Queen's House

Haus der Königin
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Das Queen's House (Haus der Königin) wurde zwischen 1616 und 1638 für Anna von Dänemark errichtet, die königliche Gemahlin Jakobs I. Das Haus enthält eine Sammlung von Gemälden des National Maritime Museum.

Geschichte

Das Haus der Königin in Greenwich, London
Queen's House

Das Queen's House vom Greenwich Park aus gesehen, London
Aussicht vom Greenwich Park
Da sich Königin Anna von Dänemark mit dem alten Placentia Palast in Greenwich unzufrieden zeigte, beauftragte ihr Ehemann Jakob I. den Chefaufseher der königlichen Bauten Inigo Jones mit dem Bau eines neuen Sommerhauses in der Nähe des alten Palastes. Jones war erst kürzlich von einer Italienreise zurückgekehrt, was ihn dazu inspirierte, das erste palladianische Gebäude Englands zu errichten – ein stark klassizistisch geprägter Architekturstil.

1616 begannen die Bauarbeiten am Haus. Als Königin Anna allerdings drei Jahre später verstarb, wurde das Gebäude unfertig belassen. Erst 1632 wurde der Bau fortgesetzt, als König Karl I. beschloss, das Haus für seine Frau Henrietta Maria von Frankreich fertigzustellen. Vollendet wurde das Haus schließlich im Jahr 1638 von John Webb, dem Assistenten und Schwiegersohn von Inigo Jones.

Das Queen's House wurde nur sporadisch von der königlichen Familie genutzt, deren bevorzugte Residenz der deutlich größere Hampton Court Palast war. 1690 wurde das Haus zum Sitz des Ranger des Greenwich Park. 1806 spendete König Georg III. das Haus dem Royal Naval Asylum, einer Schule für verwaiste Kinder gefallener Militärangehöriger. 1933 wurde die Schule verlegt, das Haus restauriert und vier Jahre später, 1937, als National Maritime Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Architektur

Südfassade des Queen's House in Greenwich
Südfassade

Kolonnaden, Queen's House
Die Kolonnaden

Blick von der Loggia des Queen's House, Greenwich
Blick von der Loggia

Große Saal, Haus der Königin, Greenwich
Große Saal
Das Queen's House übte starken Einfluss auf die englische Architektur aus. Es war das erste neoklassische Bauwerk des Landes und stand in starkem Kontrast zur damals vorherrschenden elisabethanischen Architektur, die sich häufig durch Rondelle und Türme auszeichnete.

Der Entwurf des Gebäudes wirkt schlicht aber elegant, mit rechteckigem Grundriss und nur zwei Stockwerken, die von einem Dach mit Balustraden gekrönt sind. Die Südseite war als Hauptfassade konzipiert und trägt im ersten Stock eine Loggia mit ionischen Säulen und Aussicht auf den Greenwich Park. Die flussseitige Fassade umfasst eine breite Doppeltreppe. Die offenen Kolonnaden, die das Haus mit den Nebengebäuden verbinden, wurden erst deutlich später im Jahre 1807 nach Entwürfen von Daniel Alexander errichtet.

Innenraum

Der Haupteingang an der Nordseite führt geradewegs in den großen Saal, einen perfekten Würfel von zwölf Meter Kantenlänge. Der herrliche schwarz-weiß gemusterte Marmorfußboden wurde von Nicholas Stone gelegt, dem Maurermeister Karls I. Die Decke wurde zwischen 1636 und 1638 durch Gemälde aus der Hand Orazio Gentileschis verziert. Unglücklicherweise wurden die Gemälde 1708 entfernt und zieren nun Marlborough House.

Auf der linken Seite liegt die Tulpentreppe, die erste freitragende Treppe Englands. Benannt ist sie nach den Blumenverzierung am eisernen Handlauf, obgleich diese vermutlich Lilien darstellen. Das Motiv der Lilie ist ein Symbol Frankreichs und taucht auch im Queen's Cabinet auf, wo es mit Akanthuslaub verflochten ist – neben königlichen Monogrammen, welche die Heirat des Königs Karl I. und Henrietta Maria von Frankreich symbolisieren. Der interessanteste Raum ist wohl das Schlafzimmer der Königin – verziert mit einem Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, welches das Originalgemälde aus dem Jahr 1640 ersetzte. Gemäß dem Titel “Aurora Dispersing the Shades of Night” stellt es die römische Göttin der Morgenröte dar, die die Schatten der Nacht vertreibt.

Kunstgalerie

Schlacht von Trafalgar, Haus der Königin, Greenwich
Schlacht von Trafalgar
Das Queen's House war der ursprüngliche Standort des National Maritime Museum. Die Hauptsammlung des Museums liegt nun in einem getrennten, größeren Gebäude, doch eine erlesene Auswahl aus Seefahrtsgemälden lässt sich noch heute im Queen's House bewundern. Die Gemälde stellen die glorreiche Geschichte der Royal Navy dar, zeigen Szenen von Seeschlachten und Porträts englischer Helden. Das berühmteste Werk ist die „Schlacht von Trafalgar“, ein großes Leinwandgemälde von Joseph Mallord William Turner. Das Gemälde wurde im Jahr 1822 von König Georg IV. in Auftrag gegeben, der es für den Prunksaal im St. James's Palace im Sinn hatte.
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