb unvollendet, bis eine Vereinigung besorgter Bürger sich 1844 in der Hoffnung, den Bau fertigzustellen, gründete. Das Bauwerk brauchte zu dieser Zeit auch viele Reperaturen. 1873 begann der Aufbau der Westfassade unter der Leitung Josef Mockers. 1899 wurde dieser von Kamil Hilbert abgelöst, welcher die Fertigstellung der Kirche 1929 leitete. Viele der Pläne Peter Parlers wurden während dieser abschließenden Phase verwendet.

Äußeres

Goldenes Portal

Vor der Westseite des Doms befindet sich das Goldene Portal (Zlatá brána), welches der Haupteingang des Doms war. Böhmische Adelige betraten die Kirche an Krönungstagen durch dieses Tor. Das bunte Mosaik über dem Portal wurde im 14. Jahrhundert von venezianischen Kunsthandwerkern hergestellt und zeigt das Jüngste Gericht.

Uhrturm

Der Uhrturm, welcher der höchste der Türme des Doms ist, ist von ganz Prag aus sichtbar. Die Turmspitze erreicht eine Höhe von 96,5 Metern. Das Interessanteste an diesem Turm ist seine Spitze: Während der Großteil des Turms, wie auch des Rests der Kathedrale, in gotischem Stil gehalten ist, ist der obere Teil in Renaissancestil, abgeschlossen mit einer Barockkuppel. Besucher, welche die 297 Stufen zur Spitze des Turms bezwingen, können die größte Kirchenglocke Osteuropas bestaunen und werden mit wunderschöner Aussicht über Prag belohnt.
Fensterrose, Veitsdom
Fensterrose

Westfassade

Die Westfassade (Front) des Veitsdoms wurde zwischen 1873 und 1929 in einem neugotischen Stil aufgebaut. Die große Rosette über dem Haupteingang des Doms wurde von František Kysela gestaltet. Das bunte Glasfenster, welches 1927 fertiggestellt wurde, zeigt Bibelszenen.

Inneres

Hauptschiff

Glasfenster Kyrill und Method , Veitsdom, Prag
Glasfenster
Kyrill und Method

Der Altarraum
Altarraum

St.-Wenzels-Grab, Veitsdom
St.-Wenzels-Grab

Die Krypta der St.-Veits-Dom
Krypta
Aufgrund seiner versteckten Lage im dritten und innersten Burghof der Prager Burg ist es schwer, eine gute Aussicht auf die Burg zu bekommen, doch im Hauptschiff – dem größten des Landes – wird die beeindruckende Größe der Kirche klar. Die großen bunten Kirchenfenster aus dem 20. Jahrhundert fluten das Gebäude mit Tageslicht. Einige echte Meisterwerke, darunter das Fenster mit Kyrill und Method, wurden von Alfons Mucha im Jugendstil kreiert.

Altarraum

Der Altarraum, erbaut von Peter Parler, ist eines der Highlights des Veitsdoms. Die ungemein hohe Decke mit einem wunderschönen Netzgewölbe wird von großen Strebebögen unterstützt. In der Mitte des Altarraums befindet sich ein königliches Mausoleum mit großen, pompösen Grabstätten, welche vom flämischen Bildhauer Alexander Colyn geplant und zwischen 1571 und 1589 für Ferdinand I und seine Gemahlin kreiert wurden. Ein weiteres beeindruckendes Grabmonument im Altarraum ist das Grab von Jan Nepomuk, einem tschechischen Märtyrer. Das spektakuläre Denkmal wurde 1736 vom österreichischen Architekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach geplant und von ihm aus zwei Tonnen Silber erstellt.

Wenzelskapelle

Die schönste der zahlreichen Kapellen im Veitsdom ist die Wenzelskapelle, welche dem Schutzpatron der Tschechischen Republik geweiht ist. Die Kapelle, welche sich in der Nähe des Goldenen Portals befindet, ist einer der prachtvollsten Teile der Kirche. Im 14. Jahrhundert über dem Grab des Heiligen Wenzel errichtet, ist diese Kapelle mit mehr als 1.300 Halbedelsteinen verschiedenster Art verziert. Fresken an der Wand zeigen Bibelszenen und erzählen vom Leben des Heiligen Wenzel.

Wenzel I wurde 921 Fürst von Böhmen. Ein Teil des Adels lehnten ihn allerdings als Fürst ab und unterstützten seinen Bruder Boleslav, der Wenzel 935 ermordete. Da Boleslav Heide war, wurde Wenzel von Christen bald als Märtyrer und Heiliger gefeiert.

Königliche Krypta

Stiegen führen in die Königliche Krypta, wo die Überreste böhmischer Adeliger begraben sind, darunter König Karl IV, Wenzel I und Rudolph II. Die Überreste wurden in den 1930ern hierher gebracht und in neuen Sarkophagen untergebracht. In der Krypta finden sich auch Überreste des Rundbaus aus dem 10. Jahrhundert, welcher hier von Wenzel I erbaut wurde.
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