Matthiaskirche

Mátyás templom
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Die Matthiaskirche ist eine der bedeutendsten Kirchen von Budapest. Viele der ungarischen Könige wurden hier gekrönt und die Kirche ist die Heimstätte wichtiger Gräber und kirchlicher Schätze.
Matthiaskirche von Pest aus gesehen, Budapest
Matthiaskirche von Dreifaltigkeitsplatz aus gesehen, Budapest
Matthiaskirche
Offiziell als Liebfrauenkirche (Nagyboldogasszony templom) bekannt, hat Budapests Matthiaskirche eine lange und komplizierte Geschichte, wie viele kirchliche Bauten der Stadt.

Errichtung

Die Matthiaskirche wurde im Jahr 1255 Jahrhundert entlang des Dreifaltigkeitsplatzes im Herzen des Burgviertels gebaut und war Budas erste Pfarrkirche. Das ursprüngliche Gebäude der Kirche hat sich jedoch mehrfach geändert, da es ständig renoviert und in den gängigen architektonischen Stil der jeweiligen Epoche umgestaltet wurde.

Die Kirche hat ihren geläufigeren Namen von König Matthias, der von 1458-90 regierte, bestens bekannt als Gönner der schönen Künste und der Aufklärung ist und verehrt wurde für die Wiederherstellung des ungarischen Staates nach vielen Jahren der feudalen Anarchie.

Der Verfall

Im Jahre 1541, als die Türken Buda eroberten, wurde die Liebfrauenkirche zu einer Moschee. Das herrschende Regime verschiffte wertvolle Kirchenschätze nach Bratislava und hat schrecklicherweise die kunstvollen Fresken, welche die Wände der Kirche zierten, geweißt. Schöne Inneneinrichtungen wurden demontiert und ausrangiert.

Bélaturm und Matthiasturm, Matthiaskirche, Budapest
Bélaturm (links) und
Matthiasturm (rechts)

Ziegeldach der Matthiaskirche, Budapest
Das bunten Ziegeldach

Innenansicht der Matthiaskirche in Budapest
Apsis

Buntglasfenster in der Matthiaskirche
Buntglasfenster

Hauptaltar in der Matthiaskirche
Hauptaltar

Krönungsornat in der Matthiaskirche
Krönungsornat
Die Kirche wurde während der Befreiung von Budapest von den Türken im Jahre 1686 verwüstet. Die Geschichte besagt, dass während der Bombardierung von Budapest durch eine europäische Allianz, eine Wand der Kirche einstürzte und den betenden Türken eine Skulptur der Madonna enthüllte. Demoralisiert, kapitulierten sie am folgenden Tag.

Die neuen Bewohner, die Jesuiten, unternahmen Versuche um die Kirche in dem beliebten Barockstil der Zeit wiederherzustellen. Die meisten betrachten die Versuche als Misserfolg.

Wiederaufbau

Im späten 19. Jahrhundert wurde Architekt Frigyes Schulek die weitgehende Wiederherstellung der Matthiaskirche in ihrer ursprünglichen Pracht anerkannt. Schulek, der ebenfalls die in der Nähe befindliche Fischerbastei erbaut hat, hielt die ursprünglichen Pläne aus dem 13. Jahrhundert für die Kirche ein und hat zudem auch eine Reihe von ursprünglich gotischen Elementen enthüllt, welche für Jahrhunderte verloren waren. Er fügte herrliche Dachziegel im Diamantmuster und Gargoyles hinzu, welche Besucher noch heute bewundern können. Der Wiederaufbau wurde 1896 abgeschlossen.

Äußeres

Sehr wenig ist noch von der ursprünglichen Kirche übrig und es stammen nur das Fundament, die Säulen und einige Wände aus dem 13. Jahrhundert.

Der kleinste Turm ist als Bélaturm bekannt und ist nach dem Gründer der Kirche, König Béla IV. benannt, unter dessen Herrschaft die Kirche errichtet wurde. Das Dach ist mit farbenfrohen Majolika-Kacheln dekoriert. Das Hauptportal ist mit Basreliefs von Lajos Lantai verziert. Über dem Portal befindet sich eine große neugotische Rosette, eine exakte Nachbildung des ursprünglichen Fensters.

Der höchste Turm ist der Matthiasturm, welcher ursprünglich im 15. Jahrhundert erbaut und nach dem Herrscher der damaligen Zeit, König Matthias Corvinus, benannt ist. Sein Wappen, geschmückt mit einem Rabe (Corvus in Latein), wird im Inneren der Kirche gezeigt. Besucher betreten die Kirche durch das Marienportal, welches mit einem exquisiten gotischen Relief verziert ist und sorgfältig von Frigyes aus Originalteilen rekonstruiert wurde.

Innenbereich

Das Innere der Matthiaskirche ist prächtig mit bunten Mustern und Motiven verziert, welche auf ursprünglichen Steinfragmenten gefunden wurden. Die Fresken an der Wand wurden von den beiden wichtigsten historischen Malern der Epoche, Bertalan Székely und Károly Lotz, erstellt. Sie waren auch für die prächtigen Buntglasfenster verantwortlich.

Einer der Höhepunkte im Inneren ist der Hauptaltar, welcher mit einem neogotischen Triptychon verziert ist. In der Loreto-Kapelle unterhalb des Südturms befindet sich die Statue der barocken Madonna, ein Nachbau des Originals aus dem italienischen Dorf Loreto.

Das prächtigste Denkmal in der Kirche ist die gemeinsame Sarkophag von König Béla III und seiner Frau Anne de Châtillon in der Dreifaltigkeits-Kapelle. Der König aus dem 12. Jahrhundert wurde ursprünglich in Székesfehérvár begraben. Im Jahr 1848 fanden Archäologen seine sterblichen Überreste in den Ruinen der Stadtkathedrale und transportierten sie im Jahr 1860 zur Matthiaskirche.

Die Kirche beherbergt auch einige Reliquien und Schätze, einschließlich des Matthias-Kelch und eine Replik der ungarischen Königskrone (das Original ist im Parlamentsgebäude ausgestellt).
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