Sagrada Família

Temple Expiatori de la Sagrada Família
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Die Sagrada Família, Antoni Gaudís unvollendetes Meisterwerk, ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Barcelonas. Arbeiten an dieser Kirche werden mindestens noch ein Jahrzehnt andauern, doch schon jetzt ist sie das wichtigste Wahrzeichen von Barcelona.

Eine neue Kirche

Sagrada Família
Sagrada Família
Die Idee für den Bau einer neuen Kirche kam von einer gläubigen Organisation, deren Ziel es war der Entchristlichung der Einwohner Barcelonas, die mit der Industrialisierung und dem wachsenden Reichtum der Stadt begann, ein Ende zu setzen. Die Organisation kaufte ein Stück Land im neuen Eixample-Distrikt in 1877. Der Architekt Francisco de Paula del Villar entwarf eine neogotische Kirche und leitete den Bau, der 1882 begann.

Antoni Gaudís Design

Ein jahr später übernahm Antoni Gaudí, Architekt des katalanischen Modernismus, die Position des leitenden Architekten im Alter von 31. Von diesem Moment an widmete sich Gaudí fast ausschließlich der Konstruktion der Kirche. Anstatt den Originalplänen zu folgen, veränderte Gaudí das Design stark. Der neogotische Stil musste Gaudís typischem neukatalanischem Stil weichen, der auf in der Natur vorkommenden Formen basiert.
Sagrada Familia Türme
Als er 1926 verstarb, waren nur eine Fassade (die Geburtsfassade), ein Turm, die Apsis und die Gruft vollendet. Weil Gaudí konstant improvisierte und das Design noch während des Baus immer wieder änderte, hinterließ er nur wenige Entwürfe und Modelle. Und die meisten davon wurden während dem Bürgerkrieg 1936 zerstört.

18 Türme

Trotzdem haben Architekten heutzutage eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie Gaudí die vollendete Kirche haben wollte. Die letzte Version seines Entwurfs zeigte eine 95 Meter lange und 60 Meter breite Kirche. Diese wird ungefähr 13,000 Menschen aufnehmen können. Bei der Vollendung wird die Sagrada Família 18 Türme besitzen.

Geburtsfassade
Geburtsfassade
Vier Türme an jeder der drei Fassaden repräsentieren die zwölf Apostel. Die Türme erreichen eine Höhe von 90 bis zu 120 Metern. Weitere vier Türme stellen die vier Evangelisten dar. Diese werden den größten und 170 Meter hohen Turm, der Jesus Christus gewidmet ist, umgeben. Der letzte Turm, Jungfrau Maria gewidmet, wird über der Apsis gebaut werden.

Konstruktion

Arbeiten an der Kirche wurden nach Gaudís Tod in 1926 sehr stark verlangsamt aufgrund der fehlenden Geldmittel und dem Ausbruch des Bürgerkrieges. In der Mitte der 50er nahmen diese wieder Fahrt auf und nun waren zwei Fassaden und acht Türme fertiggestellt. Das Haupt-Kirchenschiff wurde 2000 überdacht. Zu diesem Zeitpunkt ging man davon aus, dass die Bauten noch weitere hundert Jahre andauern würden, doch dank moderner Technologie können die Architekten den Bau beschleunigen und man rechnet nun mit der Fertigstellung der Sagrada Família vor dem Jahr 2030.
Passionsfassade
Passionsfassade

Fassaden

Die erste Fassade, ostwärts gewandt, ist als Geburtsfassade bekannt. Sie wurde noch von Gaudí selbst fertiggestellt und ist in barocker Art mit Motiven von Tieren und Pflanzen verziert.

Gegenüberliegend der Geburtsfassade befindet sich die Passionsfassade. Bauten begannen 1954, doch erst 1987 wurden Skulpturen, die den gekreuzigten Jesus zeigen, hinzugefügt. Diese sorgten sofort für einen Sturm an Kritik, da dieser Stil sich stark von dem Gaudís unterschied.

Die dritte und Hauptfassade ist die Fassade der Herrlichkeit. Arbeiten an dieser Fassade – der monumentalsten der drei – starteten 2002 und dauern an. Diese an der Südseite der Kirche angebrachte Fassade wird Leben und Tod darstellen.

Besuchen der Sagrada Família

Sagrada Familia Innenraum, Barcelona
Innenraum
Obwohl die Sagrada Família von der Fertigstellung noch weit entfernt ist, lohnt sich ein Besuch dieser sehr bemerkenswerten Kirche. Sowohl die Gruft in der Gaudí beerdigt wurde als auch das Querhaus und das zentrale Kirchenschiff mit seinen riesigen, baumähnlichen Säulen und eindrucksvollem Gewölbe sind zugänglich. Ein Museum erzählt die Geschichte der Kirche und ihres großartigen Architekten.

Auch die Türme können besichtigt werden. Ein Aufzug und ein längerer Fußmarsch werden Sie bis zur Spitze des Turmes führen, von wo aus Sie einen atemberaubenden Blick über Barcelona haben. Dieser Aufstieg wird Menschen mit Höhenangst oder Klaustrophobie nicht empfohlen.
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