New York Palace

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Der New York Palace gehört zum Pflichtprogramm unter Budapests Sehenswürdigkeiten. Das stattliche Gebäude beherbergt ein Hotel, und sein Erdgeschoss umfasst das berühmte New York Café, ein luxuriöses Kaffeehaus und Restaurant.
New York Palace, Budapest
New York Palace
Der New York Palace wurde zwischen 1890 und 1894 von der New York Insurance Company errichtet, einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft. Entworfen wurde er vom ungarischen Architekten Alajos Hauszmann, unterstützt von seinen Landmännern Flóris Korb und Kálmán Giergl.

Sie erschufen einen eindrucksvollen Prachtbau in gemischtem Stil, der stark auf italienischem Barock basiert. Die Hauptfassade ist mit zahllosen Reliefs und Statuen ausgestaltet. Die größten Statuen, darunter eine bronzene „Lady Liberty“ am Dach, wurden vom Bildhauer Károly Senyei geschaffen. Im Erdgeschoss ist die Fassade mit geflügelten Satyren dekoriert, die Laternen tragen.

Das New York Café

New York Café innenraum
New York Café Restaurant
New York Café
Das Erdgeschoss des New York Palace war als Kaffeehaus „New York kávéház“ (New York Café) geplant. Ende des 19. Jahrhunderts waren Kaffeehäuser in Budapest äußerst beliebt. Zeitweise befanden sich über 500 in der Stadt. Die Menschen besuchten die Kaffeehäuser, um über Tagesgeschäfte, Politik und sogar Kunst zu diskutieren.

Das New York Café war zweifellos das schwelgerischste unter all den Kaffeehäusern Budapests. Es war mit Ornamenten, Kronleuchtern und Spiralsäulen verziert, allesamt aus wertvollem Material gefertigt. Schon bei Eröffnung war das Café bei Schriftstellern und Journalisten beliebt. Man erzählt sich, der Theaterdichter Ferenc Molnár habe am Tag der Eröffnung die Schlüssel des Cafés in die Donau geworfen, um sicherzustellen, dass es Tag und Nacht geöffnet blieb. In seiner Blütezeit während der Belle Époque, als viele der renommiertesten Literaten Ungarns hier Stammgäste waren, war das New York Café Dreh- und Angelpunkt des intellektuellen Lebens in Budapest.

New York Café Treppe
Treppe

New York Café Brunnen
Brunnen

Boscolo Budapest Hotelhalle
Hotelhalle
Das Café blieb die 1920er und 1930er hindurch sehr beliebt und wurde für seine Musikszene bekannt. Nach Beschädigung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg wurde es allerdings 1947 geschlossen. Später ließ sich ein Sportartikelgeschäft hier nieder. 1954 wurde das Gebäude restauriert und das Café als „Café und Restaurant Hungaria“ wiedereröffnet. Trotz der Bemühungen des Inhabers, die Atmosphäre des frühen 20. Jahrhunderts wiederherzustellen, sollte das Café nicht mehr zu seiner einstigen Blüte zurückfinden.

Nach dem Sturz des Kommunismus stand das Gebäude über ein Jahrzehnt hinweg leer, bis die italienische Luxushotelkette Boscolo den New York Palace 2001 aufkaufte und mit ausgiebigen Renovierungsarbeiten begann. Mit Abschluss der Arbeiten 2006 wurde das New York Café in vollstem Glanz wiedereröffnet.

Heute genießt das Café große Beliebtheit bei Touristen, die sich nicht nur für die köstlichen Speisen und Getränke interessieren, sondern auch für die üppige Raumgestaltung. Das Café ist so opulent, dass es mit einigen der berühmtesten barocken Kirchen Roms verglichen werden kann. Wohin man auch blickt, finden sich Marmorsäulen und vergoldete Ornamente. Kronleuchter hängen von den Decken, die reich mit Reliefskulpturen und Tafelmalereien verziert sind. Raffiniert platzierte Spiegel verstärken die großzügige Raumwahrnehmung. Zu den eindrucksvollsten Verzierungen gehört ein barocker Bogen über den Treppen zum Restaurantbereich im Untergeschoss, der auf marmornen Spiralsäulen ruht.

Das Hotel

Die Boscolo-Gruppe ließ nicht nur das New York Café renovieren, sondern wandelte das ursprüngliche Bürogebäude auch zu einem luxuriösen Hotel mit großräumigen Zimmern, Schwimmbad, Sauna und Schwitzstube um. Im Mai 2006 wurde das Hotel als New York Palace Hotel eröffnet, erhielt später allerdings den Markennamen Boscolo Budapest.
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