Burlington Arcade

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Die Burlington Arcade ist die berühmteste und prächtigste der überdachten Einkaufspassagen, die im 19. Jahrhundert in den noblen Stadtteilen St. James's und Mayfair eröffnet wurden.
Burlington Arcade, London
Burlington Arcade
Überdachte Einkaufspassagen waren die Vorgänger von exklusiven Einkaufszentren und tauchten erstmals im Paris des frühen 19. Jahrhunderts in großer Zahl auf. Sie hielten Verkehr und schlechtes Wetter von den Kunden fern und erwiesen sich daher im regnerischen London als ebenso beliebt. Diese Passagen beherbergten edelste Läden, die fast ausschließlich dem gehobenen Klientel vorbehalten waren.

Geschichte

Dass Burlington Arcade überhaupt das Licht der Welt erblickte, hat einen ungewöhnlichen Grund: Alles begann, als Lady Cavendish (die mit ihrem Ehemann Lord George Cavendish im Burlington House lebte) es eines Tages leid war, dass Passanten Abfälle in ihren Garten warfen. So wurde eine Mauer errichtet, um den langen, schmalen Garten von der Straße zu trennen. Viel Abhilfe schuf das allerdings nicht, denn die Leute warfen ihren Müll schlichtweg über die Mauer. Also beauftragte Lord Cavendish den Architekten Samuel Ward mit dem Bau einer überdachten Einkaufspassage.

Piccadilly Fassade, Burlington Arcade, London
Piccadilly Fassade
Ward ließ sich von den bereits bestehenden gedeckten Passagen in Paris inspirieren und schuf eine Passage mit einem Glasdach und 72 elegant gestalteten Ladenfassaden aus Mahagoni. Der Bau begann 1818, die Eröffnung erfolgte im Jahr darauf. Seitdem hat sich nur wenig geändert, abgesehen von der überschwänglichen Fassade an der Piccadilly Street (1911 von Arthur Beresford Pite angefügt) und dem Steinboden, der ursprünglich aus Holz bestand.

Im Krieg wurde Burlington Arcade im Bombenhagel beschädigt, in den 1950ern aber vollständig restauriert.

Geschäfte

Burlington Arcade von innen, London
Innenraum
Seit jeher war Burlington Arcade eine Anlaufstelle der anspruchsvollsten Kunden. Viele der Geschäfte besitzen die königliche Urkunde für Hoflieferanten, beliefern also die britische Königsfamilie. Die Geschäfte sind besonders exklusiv, und große Ladenketten sucht man hier vergeblich. Hauptsächlich werden hier Luxusartikel verkauft, darunter Lederwaren, Uhren, Schuhe, Highend-Kameras, Schmuck, Accessoires, Parfüm und Geschenkartikel.

Beadles

Im London des frühen 19. Jahrhunderts gab es keinen Polizeiapparat, sodass es auf den Straßen extrem unsicher war. Um den Kunden dieser Passage eine sichere Umgebung zu bieten, beschloss Lord Cavendish, ehemalige Mitglieder seines Regiments aus sogenannten Hussiten mit der Wahrung der Ordnung zu beauftragen. Diese privaten Wachen namens „Beadles“ (Büttel) existieren noch heute. Man erkennt sie an ihrer Garderobe mit Frack und Zylinder. Zu den verbotenen Dingen, die sie verhindern sollen, gehören Singen, Pfeifen, Laufen oder auch das Öffnen eines Regenschirms. Früher standen an jedem Ende der Burlington Arcade Sessel, auf denen sie sich ausruhen konnten, doch die Büttel von heute genießen diesen Luxus nicht mehr.

Andere Passagen

Royal Arcade, London
Royal Arcade
Burlington Arcade ist keinesfalls die einzige Einkaufspassage in der Gegend. Direkt gegenüber liegt Piccadilly Arcade, eine überdachte Passage, die fast ein Jahrhundert später im Jahr 1909 eröffnet wurde. Die Royal Arcade zwischen Albemarle Street und Old Bond Street wurde 1880 eröffnet. Auch Princes Arcade liegt in Piccadilly. Sie ist seit 1933 im Geschäft und verbindet Piccadilly mit der Jermyn Street. Etwas weiter südöstlich zwischen Pall Mall und Charles II Street liegt die älteste Einkaufspassage London, die Royal Opera Arcade. Eröffnet wurde sie 1815 und wird von herrlichen, kreisrunden Oberlichtern erleuchtet.
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