Pariser Hof

Párisi Udvar
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Der Párisi udvar (Pariser Hof) ist eine prunkvolle Einkaufsgalerie in Budapest. Im frühen 20. Jahrhundert in gemischtem Stil erbaut, besitzt sie ein spektakuläres Glasdach und ist mit vielen Skulpturen dekoriert.
Pariser Hof, Budapest
Pariser Hof

Brudernhaus, Budapest
Brudernhaus

Detail des Äußeren des Pariser Hofs in Budapest
Detail des Äußeren
Die Arkade vereinnahmt die ersten beiden Stockwerke des Brudernhauses, eines ansprechenden siebenstöckigen Gebäudes, das von zwei kleinen, kunstvollen Türmen betont wird.

Geschichte

Die erste Arkade

Der Haupteingang des Pariser Hofs liegt sehr zentral am Ferenciek tere, einem der ältesten Plätze Budapests. Im Jahr 1817 – in einer Zeit, in der diese Gegend zu den Belebtesten der Stadt gehörte – beschloss József Brudern, hier ein großes Geschäft zu errichten. Das Gebäude namens Brudern-has (Brudernhaus) wurde vom ungarischen Architekten Mihály Pollack entworfen. Im Inneren lag eine Einkaufsgalerie nach dem Vorbild der Passage des Panoramas, einer glasüberdachten Passage in Paris. Vermutlich daher war das Haus auch als Párisi-haz (Parishaus) bekannt.

Das neue Brudernhaus

1907 erwarb die Belváros-Bank das Grundstück und organisierte eine Ausschreibung zum Bau ihres neuen, prestigeträchtigen Firmensitzes. Unter 43 eingereichten Vorschlägen wurde ein Entwurf von Flóris Korb und Kálmán Griegl zum Favoriten erwählt. Der Vorstand der Bank entschied sich allerdings für einen anderen Architekten, den in Deutschland geborenen Henrik Schmahl.

Der Bau begann im Jahr 1909, und ein Jahr nach Schmahls Tod wurde das Gebäude 1913 fertiggestellt. Das neue Bauwerk, wieder Brudernhaus genannt, war zur gemischten Nutzung vorgesehen, mit einer üppig ausgestatteten Einkaufsgalerie in den unteren beiden Stockwerken und Büroräumlichkeiten in den Obergeschossen. Die Einkaufsarkade wurde in Anspielung auf die ursprüngliche Arkade „Párisi udvar“ (Pariser Hof) genannt. Heute wird sie auch „Párizsi udvar” geschrieben („Párisi” war die alte Rechtschreibung).

Architektur

Das Äußere

Pariser Hof Eingang
Maßwerk über dem Eingang

Glaskuppel des Pariser hofes
Glaskuppel

Skulptur, Pariser Hof
Skulptur
Henrik Schmahl schuf ein ungewöhnliches Gebäude in verschiedenen Architekturstilen, darunter Venezianische Gotik und Renaissance mit Verzierungen aus Jugendstil- und orientalischen Elementen. Das feudale, von bunten Majolikakacheln verkleidete Äußere ist mit verschiedenen Ornamenten und Motiven verziert. Glänzend weiße Relieffiguren in neugotischen Nischen schmücken das Hausdach, und 50 Statuen ragen aus dem dritten Stock hervor. Die beiden bis zu 40 Meter hohen Haupttürme sind reich verziert mit neugotischen Skulpturen und gar grotesken Figuren.

Der Pariser Hof

Noch eindrucksvoller präsentiert sich der Pariser Hof im Inneren. Die zweistöckige Arkade trägt ein gewölbtes Buntglasdach und eine markante sechseckige Glaskuppel, entworfen von Miksa Róth. Die Arkade ist mit Ornamenten aus Gusseisen und Holz verziert, die Böden bestehen aus herrlichen Mosaikkacheln. Hier finden sich Balkone, Fenster mit Maßwerk, Ziergiebel und Statuen. Auch Reliefs von Bienen sind zu bewundern – sie symbolisieren die Sparsamkeit, eine Anspielung auf die Bank, die den Bau angestoßen hat. Henrik Schmahl allerdings zeigte sich wohl nicht gerade von seiner sparsamsten Seite, als er dieses Meisterwerk erschuf.
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