Brompton Cemetery

Friedhof Brompton
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Brompton Cemetery ist ein Friedhof aus dem viktorianischen Zeitalter in Südwest-London. Obwohl sich hier kaum berühmte Namen finden, gehört der Friedhof zu den interessantesten der Stadt und ist voller wunderschöner Grabsteine und Denkmäler.
Brompton Cemetery, London
Brompton Cemetery

Grand Circle, Brompton Cemetery, London
Grand Circle

Kapelle, Brompton Cemetery, London
Die Kapelle
Der 16,5 Hektar große Friedhof wirkt vielmehr wie ein mit Denkmälern übersähter Park, und Anwohner nutzen ihn gerne für Spaziergänge oder als Abkürzung zwischen Earl's Court und Chelsea. Der Friedhof glänzt auch durch seine ungewöhnlich reiche Tier- und Pflanzenwelt.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert erfuhr London einen raschen Bevölkerungszuwachs. Die hygienischen Bedingungen waren oft entsetzlich, was zum häufigen Ausbruch von Seuchen führte. Als Abhilfe wurde unter anderem vorgeschlagen, Begräbnisse innerhalb der Stadt abzuschaffen und große Friedhöfe außerhalb des Stadtkerns anzulegen. Brompton Cemetery, damals als West of London and Westminster Cemetery bekannt, war der erste dieser Friedhöfe.

Gegründet wurde er von der West London and Westminster Cemetery Company, die einen prächtigen Friedhof mit herrlichen Denkmälern vor Augen hatte. 1838 veranstaltete die Gesellschaft eine Ausschreibung zum Entwurf des Friedhofs, aus der Benjamin Baud als Gewinner hervorging. Sein Plan sah einen förmlichen Grundriss mit einer breiten zentralen Allee und mehreren großen Bauwerken vor, von denen einige aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Friedhofsgesellschaft leider nie gebaut wurden.

Der Friedhof wurde im Jahr 1840 eröffnet. 1850 wurde ein Gesetzt verabschiedet, das der Regierung die Verstaatlichung von Friedhöfen gestattete. Als das Gesetzt bereits 1852 außer Kraft gesetzt wurde, war lediglich Brompton Cemetery verstaatlicht worden und ist bis heute der einzige öffentliche Friedhof in Staatsbesitz.

Gestaltung des Friedhofs

Grab von Frederick Leyland, Brompton Cemetery, London
Grab von Frederick Leyland
Der Friedhof ist im Stil eines förmlichen französischen Gartens angelegt, mit einer Hauptachse und rechteckigen Abschnitten, die wie Parterres um Rondelle angeordnet sind.

Brennpunkt des Brompton Cemetery ist eine achteckige, überkuppelte Kapelle, die dem Petersdom in Rom nachempfunden sein soll. Die Katakomben und der Grand Circle vor der Kapelle erinnern an den Petersplatz. Eine weitere Besonderheit des Friedhofs ist sein prachtvoller Eingang, der in Form eines Triumphbogens errichtet wurde.

Gruften und Gräber

Grab von John Jackson, Brompton Cemetery, London
Grab von John Jackson

Grab von John Snow, Brompton Cemetery, London
Grab von John Snow

Grab von Robert Coombes, Brompton Cemetery, London
Grabmonument von
Robert Coombes
Über 200.000 Menschen liegen hier begraben, und der Friedhof umfasst mehr als 30.000 Grabmäler. Unglücklicherweise sind viele Grabmäler renovierungsbedürftig, und zu viele sind Vandalismus zum Opfer gefallen. Nichtdestotrotz gibt er hier noch zahlreiche interessante Gräber zu besichtigen, und die zerbröckelnden Skulpturen und Gebäude haben zweifellos einen gewissen Charme.

Die eindrucksvollsten Grabmäler des Friedhofs liegen im nördlichen Abschnitt nahe der Hauptallee, doch der Grand Circle in der Südhälfte ist mit seinem Wald aus Kreuzen – viele davon in keltischem Stil – ebenso faszinierend.

Nach einigen Grabmälern lohnt es sich, Ausschau zu halten – darunter das Grab des berühmten Boxers John „Gentleman“ Jackson, auf dem eine riesige Statue eines zurückgelehnten Löwen steht. Ein weiteres großes Grab ist das des Reeders Frederick Leyland. Sein Grab wurde von Edwar Burne-Jones entworfen und ähnelt einem mittelalterlichen Schrein, wunderschön in ein schmiedeeisernes Gitter aus Waldlilien eingearbeitet.
Das Grabmal des Ruderweltmeisters Robert Coombes trägt ein Boot mit zerbrochenen Rudern. An jeder Ecke des Denkmals steht eine von vier Figuren von Ruderchampions.

Weitere bemerkenswerte Namen sind die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst, John Snow (der Arzt, der den Zusammenhang zwischen verunreinigtem Wasser und Cholera entdeckte), Henry „Gus“ Mears (Gründer des Fußvallvereins Chelsea, dessen Heimspielstätte Stamford Bridge in unmittelbarer Nähe des Friedhofs liegt), Fanny Brawne (die Verlobte von John Keats), Reginals Warneford (der erste Pilot, der einen Zeppelin abschoss) und Samuel Sotheby (Auktionator und Antiquar).

Auch zahlreiche Soldaten sind auf dem Friedhof beerdigt – es gibt hier sogar einen separaten Bereich, der ausschließlich Militärgräber umfasst. Im Zentrum steht ein großes weißes Kreuz zu Ehren der Brigade of Guards. Ein weiteres Denkmal, ein großer Obelisk, gedenkt den über 2500 Pensionären des Royal Hospital Chelsea (eines Alten- und Pflegeheims für Soldaten), die hier begraben sind.
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