Széchenyi-Heilbad

Széchenyi gyógyfürdő
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Das Széchenyi fürdő (Széchenyi-Bad) ist das größte unter vielen Kurbädern in Budapest, genau genommen sogar das größte solche Bad in Europa. Die Innenbecken befinden sich in einem prunkvollen neubarocken Gebäude.
Széchenyi-Bad, Budapest
Széchenyi-Bad

Außenbecken, Széchenyi-Bad, Budapest
Außenbecken

Der Francsek-Flügel, Széchenyi-Bad, Budapest
Francsek-Flügel
Dank der heißen Quellen, die unterirdisch entdeckt wurden, sind die Becken des Széchenyi-Bads auf natürliche Weise erwärmt.

Heiße Quellen

Die Ursprünge des Széchenyi-Heilbads reichen bis ins Jahr 1868 zurück, als der Bergbauingenieur Vilmos Zsigmondy auf der Suche nach einer Thermalquelle Bohrungen im Stadtwäldchen in die Wege leitete. Es war nicht sein erstes Projekt dieser Art: Nur ein Jahr zuvor hatte er 120 Meter unter der Margareteninsel eine Quelle aufgespürt. Diese hier erwies sich aber als deutlich schwieriger: Nach zehn Jahren erfolgloser Bohrungen wurde erst im Jahr 1878 eine artesische Thermalquelle entdeckt – in einer Tiefe von 970 Metern.

Das Badehaus

Bald nach der Entdeckung beschloss der Stadtrat die Eröffnung eines Badehauses an der fraglichen Stelle, welches 1881 seine Tore öffnete. Das Gebäude, damals als artesisches Bad bekannt, wurde schon bald für unzureichend erachtet, und man schmiedete Pläne für eine große Heilbadanlage. 1903 entwarf der Architekt Győző Czigler Pläne für ein neues Gebäude. Als die Bauarbeiten schließlich 1909 begannen, war Czigler bereits verstorben. Die Aufsicht über den Bau wurde an Ede Dvorák und Kálmán Gerster übertragen, die Cziglers monumentalem Entwurf treu blieben.

Statue im Außenbeckenbereich,  Széchenyi-Heilbad, Budapest
Statue im
Außenbeckenbereich

Haupteingang des Széchenyi-Bad in Budapest
Haupteingang

Zentaurbrunnen, Széchenyi-Heilbad
Zentaurbrunnen

Decke Mosaik, Széchenyi-Bad
Decke Mosaik
Die neue Kurbadanlage wurde 1913 als Széchenyi gyógyfürdő (Széchenyi-Heilbad) eröffnet, in Gedenken an István Széchenyi, einen Staatsmann des 19. Jahrhunderts. 1927 wurde die Anlage erweitert, doch schnell wurde klar, dass eine einzige Thermalquelle unzureichend war, um all die neuen Becken mit Wasser zu versorgen. Die Bohrarbeiten wurden also wiederaufgenommen, was im Jahr 1938 zur Entdeckung einer weiteren Thermalquelle führte – dieses Mal in einer Tiefe von 1200 Metern.

Im Jahr 1999 wurden die Becken renoviert. Um das Heilbad auf aktuellem Stand zu halten, wurde zudem neue Ausstattung wie Nackenduschen und ein Whirlpool installiert.

Das Gebäude

Das Hauptgebäude des Széchenyi-Heilbads, der Czigler-Flügel, ist schier eindrucksvoll. Die Frontfassade wird von drei großen, überkuppelten Pavillons vereinnahmt und erinnert eher an einen Palast als an ein Badehaus. Das Dach des Eingangssaals ist mit Bronzestatuen galoppierender Pferde dekoriert, und riesige korinthische Säulen flankieren die Eingänge.

Der 1927 errichtete Francsek-Flügel an der Nordseite, gegenüber dem Czigler-Flügel, schmiegt sich in einer Rundung um die Becken. Der Neorainessance-Entwurf von Imre Francsek ist ebenso stattlich und präsentiert sich mit Säulenbögen und Loggias. Die Balustraden am Dach sind mit Statuen und Ornamenten verziert.

Auch der Außenbeckenbereich ist mit Statuen, Balustraden und Schalen ausgestaltet, und sogar Brunnen finden sich nahe den Becken.

Das Innere ist ebenso beeindruckend, insbesondere der Haupteingangspavillion des Czigler-Flügels: Er trägt eine mosaikverzierte Kuppel, die den Sonnengott Helios in einem vierspännigen Triumphwagen darstellt. Im Saal steht ein Brunnen mit einer faszinierenden Statue eines Zentauren. Der Brunnen wurde vom ungarischen Bildhauer József Róna erschaffen, der wohl am besten für seine Statue von Prinz Eugen am Burgpalast bekannt ist.

Die Bäder

Das Bad umfasst insgesamt 15 Innen- und drei Außenbecken. Hinzu kommen zehn Saunas und Dampfbäder im Gebäude.

Dank der beiden Thermalquellen, die Wasser mit einer Temperatur zwischen 74 und 77°C bereitstellen, sind die Außenbecken das ganze Jahr über geöffnet. Jedes der drei Außenbecken hat eine andere Wassertemperatur: Das Mittlere ist ein Schwimmbecken mit einer Temperatur von ca. 27°. Das Abenteuerbecken, ein seichtes Becken mit Massagedüsen, hat eine Temperatur von ca. 33°. Das dritte und heißeste Becken wiederum enthält Mineralwasser und ist 38° warm. In diesem Becken lassen sich Leute oft beim Schachspielen beobachten, bis zur Brust im Wasser. Sogar der ehemalige Weltmeister Bobby Fisher hat hier gespielt.

Die Innenbecken werden häufig für medizinische Zwecke genutzt. Das Wasser der Quellen enthält viele Mineralien und wird Menschen mit Gelenk- oder Muskelschmerzen besonders empfohlen.
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