Freiheitsplatz

Szabadság tér
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Der grosse Freiheitsplatz in Budapest (Szabadság tér für die Ungarn) wurde Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen. Der Platz ist mit monumentalen großen Gebäuden umrahmt, die den wachsenden Reichtum und Einfluss der Stadt symbolisierten.

Geschichte

Freiheitsplatz, Budapest
Freiheitsplatz
Der Freiheitsplatz befindet sich auf dem Gelände, das einst eine riesige Kaserne bekannt unter dem Namen Újépűlet war.

Die Kaserne wurde 1786 von den Österreichern erbaut, die es Neugebäude nannten. Es wurde ein Symbol der Unterdrückung nach der ungarischen Revolution in den Jahren 1848 und 1849, in der viele Ungarn hier verhaftet und hingerichtet wurden. Der berühmteste Ungar, der am Neugebäude hingerichtet wurde, war Lajos Batthyány, der als Premierminister während der ungarischen Revolution agierte.

Kurz nach dem österreichisch-ungarischen Kompromiss von 1867 wollte man das Gebäude abreißen. Doch erst am Ende des 19. Jahrhunderts, um 1897-1899, wurde die Kaserne abgerissen und ein neuer Platz entstand, der Szabadság tér.

Börsengebäude

Ehemalige Börsengebäude, Freiheitsplatz, Budapest
Das ehemalige
Börsengebäude
Zwei riesige Gebäude am Freiheitsplatz wurden vom ungarischen Architekten Ignác Alpár entworfen, der wohl am bekanntesten für seine Burg Vajdahunyad ist. Beide Gebäude stehen einander gegenüber und wurden im Jahre 1905 fertig gebaut.

Das größere der beiden, das ehemalige Börsengebäude (Tőzsdepalota), ziert die Westseite des Freitheitsplatzes. Sein Stil ist neoklassizistisch mit Jugendstil-Dekorationen. Dies ist besonders beim beeindruckenden Eingangsbereich des Gebäudes offensichtlich, der mit zwei Tempel-ähnlichen Türmen gekrönt wurde. Im Jahre 1948 schlossen die Kommunisten die Börse und das Gebäude wurde zum Sitz des Ungarischen Fernsehens.

Ungarische Nationalbank

Nemzeti Bank, Freiheitsplatz, Budapest
Ungarische
Nationalbank
Das andere Gebäude von Ignác Alpár, welches sich auf der Ostseite des Platzes befindet, ist die ungarische Nationalbank (Magyar Nemzetí Bank). Die Struktur wurde im spätklassischen Stil erbaut und verfügt auf der Aussenseite über elegante Kalksteinreliefs des Bildhauers Károly Sennyei, die die verschiedenen Aspekte des Geldes, Handels und Gewerbe des frühen 20. Jahrhunderts darstellen.

Gebäude der US-Botschaft

Ein weiteres interessantes Gebäude ist das der US-Botschaft (Kanzleigebäude), welches im Jahre 1900 abgeschlossen wurde und seit 1935 US-Diplomaten Unterkunft bietet. Entworfen von den Architekten Aladár Kármán und Gyula Ullman, war dieses Gebäude zunächst die Heimat der ungarischen Handelskammer.

Hinter der US-Botschaft steht das Gebäude der Postsparkasse. Erbaut im Jugendstil, wurde es von einem Lieblings-Architekten jener Zeit, Ödön Lechner, entworfen. Die Fassade ist mit Blumen- und Bienenmotiven verziert, was die Tätigkeit der Bank symbolisiert. Das Gesims des Gebäude ist so atemberaubend wie die Majolika (Steingut mit einer weißen Zinnglasur) Dachverzierung.

Sowjetisches Denkmal

Sowjetisches Denkmal, Freiheitsplatz, Budapest
Sowjetisches Denkmal
Eines der ganz wenigen verbliebenen sowjetischen Denkmäler in Budapest nimmt den beliebtesten Platz in der Mitte des Freiheitsplatzes ein. Das Denkmal wurde von Károly Antal erbaut und ehrt die Soldaten der Roten Armee, die in den Jahren 1944 und 1945 während der Befreiung von Budapest starben.

Das Denkmal besteht aus einem Obelisken mit einem Wappen, welches den kommunistischen Hammer und Sichel abbildet. Unten ist ein Flachrelief sowjetischer Soldaten während einer Schlacht. Der Obelisk wurde mit dem fünfzackigen kommunistischen Stern gekrönt.

Viele Ungarn der heutigen Zeit sind nicht sehr angetan von diesem Denkmal und würden es vorziehen, dass es entfernt würde. Es ist nicht nur eine Erinnerung an die sowjetische Besetzung. Das Denkmal steht auf dem genauen Standort des Denkmals aus dem frühen 20. Jahrhundert, das aus Protest gegen den 1920er Vertrag von Trianon errichtet wurde, der zum Verlust von fast drei Viertel des ungarischen Territoriums führte.

Andere Denkmäler

In der Nähe der ungarischen Nationalbank steht eine Statue zu Ehren des amerikanischen Generals Harry Bandholtz, der im Jahre 1919 die Plünderung rumänischer Truppen im Ungarischen Nationalmuseum verhinderte.

Im Jahr 2011 wurde eine weitere Statue eines Amerikaners, Ex-Präsident Ronald Reagan, auf dem Platz enthüllt. Die Bronzestatue, die ein Werk des ungarischen Bildhauers István Mate ist, wurde geschaffen, um Reagan für seine Mithilfe bei der Beendigung des Kalten Krieges zu ehren.
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