Karlsbrücke

Karlův most
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Die Karlsbrücke ist berühmt für ihre zahlreichen Heiligenstatuen, welche die Brücke auf ihrer ganzen Länge zieren. Jahrhundertelang war diese Brücke die einzige Verbindung zwischen Kleinseite am linken Ufer der Moldau und Altstadt auf der gegenüberliegenden Seite.
Karlsbrücke, Prag

Von der Brücke aus kann man eine beeindruckende Aussicht auf die vielen mittelalterlichen Türme, Kirchen und Palais Prags genießen. Vor allem der Blick auf die Kleinseite, welche von der Prager Burg dominiert wird, ist besonders sehenswert.

Geschichte

Statue von Johannes dem Täufer auf der Karlsbrücke in Prag
Johannes dem Täufer
Aufgrund seiner Position hat die Brücke eine wichtige Rolle in Prags Geschichte gespielt. 1648, am Ende des Dreißigjährigen Kriegs, wurden die einfallenden Schweden hier aufgehalten und 1744 am selben Ort die Preußen besiegt. Heute ist die Brücke oft überlaufen mit Touristen und Souvenirverkäufern, dennoch muss jeder Besucher Prags sie einmal gesehen haben.

Judithbrücke

Schon 1158, während der Herrschaft König Vladislavs II, wurde eine steinerne Brücke in der Nähe des Standorts der heutigen Karlsbrücke errichtet. Sie löste einen älteren Holzbau ab und war eine der ersten Steinbrücken in Europa nach dem Fall des Römischen Reichs. Die Brücke, welche 1172 fertiggestellt wurde, wurde Judithbrücke (Juditin most) genannt, nach Judith von Thüringen, Gattin Vladislavs II, welche den Bau der Brücke aktiv vorangetrieben hat. Die Brücke wurde während eines Hochwassers der Moldau 1342 zerstört.

Pragerbrücke

Karlsbrücke aus der Luft gesehen
Blick vom Klein-
seitner Brückentürme
1357 befahl König Karl IV den Bau einer neuen Brücke. Die Aufsicht über das Projekt bekam Peter Parler, der zu jener Zeit auch mit dem Bau des Veitsdoms begonnen hatte. Parler errichtete eine 502 Meter lange Brücke, etwas nördlich der früheren Judithbrücke. Auf 16 Bögen ruhte die Brücke, deren Breite es vier Gespannen zugleich erlaubte, die Brücke zu überqueren. Der Bau der Brücke wurde 1402 abgeschlossen. Mehr als drei Jahrhunderte lang (bis 1742) war diese Brücke die einzige permanente Verbindung zwischen den beiden Flussufern. Die Brücke war damals als Pragerbrücke oder Steinbrücke bekannt. Erst 1870 wurde sie, nach König Karl IV, als Karlsbrücke benannt.

Hinzufügen der Statuen

Die Karlsbrücke mit der Statue des hl Lutgardis auf der linken Seite und St. Catejan auf der rechten Seite
Skulpturengruppe der Hl. Lutgard
(links) und St. Cajetejan (rechts)
Die Karlsbrücke war am Anfang, bis auf ein hölzernes Kreuz in der Mitte, nicht dekoriert. Im 17. Jahrhundert wurde das Holzkreuz durch ein bronzenes Kruzifix ersetzt. Die erste Statue, die des Hl. Johannes Nepomuk, wurde 1683 hinzugefügt.
Die Statue wurde beliebt, daher wurden im frühen 18. Jahrhundert mehr als 20 weitere Statuen hinzugefügt. Noch mehr sollten folgen; die letzte wurde 1938 erstellt. Heute zieren 30 Skulpturen die Brücke.

Die Brücke Heute

Es ist schwer, sich das heute noch vorzustellen, doch für lange Zeit war die Karlsbrücke eine Hauptverkehrsstraße, auf welcher sogar eine Straßenbahn fuhr. 1950 wurde die Brücke für Fußgänger freigegeben. Heute tummeln sich fast immer Touristen und Staßenverkäufer auf der Karlsbrücke.

Die Statuen

Statue von St. Vitus auf der Karlsbrücke
St. Vitus
Die Karlsbrücke ist hauptsächlich aufgrund ihrer zahlreichen Barockstatuen bekannt, welche die Brüstung zieren. Viele der eigentlichen Statuen wurden durch Kopien ersetzt, da die hauptsächlich aus Sandstein bestehenden Skulpturen von den Elementen mitgenommen wurden oder während eines der zahlreichen Hochwasser der Moldau beschädigt oder gar weggeschwemmt wurden. Die Originale werden nun im Lapidarium, einem Museum im Prager Ausstellungsgelände, ausgestellt.

Nicht alle Statuen sind von herausragender Qualität, doch bei einigen handelt es sich um exzellente Kunstwerke, vor allem jene der böhmischen Künstler Ferdinand Brokoff und Matthias Braun. Folgend eine kurze Auswahl einiger der bemerkenswertesten Statuen.

Statue des Hl. Johannes von Nepomuk auf der Karlsbrücke
Johannes Nepomuk
Die Bronzestatue des Heiligen Johannes Nepomuk wurde 1683 von Matthias Rauchmüller und Jan Brokoff erstellt. Sie war die erste Statue auf der Brücke und es ist offensichtlich, warum diese Stelle gewählt wurde: 1393 wurde der damalige Erzbischof Nepomuk zu Tode gefoltert und seine Leiche von der Karlsbrücke geworfen. Reliefs unter der Statue zeigen dies. Das Berühren des Reliefs soll angeblich Glück bringen.

Eines der meistgepriesenen Werke auf der Brücke ist die Skulpturengruppe der Hl. Lutgard, welche 1710 von Matthias Braun geschaffen wurde. Sie zeigt die blinde flämische Nonne Lutgard, welcher der gekreuzigte Jesus in einer Vision erschienen ist.

In der Nähe der Brückentürme auf der Kleinseite befinden sich zwei wunderschöne Skulpturen von Ferdinand Brokoff, die 1714 erstellt wurden. Eine zeigt drei Heilige: Den hl. Johannes von Matha, den hl. Felig von Valois und den hl. Iwan. Gegenüber davon befindet sich eine Statue des hl. Veit. Sein Fuß wird von einem Löwen geleckt, der ihn in der Arena fressen sollte.

Brückentürme

Kleinseitner Brückentürme
Kleinseitner
Brückentürme
Der Zugang auf die Karlsbrücke wurde von Brückentürmen, welche sich an beiden Enden der Brücke befinden, aus geschützt. Der Turm auf der Altstädter Seite, bekannt als Altstädter Brückenturm, wurde zwischen 1370 und 1391 von Peter Parler errichtet.
Am anderen Ende der Karlsbrücke, auf der Kleinseite, befinden sich zwei Brückentürme. Der kleinere, der Judithsturm, wurde 1188 errichtet, um den Zugang zur Judithsbrücke zu bewachen. Der benachbarte höhere Turm wurde 1464 auf Befehl von König Georg von Podiebrad errichtet, der sich ein Gegenstück zum Altstädter Brückenturm wünschte.
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