Höhlenkirche

Sziklatemplom
Bewertung
6 Stimmen
Links
Eine natürliche Höhle im Dolomitgestein des Gellértberg ist die Heimat der Höhlenkirche. Die Kirche, welche manchmal als Felsenkirche bezeichnet wird, ist dem Heiligen Gellért gewidmet, einem ungarischen Märtyrer der im Jahre 1046 in der Nähe gestorben ist.
Höhlenkirche, Budapest
Höhlenkirche
Die Idee eine Kirche in einer Höhle zu schaffen, kann bis ins Jahr 1924 zurückverfolgt werden, als eine Gruppe von Ungarn die Lourdesgrotte besuchte, einen Pilgerort in Frankreich. Im Jahre 1926 begannen die Umbauarbeiten der Höhle in eine Kapelle unter der Leitung des ungarischen Architekten Kálmán Lux. Die Kapelle wurde im Jahre 1931 fertiggestellt.

Die Höhle

Gottesdienstsaal, Höhlenkirche, Budapest
Gottesdienstsaal

Kapelle mit Fresken in der Höhlenkirche, Budapest
Kapelle mit Fresken
Die Höhle bildete sich dank einer Kalksteinschicht im Inneren des riesigen Dolomitgesteins, welche im Laufe der Zeit durch Wasser, welches durchsickerte, erodierte und somit eine große Höhle schuf. Sie wurde beim Bau der Kapelle zudem weiter vergrößert.
Vor der Umwandlung in eine Kapelle und später in eine Kirche, war die Höhle mehrmals bewohnt. St. Iván, ein Einsiedler, soll hier im 9. Jahrhundert gelebt haben und Menschen wohnten hier bis zum frühen 20. Jahrhundert. Die Bedingungen zum Leben waren ideal, mit einer konstanten Temperatur von rund 20 Grad und Zugang zu frischem Wasser aus einer natürlichen Quelle.
Die Höhle besteht nun aus zwei verschiedenen Teilen. Einer ist als St.-Iván-Höhle bekannt und der andere wird Lourdes-Höhle genannt.

Die Pauliner

Büste von St. István, Höhlenkirche, Budapest
Büste von St. Stephan

Polnischer Adler in der Höhlenkirche, Budapest
Polnischer Adler

Kapelle mit geschnitzten Altar in der Höhlenkirche in Budapest
Kapelle mit geschnitzten Altar

Hauptaltar, Höhlenkirche, Budapest
Hauptaltar
Die Kirche wird von Mitgliedern des Pauliner-Orden verwaltet, der einzigen einheimischen männlichen Ordensgemeinschaft in Ungarn. Der Pauliner-Orden wurde im Jahre 1250 von Eusebius von Esztergom, einem Einsiedler, gegründet.

Im Jahre 1783 wurde der Orden in Ungarn durch Joseph II., Kaiser von Österreich und König von Ungarn verdrängt. Im Jahre 1934 kehrte eine Gruppe von Pauliner-Mönchen nach Ungarn aus Polen zurück, wo die Pauliner im Exil lebten. Sie ließen sich in einem nahe gelegenen Kloster nieder und hielten Messen in der neuen Höhlenkirche ab.

Im Jahr 1951 wurde die Kirche jedoch von den Kommunisten geschlossen und die Mönche wurden des Hochverrats angeklagt. Im Jahre 1989, nach dem Fall des Kommunismus, eröffnete die Kirche wieder. Die Betonwand, welche den Eingang blockierte, wurde im Jahre 1992 abgerissen.

Die Kirche

Im Inneren schaffen die Felswand der Kirche und die gedämpfte Beleuchtung eine unheimliche Atmosphäre. Einige bemerkenswerte Artefakte sind ein polnischer Adler mit einer Nachbildung der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, eine schöne geschnitzte Kanzel und Altar, eine Büste von St. István (Stephan), ein Fresko von Christus und ein von Maximilian Kolbe geschaffenes Werk, einem Mönch, der in Auschwitz starb. Der Altar mit Pyrogranit-Keramik im Gottesdienstsaal wurde im Jahre 1989 von Sikota Győző in typischer Zsolnay Tradition mit Eosin Lasierung erstellt.

Statue von König Stephan

Statue von König Stephan, Gellértberg, Budapest
Statue von König Stephan
Unmittelbar vor dem Eingang der Kirche, am Südhang des Gellértberges, steht der Szent István-szobor, eine steinerne Statue vom Heiligen Stephan, die im Jahre 2001 von Pál Kő erstellt wurde. Sie zeigt den Heiligen, welcher der erste König von Ungarn war, neben seinem Pferd stehend und mit einem Modell einer romanischen Kirche in seinen Händen.
Eine weitere, kunstvollere Statue von König Stephan, welche 100 Jahre früher erschaffen wurde, steht im Burgviertel in der Nähe der Fischerbastei, direkt außerhalb der Matthiaskirche.
953
budapest
de
x
© 2017 www.aviewoncities.com