Margareteninsel

Margitsziget
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Als Erholungsinsel und reine Fußgängerzone ist die Margareteninsel mitten in der Donau schon lange eine willkommene grüne Oase im Herzen Budapests. Bei Anwohnern ist die Insel besonders am Wochenende sehr beliebt.

Geschichte

Margareteninsel, Budapest
Margareteninsel
Die ursprünglich Haseninsel genannte Margareteninsel hat schon immer eine große Rolle in der Geschichte der Stadt gespielt. Im Mittelalter beherbergte die Insel einige Klöster, deren Überreste noch heute besichtigt werden können.

Anfang der 1800er war die 2,5 Kilometer lange Insel unter dem Namen Palatinus bekannt und wurde von den Mitgliedern der königlichen Familie sehr geschätzt. So errichteten sie dort eine Sommerresidenz und beschlossen, die Insel in einen kunstvollen Garten zu verwandeln. 1869 eröffnete die Insel für die Öffentlichkeit und wurde schnell zu einem verlockenden Kurort für Besucher, die die Heilquellen für sich nutzen wollten.

Zentenariumsdenkmal, Margareteninsel , Budapest
Zentenariums-
denkmal

Springbrunnen, Margareteninsel , Budapest
Margitsziget
Springbrunnen
Heute bedeckt die 500 Meter breite Insel etwa 92 Hektar und ist durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden: die Margaretenbrücke im Süden und die Árpádbrücke im Norden. Beliebt ist die Insel hauptsächlich aufgrund ihrer Erholungsattraktionen, wenn auch verschiedene historische Sehenswürdigkeiten auf der Margitsziget zu finden sind.

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

Zentenariumsdenkmal

Der Weg auf die Insel von der Margaretenbrücke führt den Besucher direkt an das Zentenariumsdenkmal (Centenáriumi emlékmű) heran, das 1972 erbaut und im folgenden Jahr aufgestellt wurde, um das 100-jährige Jubiläum der Vereinigung von Buda und Pest im Jahre 1873 zu feiern. Das von István Kiss entworfene Bronzedenkmal erinnert an zwei verschlungene Blätter.

Springbrunnen

Nicht weit vom Denkmal liegt ein großer Springbrunnen, der von Hintergrundmusik untermalt wird. Die Hauptfontäne des Brunnens lässt das Wasser bis in eine Höhe von 25 Metern aufsteigen, und nachts ist der Brunnen herrlich beleuchtet.

Olympisches Becken und Palatinusbad

Ganz in der Nähe am Westufer der Insel liegt eine Schwimmbadanlage, benannt nach Hájor Alfréd, dem Gewinner zweier Schwimmmedaillen während der Olympischen Spiele in Athen 1896. Das 50-Meter-Außenbecken der Anlage ist das ganze Jahr über geöffnet. Etwa einen Kilometer weiter nördlich findet sich mit dem Palatinusbad eine weitere Schwimmgelegenheit – eine riesige Anlage mit mehreren unterschiedlich temperierten Außenbecken. Auch finden sich hier Wellenbäder, Wasserrutschen und sogar ein FKK-Bereich.

Ruinen des Franziskaner und Dominikanerinnenkloster

Ruinen des Dominikanerinnenkloster , Margareteninsel, Budapest
Dominikanerinnenkloster

Überreste eines Franziskanerkloster, Margareteninsel
Franziskanerkloster
Zwischen den beiden Schwimmbädern, ein Stück Richtung Osten, liegen die Ruinen einer Franziskanerkirche aus dem Jahre 1272. Die gotische Kirche war Teil eines Klosters, von dem lediglich eine Mauer übrig ist.

