Heinrichsturm

Jindřišská Věž
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Der Jindřišská věž (Heinrichsturm) ist ein historischer Glockenturm, ursprünglich im 15. Jahrhundert errichtet. Der im Jahr 2001 renovierte Turm umfasst nun ein Restaurant und eine Aussichtsplattform, von wo aus sich der weitreichende Ausblick auf die Stadt genießen lässt.

Geschichte

Jindřišská věž, Prag
Heinrichsturm
Mit einer Höhe von 65,7 Metern ist der Heinrichsturm der höchste frei stehende Glockenturm in Prag. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1475 zurück. Damals wurde er als hölzerner Glockenturm der Kirche St. Heinrich und Kunigunde (kostel sv Jindřich a Kunhuty) errichtet, die Gemeindekirche der Prager Neustadt.

Die heutige Version aus Stein wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut. Mehrmals wurde der Turm beschädigt: Zunächst durch die Schweden im Jahre 1648, dann 1757 durch die preußische Armee, und 1801 schließlich zerstörte ein Sturm das Turmdach.

1879 wurde der Turm von Josef Mocker restauriert, der auch die Kirche St. Heinrich und Kunigunde renovierte. Mocker verlieh sowohl der Kirche als auch dem Glockenturm deren aktuellen neugotischen Stil.

Im Turm

Kirche St. Heinrich und Kunigunde
Kirche St. Heinrich
und Kunigunde
2001 wurde der Turm abermals restauriert. Dieses Mal wurden die Außenmauern intakt belassen, der Innenraum allerdings vollständig modernisiert. Die zehn Stockwerke des Turms sind nun sowohl über eine Treppe als auch per Fahrstuhl zugänglich.

Das Obergeschoss bietet eine Aussichtsplattform, von wo aus sich die großartige Aussicht auf den historischen Prager Stadtkern genießen lässt. Direkt darunter wird der 7. bis 9. Stock von einem Restaurant vereinnahmt, das sich bezeichnenderweise Zvonice (Glockenstuhl) nennt. Der 6. Stock beherbergt ein kleines Museum, das die Geschichte der über 100 Türme Prags beleuchtet. Zudem umfasst der Turm ein Café im Erdgeschoss, eine Whiskybar und zwei Stockwerke voller Ausstellungsfläche.

Glockenspiel

Die ursprünglichen Glocken des Turms wurden im Krieg beschlagnahmt und eingeschmolzen – mit Ausnahme der ältesten Glocke namens „Maria“. Diese 723 kg schwere Glocke wurde 1518 gegossen und ist nun im Restaurant des Turms ausgestellt.

2003 wurde im Turm ein Glockenspiel mit zehn neuen, kleineren Glocken installiert, welche von Petr Rudolf Manousek gegossen wurden. Die Glocken unter dem Turmdach sind nach all den zahlreichen Glocken benannt, die einst im Turm heimisch waren, aber verloren gingen oder eingeschmolzen wurden. Im Stundentakt spielt das Glockenspiel eine aus über 1000 vorprogrammierten Melodien. Anders als bei den meisten Glockenspielen sind die Melodien nur im Inneren des Turms hörbar.
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