Königliche Gärten

Královská Zahrada
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Die königlichen Gärten wurden im 16. Jahrhundert für die Adeligen, die auf der Prager Burg lebten, angelegt. Die landschaftlich gestalteten Gärten, in denen sich auch einige historische Gebäude befinden, wurden erst 2002 für die Öffentlichkeit geöffnet.
Am Standort der Gärten befand sich ein Weingut bevor Kaiser Ferdinand I dieses erwarb, um dort Gärten ausschließlich für seinen Hof anlegen zu lassen. Die Gärten wurden in einem italienischen Renaissancestil von einem
Königsgarten, Prag
Königliche Gärten
Architektenduo geplant: vom Deutschen Bonifác Wohlmut und dem Genuesen Paolo della Stella.

Die Gärten wurden nicht nur zur Entspannung durch den Hof genutzt, es wurden hier auch exotische Pflanzen kultiviert und es gab sogar ein Löwengehege, in dem exotische Tiere untergebracht waren. Eine der exotischen Pflanzen, die hier kultiviert wurden, waren die ersten europäischen Tulpen, welche 1554 aus der Türkei importiert wurden.

Geschichte der Gärten

Im Laufe der Jahre haben sich die Gärten gewandelt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden die Gärten stark beschädigt. Sie wurden nach dem Krieg in ihrem Renaissancestil wiedererrichtet, doch im 18. Jahrhundert wurden sie in Barockstil neu angelegt.

Ehemalige
Ehemalige Residenz
des Präsidenten
Die Gärten wurde während eines weiteren Kriegs Ende des 18. Jahrhunderts nochmals ruiniert; ein Theatergebäude wurde dabei zerstört. Im 19. Jahrhundert wurde ein großer Teil der Gärten neu geplant und in englischem Stil mit offenen Rasenflächen und weniger förmlichen Beeten ausgelegt. So sehen die Gärten auch heute noch aus.

Bis 2002 waren die Gärten jahrhundertelang für die Öffentlichkeit unzugänglich, doch nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurden die Gärten für Besucher geöffnet.

Belvedere

Belvedere, Königsgarten, Prag
Belvedere
In den Gärten befinden sich zahlreiche wichtige Gebäude. Dabei sticht wohl das Belvedere heraus, das auch als Lustschloss der Königin Anna oder Königliche Sommerresidenz (Královsky letohrádek) bekannt ist.
Das wunderschöne Renaissancebauwerk wurde als Lustschloss für Königin Anna, Gemahlin von Ferdinand I., errichtet. Es wurde von 1535 bis 1563 nach Plänen von Paolo della Stella gebaut. Nach della Stellas Tod 1552 stellten Hans Tirol und Bonifác Wohlmut das Gebäude fertig.
Vor dem Gebäude befindet sich ein italienisch anmutender Garten mit einem Springbrunnen in der Mitte. Der Brunnen, welcher 1568 gebaut wurde, ist als singende Fontäne bekannt, da die fallenden Tropfen singende Geräusche zu machen scheinen, zumindest wenn man sich direkt unter dem Becken befindet.

Ballspielhalle

Ballspielhalle, Königliche Gärten, Prag
Ballspielhalle
Ein weiteres interessantes Gebäude in den Gärten ist die Ballspielhalle (Míčovna). Sie wurde 1569 für den Nachfolger Ferdinands I, Kaiser Maximilian II, nach Plänen von Bonifác Wohlmut errichtet. Die Außenseite des Gebäudes ist mit schönem Sgraffito dekoriert.
Die Halle wurde für Sportveranstaltungen errichtet, doch wärend des 18. Jahrhunderts wurde es als Stall verwendet, danach als Armeelager.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude von Nazis abgebrannt. Es wurde in den 1950ern wiedererrichtet und wird heute für Musikveranstaltungen und Konferenzen genutzt.

Weitere Gebäude

Andere bemerkenswerte Gebäude in den Gärten sind die Orangerie und der frühere Präsidentenpalast, errichtet in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die Reitschule (Jízdárna), ein Barockgebäude, gestaltet von Jean-Baptiste Mathey, welches 1694 fertiggestellt wurde.
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