Weiter im Norden liegen die Ruinen eines ehemaligen Klosters, in dem Prinzessin Margarete gelebt hat, Namensvetterin der Insel und Tochter des Königs Béla IV. 1241 schwor König Béla IV, er würde seine Tochter ins Kloster schicken, gelänge es ihm, den Einfall der Mongolen zurückzuschlagen. Er hielt sein Wort und ließ 1251 ein Dominikanerinnenkloster errichten, in das er seine 9-jährige Tochter schickte. Sie verstarb dort im zarten Alter von 29 Jahren.

Beide Klöster wurden im 16. Jahrhundert von den Türken zerstört. Die Ruinen wurden im 19. und 20. Jahrhundert ausgegraben. Während der Ausgrabungen wurde die Leiche Margaretes entdeckt und exhumiert.

Prämonstratenserkapelle

Ein weiteres kirchliches Bauwerk – die romanische Kapelle des mittelalterlichen Prämonstratenserklosters – steht in der Nähe der Ruinen des Dominikanerinnenklosters. Die Geschichte der Kapelle reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Während des Einfall der Türken im Jahre 1541 wurde sie zerstört, aber in den 1930ern aus dem Material des Originalbauwerks wiederaufgebaut.
Blumengarten, Margareteninsel, Budapest
Blumengarten
Die Kirchenglocke aus dem 15. Jahrhundert wurde vor der Invasion vergraben und erst im frühen 20. Jahrhundert wiederentdeckt.

Künstlerpromenade

Gleich nördlich des ehemaligen Dominikanerinnenkloster liegt die Künstlerpromenade (Művész-sétány), gesäumt von Büsten zu Ehren ungarischer Schriftsteller, Künstler und Musiker.

Blumengarten

Ein herrlicher Blumengarten schmückt das Zentrum der Margareteninsel. Der Garten ist geometrisch angeordnet und mit einer Vielzahl verschiedenster Blumen bepflanzt. Am Rande des Gartens liegen Tiergehege mit Wasservögeln, Hirschen und einigen weiteren Tieren.

Wasserturm und Freilichtbühne

Wasserturm, Margareteninsel, Budapest
Wasserturm
Der 57 Meter hohe achteckige Wasserturm (Víztorony) erhebt sich nördlich des Rosengartens über die Margareteninsel und ist schon von Weitem sichtbar. Der elegante Jugendstilturm aus dem Jahr 1911 ist geschütztes UNESCO-Weltkulturerbe und wird als Aussichtsturm und Ausstellungsbereich genutzt.

Der Wasserturm thront über einer großen Freilichtbühne (Szabadtéri Színpad) mit 3500 Sitzplätzen. Im Sommer findet hier eine Vielzahl an Veranstaltungen statt, wie etwa Opern, Konzerte und andere Bühnenspiele.

Grand Hotel und Danubius Thermal Hotel

Am Nordende der Margareteninsel liegen zwei Hotels. Das ältere Grand Hotel Margitsziget wurde 1873 nach einem Entwurf des berühmten ungarischen Architekten Miklós Ybl errichtet. Das modernere Danubius Health Spa Resort Margitsziget wurde in den 1970ern auf dem Grundstück eines Kurbads gebaut, das im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Beide Hotels haben natürliche Thermalbäder.

Japanischer Garten und Spielbrunnen

Spielbrunnen, Margareteninsel, Budapest
Spielbrunnen
In unmittelbarer Nähe der Hotels liegt ein entzückender japanischer Garten mit Fischteich, Steingarten und künstlichem Wasserfall.

Ein Stück weiter am Nordende der Insel steht ein kleiner Pavillon, als Spielbrunnen (Zenélő kút) bekannt. Der 1936 errichtete Brunnen ist ein Nachbau des Originalbrunnens, der 1820 von Péter Bodor geschaffen wurde. Zu Ehren seines Schöpfers wird er auch oft Bodor-Brunnen genannt. Früher spielte der Brunnen zu voller Stunde Musik, und eine Neptunstatue an der Spitze des Pavillons ging im Kreis. Leider wurde der Mechanismus im Zweiten Weltkrieg beschädigt.
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