Kettenbrücke

Széchenyi lánchíd
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Die Kettenbrücke gehört zu den berühmtesten Wahrzeichen Budapests. Die majestätische Hängebrücke wurde im 19. Jahrhundert über der Donau errichtet, um Pest mit Buda zu verbinden – damals noch eigenständige Städte.
Kettenbrücke
Kettenbrücke
Die Kettenbrücke stellte die erste dauerhafte Brücke in Budapest dar. Da sich die nächstgelegene Brücke in Wien befand, war im Winter die Fähre das einzige Mittel, um die Donau zu überqueren. Eine provisorische Brücke stand lediglich im Sommer zur Verfügung und musste jedes Jahr demontiert werden, um sie vor Treibeis zu schützen.

Graf Széchenyi

Die offiziell als Széchenyi Lánchíd bekannte Kettenbrücke ist nach Graf István Széchenyi benannt, einst die treibende Kraft hinter dem Bau der Brücke. Nachdem der Graf das Begräbnis seines Vaters verpasst hatte, da der Fährverkehr über die Donau aufgrund schlechten Wetters unterbrochen war, beschloss Széchenyi – ein geachteter Staatsmann – den Bau einer permanenten Donaubrücke.

Bau

Kettenbrücke
Blick von Pest nach Buda

Kettenbrücke bei Nacht
Die Kettenbrücke bei Nacht

Kettenbrücke vom Gellértberg gesehen
Blick vom Gellértberg

Kettenbrücke Löwen
Einer der Löwen
1836 beauftragte Széchenyi den englischen Bauingenieur William Tierney Clark mit dem Entwurf einer Brücke. Clark brachte die nötige Erfahrung mit, hatte er doch bereits zwei Hängebrücken über die Themse gebaut: die Londoner Hammersmith Bridge und die Marlow Bridge. Letztere ähnelt der Brücke, die William Clark für Budapest entwerfen würde, ist allerdings kleiner. Der Bau der Kettenbrücke begann 1842 unter Aufsicht des schottischen Ingenieurs Adam Clark (der nicht mit William Clark verwandt war).

Die Brücke

Am 20. November 1849 wurde die 375 Meter lange und 16 Meter breite Brücke eröffnet.

Damals hielt die Brücke den Rang der längsten Hängebrücke Europas. Mit nur zwei Türmen, die ihre gesamte Spannweite an riesigen Eisenketten trugen, galt sie als Wunderwerk der Ingenieurskunst. Die Ketten verliehen der Brücke den Namen "lánchid", ungarisch für Kettenbrücke.

Die wunderschönen Türme der Brücke sind mit dem ungarischen Wappen verziert. Eindrucksvolle Steinlöwen aus der Hand des Bildhauers János Marschalkó bewachen die Brücke auf jeder Seite. Der Legende zufolge stürzte sich der Bildhauer während der Eröffnungszeremonie der Brücke in den Fluss, als ein Zuschauer verlauten ließ, die Löwen hätten keine Zungen. Tatsächlich allerdings haben die Löwen Zungen (sie sind nur schwer erkennbar), und der Bildhauer lebte noch für Jahrzehnte weiter.

Bedeutung

Brückenturm, Kettenbrücke
Brückenturm
Die Brücke belebte den Aufschwung der ungarischen Wirtschaft, der Ungarn ein goldenes Jahrhundert bescheren sollte. Sie spielte auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Provinzstädte Buda und Pest zu einer schnell wachsenden Metropole. Ebenso ist die Brücke ein Unabhängigkeitssymbol – in den turbulenten Zeiten, als der Eiserne Vorhang fiel, war sie Schauplatz vieler Demonstrationen.

Wiederaufbau

Die Kettenbrücke überstand einen Zerstörungsversuch der Österreicher während des Unabhängigkeitskriegs im Jahre 1848. 1945 allerdings – bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – wurde sie von den Deutschen gesprengt, um den Vormarsch der Roten Armee aufzuhalten. Die Brücke gehörte zu den ersten Anlagen, die nach dem Krieg wiederaufgebaut wurden, und so wurde 1949 eine exakte Kopie des Originals neueröffnet.
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