St. Martin-in-the-Fields

St. Martin in den Feldern
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An der Nordostseite des Trafalgar Square steht eine der bekanntesten Kirchen Londons: St. Martin-in-the-Fields. Der Entwurf der Kirche aus dem 18. Jahrhundert hatte bedeutende Auswirkungen auf die Kirchenarchitektur in der ganzen Welt.
St. Martin-in-the-Fields, London
St. Martin-in-the-Fields Kirche
St. Martin-in-the-Fields
Bereits im frühen 13. Jahrhundert stand hier eine Kirche. 1542 wurde sie zur Amtszeit Heinrichs VIII. wiederaufgebaut. Heute steht St. Martin-in-the-Fields an einem der belebtesten Plätze Londons – damals allerdings war es die Pfarrkirche einer weiträumigen ländlichen Gegend voller Felder und Wiesen, woher auch der Name der Kirche rührt. Die heutige Kirche wurde zwischen 1721 und 1726 als Ersatz für die verfallene mittelalterliche Kirche errichtet.

Der Entwurf

Die Kirche wurde vom schottischen Architekten James Gibbs entworfen, der in Rom bereits für den renommierten Architekten Carlo Fontana gearbeitet hatte.

Gibbs war der Erste, der erfolgreich eine palladianische Tempelfassade mit einem Kirchturm in mittelalterlichem Stil kombinierte. Der Kirchturm steht in ausgezeichneter Proportion zu dem herrlichen korinthischen Portikus. Zunächst sorgte Gibbs Entwurf für Kontroverse, entwickelte sich aber rasch zum Vorbild für viele weitere Kirchen, insbesondere in den britischen Kolonien in Nordamerika.

St. Martin-in-the-Fields Innenraum
Innenansicht

Orgel, St. Martin-in-the-Fields
Die Orgel
Der Innenraum ist berühmt für die wunderschöne Gipsarbeit an der tonnengewölbten Decke, eine Arbeit Giovanni Battista Baguttis und Chrysostom Wilkins. Außen lohnt sich ein genauerer Blick auf den herrlichen Turm, der klare Inspiration aus den Kirchtürmen Christopher Wrens zieht. Der eigentlich Star aber ist der monumentale Portikus. Sein Giebeldreieck wird von acht riesigen korinthischen Säulen getragen. Auf der anderen Seite der Kirche stehen zwei weitere Säulen und erwecken den Eindruck eines Portikus, der sich um die gesamte Kirche zieht.

Königliche Vorgeschichte

St. Martin-in-the-Fields ist die offizielle Pfarrkirche des Buckingham Palace und des St. James's Palace. George I. war hier sogar Kirchenvorsteher. In und an der Kirche finden sich zahlreiche Hinweise auf diese königliche Vorgeschichte: Links neben dem Hauptaltar steht sich die Bank für die Royalität, und das Königswappen des Vereinten Königreichs ziert die Decke. Auch ein großes Relief am Giebeldreieck stellt das königliche Wappen dar.

Die Krypta

Für gewöhnlich erwartet man wenig Leben in einer Gruft, doch die Krypta unter St. Martin-in-the-Fields ist etwas anders: Hier befindet sich ein Restaurant – das „Café in the Crypt“ - und ein Souvenirgeschäft. Die von der Nordseite zugängliche Krypta wird zudem genutzt, um Wechselausstellungen moderner Kunst abzuhalten. Für eine kleine Gebühr kann man sich hier auch am sogenannten Brass Rubbing versuchen, einer Abbildungstechnik zur Übertragung von Messingornamenten auf Papier mit Kreide, die in viktorianischen Zeiten sehr beliebt war. Die Abbildungen auf Papier wurden gerne als Souvenirs behalten. Die Kirche besitzt eine Sammlung aus über einhundert solcher Abbildungen von Messingarbeiten.
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