Altstädter Ring

Staromĕstské Námĕstí
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Gemeinsam mit den umliegenden Plätzen bildet der Altstädter Ring das Herz der Stadt Prag. In dieser lebhaften Gegend finden sich viele prächtige Gebäude in verschiedenen Architekturstilen, von Gotik bis hin zu Barock.
Altstädter Ring, Prag
Altstädter Ring
Im 14. Jahrhundert expandierte die Stadt, die um die Prager Burg erbaut wurde, zum rechten Moldauufer. Die Geschichte des Altstädter Rings reicht sogar noch weiter zurück: schon im Jahre 1091 befand sich an dieser Stelle ein Markt.

Der Ring sowie die umgebenden Straßen sind Fußgängerzonen. Während der Sommermonate trifft man hier auf Touristen, die sich mit einem Bier auf den Terrassen der zahlreichen Cafés entspannen, umgeben von vielen bemerkenswerten mittelalterlichen Gebäuden. Das gesamte Viertel wird von einer großen Anzahl farbenfroher Häuser, Paläste und Kirchen umgeben. Einige der auffälligsten Gebäude sind das Altstädter Rathaus, welches für seine astronomische Uhr berühmt ist, die Teynkirche, der Kinský-Palast und die Sankt-Nikolaus-Kirche.
Altstädter Rathaus, Altstädter Ring, Prag
Altstädter Rathaus

Altstädter Rathaus

Das bekannteste Gebäude am Altstädter Ring ist wohl das Altstädter Rathaus, das im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Sein gotischer Turm, der 1364 errichtet wurde, ist eines der bekanntesten Gebäude Prags.

Der Turm ist berühmt für seine einzigartige astronomische Uhr, die 1410 konstruiert wurde. Sie ist die älteste derartige Uhr in Europa. Jede Stunde versammeln sich Touristen vor der Uhr, um die Prozession der Miniaturfiguren zu beobachten.

Sankt-Nikolaus-Kirche

Sankt-Nikolaus-Kirche, Altstädter Ring, Prag
Sankt-Nikolaus-Kirche
Im Norden des Platzes befindet sich die Sankt-Nikolaus-Kirche, die im 18. Jahrhundert errichtet wurde. Sie ist eine der schönsten Barockkirchen in Prag und vor allem innen höchst sehenswert.

Unter den anderen Gebäuden auf dieser Seite des Rings befindet sich ein reich dekoriertes Gebäude im Jugendstil. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts für ein Versicherungsunternehmen errichtet, später aber von der Regierung verwendet.
Teynkirche und Teynschule, Altstädter Ring
Teynkirche und
Teynschule

Teynkirche

Die Teynkirche ist dank ihrer vielen Turmspitzen die wohl bekannteste Kirche Prags. Im 14. Jahrhundert wurde mit der Konstruktion der gotischen Kirche begonnen, die Türme wurden allerdings erst 1511 abgeschlossen. Vor der Kirche befindet sich die historische Teynschule, ein gotisches Gebäude, welches Zugang zur Kirche bietet.

In der Nähe befindet sich ein weiteres interessantes, gotisches Gebäude: Das Haus zur steinernen Glocke. Das Gebäude hatte eine Barockfassade, die allerdings 1980 entfernt wurde, um dem Gebäude sein altes Aussehen aus dem 14. Jahrhundert wiederzuverleihen. Bemerkenswert sind hier die wunderschönen gotischen Fenster.

Palais Kinský

Das Haus zur steinernen Glocke, Altstädter Ring, Prag
Palais Kinský (links) und Haus
zur steinernen Glocke (rechts)
Links vom Haus zur steinernen Glocke befindet sich das Palais Goltz-Kinský, ein prunkvolles Gebäude mit Rococo-Fassade. Das Gebäude, das von der Goltz-Familie errichtet wurde, wurde von Kinský, einem Diplomaten des Wiener Hofes, aufgekauft. Im Februar 1948 hielt der kommunistische Führer Klement Gottwald vom Balkon dieses Palastes eine Rede, die zur Proklamation eines kommunistischen Staates führen sollte.

Südseite des Rings

Südseite Altstädter Rings
Der Südseite des Altstädter Rings
Die Südseite des Platzes besteht aus einer Reihe von wunderschönen Gebäuden mit farbenfrohen Renaissance- und Barockfassaden. Einige der bemerkenswertesten Gebäude sind beispielsweise das Štorch-Haus, ein Renaissancegebäude mit einem Gemälde des heiligen Wenzel und 'Zum steinernen Tisch', ein schönes Beispiel für Barockarchitektur.

Andere Gebäude tragen Namen wie 'Zum goldenen Einhorn', 'Zum steinernen Widder', 'Zum roten Fuchs' oder 'Zum blauen Stern'. Diese Namen beziehen sich oft auf Zeichen oder Plaketten. Der erwähnte 'steinerne Widder' ist beispielsweise nach einem Steinrelief auf der Fassade, welches eine Jungfrau mit einem Widder zeigt, benannt. Die Namen hatten einen Zweck: da Häuser früher nicht nummeriert wurden, mussten sie anhand ihrer Namen identifiziert werden.

Jan-Hus-Denkmal

Jan-Hus-Denkmal, Altstädter Ring, Prag
Jan-Hus-Denkmal
In der nordöstlichen Ecke des Platzes befindet sich das große Jan-Hus-Denkmal, welches 1915 anlässlich des 500. Jahrestages der Verbrennung des Reformators auf dem Scheiterhaufen errichtet wurde. Jan Hus, der 1369 geboren wurde, war nicht nur Reformator, sondern auch tschechischer Nationalist. Er wurde 1415 beim Konzil von Konstanz zum Ketzer erklärt.

Das Denkmal zeigt die Verfolgung tschechischer Nationalisten und ihren Wiederaufstieg 200 Jahre später, mit Jan Hus im Mittelpunkt.
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