Kleinseitner Ring

Malostranské námĕstí
Bewertung
2 Stimmen
Seit er im Jahre 1257 angelegt wurde, war dieser Platz das Herzstück der Prager Kleinseite (Malá Strana), einem Viertel am Fuße der Prager Burg. Der Platz wird von der St.-Nikolaus-Kirche, einer beeindruckenden barocken Kirche in der Mitte des Platzes, dominiert.
Kleinseitner Ring, Prag
Kleinseitner Ring
Prächtige Häuser mit Renaissance- und Barock-Fassaden umranden den Kleinseitner Ring von allen Seiten. Im Mittelalter, als der Platz der Standort eines Marktes für die Prager Burg war, hatten die Gebäude ein gotisches Aussehen. Ein Feuer, das auf dem Platz ausbrach, zerstörte die meisten der Häuser. Sie wurden zunächst im Renaissancestil und später im Barockstil wieder aufgebaut. Letzterer ist nun vorherrschend, da nur wenige der originalen Renaissance-Fassaden ihr ursprüngliches Erscheinungsbild behielten. Einschließlich des U Mecenaše Haus und dem Rathaus der Prager Kleinseite.

St.-Nikolaus-Kirche

St.-Nikolaus-Kirche, Kleinseitner Ring, Prag
St.-Nikolaus-Kirche
Im Jahre 1673 bauten die Jesuiten eine Hochschule im Zentrum des Platzes. Zwölf Häuser, eine Schule und eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert mussten für das neue Gebäude aus dem Weg geräumt werden, das den Platz in zwei teilt. Die Jesuiten bauten neben der Hochschule eine der beeindruckendsten kirchlichen Gebäude in Prag: Die St.-Nikolaus-Kirche aus dem 18. Jahrhundert, welche eine ältere Kirche im gotischen Stil ersetzt hatte. Kilian Ignaz Dientzenhofer, der eine gleichnamige Kirche am Altstädter Ring errichtet hatte, entwarf ein kunstvoll barockes Meisterwerk, gekrönt mit einer 70 Meter hohen Kuppel.

Dreifaltigkeitssäule

Dreifaltigkeitssäule, Kleinseitner Ring, Prag
Dreifaltigkeitssäule
Im unteren Teil des Platzes befanden sich einst ein Pranger und ein Galgen. Es gibt hier keine Spuren mehr von diesen düsteren Symbolen des Mittelalters. Im oberen Teil des Platzes steht ein Denkmal, das das Ende einer Krankheit feiert, die die Stadt während des Mittelalters plagte: die Beulenpest. Nach einem späten Ausbruch, war diese Krankheit endlich unter Kontrolle und die Stadt beschloss eine Pestsäule zu errichten, um das Ende der Pest zu feiern.

Die Säule, die auch als Dreifaltigkeitssäule bekannt ist, wurde von Giovanni Batista Alliprandi entworfen. Das Denkmal, welches im Jahre 1715 erbaut wurde, besteht aus einem kleinen Brunnen, der von Putten umgeben ist. Ein großer Sockel stützt einen hochragenden Obelisken, der eine Höhe von ungefähr 20 Metern erreicht. Der Sockel ist mit Statuen dekoriert, die von Johann O. Mayer und Ferdinand Geiger kreiert wurden. Die Statuen repräsentieren Schutzheilige, darunter auch den hl. Wenzel und den hl. Johannes Nepomuk.

Bedeutende Gebäude

Das größte Gebäude am Kleinseitner Ring ist das Palais Liechtenstein (Lichtenštejnský palác), das die westliche Seite des Platzes einnimmt. Es wurde im Jahr 1621 für Karl von Liechtenstein errichtet. Für den Bau des Palais wurden fünf bereits bestehende Häuser umgebaut. Charles hatte einen Großteil seines Vermögens durch das Beschlagnahmen von Grundstücken von Protestanten angehäuft, die bei der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1620 geschlagen wurden.

Smiricky Palast, Kleinseitner Ring, Prag
Smiricky Palast
Der größte Palast auf der Nordseite des Platzes, von kleinen Türmen flankiert, ist der Smiricky Palast (Palác Smiřických), der ursprünglich im Renaissance-Stil um die Wende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde. Im Jahre 1763 wurde er im Spätbarockstil umgestaltet. Im Jahre 1618 war dies der Ort des zweiten Prager Fenstersturzes - als die Protestanten die Katholiken aus dem Fenster warfen - was zu der Schlacht am Weißen Berg führte.

Neben dem Smirický Palast steht der Sternberg Palast (Palac Šternberský) - nicht zu verwechseln mit dem größeren Sternberg Palast beim Burgplatz. Der linke, zurückweichende Teil des Gebäudes war ursprünglich als Bašta (Bastion) bekannt. Dies war der Ort, wo im Jahre 1541 ein verheerendes Feuer ausbrach, das die meisten Gebiete des Kleinseitner Rings sowie einen großen Teil der Burgstadt Hradschin (Hradčany) zerstörte.

Sternberg Palast, Kleinseitner Ring, Prag
Sternberg Palast
Nach dem Brand wurde das Haus im Renaissancestil neu erbaut. Giovanni Battista Alliprandi hat später das Haus in dem barocken Sternberg Palast integriert.

In der Nähe des Sternberg Palasts befindet sich, entlang der Ostseite, das ehemalige Rathaus der Prager Kleinseite. Es wurde im frühen 17. Jahrhundert im Hochrenaissance-Stil erbaut und ist mit einigen dekorativen Zwiebeltürmen gekrönt.
2888
prague
de
x
© 2017 www.aviewoncities.com