Plaça de Sant Jaume

Jakobus-Platz
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Der Plaça de Sant Jaume ist ein Platz im Barri Gòtic, Barcelonas gotischem Viertel. 1824 angelegt, ist der rechteckige Platz das historische und administrative Zentrum der Stadt.
Plaça de Sant Jaume, Barcelona
Plaça de Sant Jaume
In der Antike, als die Stadt Barcino genannt wurde, war die Nordseite des Platzes Standort des römischen Forums. Im 14. Jahrhundert wurde hier eine Kirche errichtet, die Església de Sant Jaume.

Im Jahr 1822 wurde die Kirche durch einen Brand beschädigt und im darauffolgenden Jahr abgerissen, um Raum für einen neuen Platz zu schaffen. In Anerkennung der einstigen Kirche wurde der Platz nach ihr benannt. Der Friedhof der Kirche wurde aus den Stadtmauern hinaus verlegt, was den Stadtplanern genügend Spielraum für einen großzügigen Platz bot.

Der fußgängerfreundliche Platz ist häufig Schauplatz von Festen, Feierlichkeiten und Demonstrationen. Begrenzt wird er von den prächtigen Fassaden zweier der wichtigsten Regierungsgebäude Barcelonas: dem Casa de la Ciutat und dem Palau de la Generalitat gegenüber.

Casa de la Ciutat

Casa de la Ciutat, Plaça de Sant Jaume, Barcelona
Casa de la Ciutat
Das Casa de la Ciutat ist Barcelonas Ajuntament (Rathaus). Ursprünglich wurde es im 14. Jahrhundert von Pere Llobet in gotischem Stil errichtet. Die neoklassische Fassade am Plaça de Sant Jaume stammt aus den Jahren 1831-1847, als das Rathaus renoviert und erweitert wurde. Die Statuen zu beiden Seiten des Haupteingangs stellen Jaume I. (Jakob I. von Aragón, der 1249 Barcelona das Recht zur Wahl eines eigenen Stadtrates gewährte) und Joan Fiveller dar (einen katalanischen Führer, der als Oberhaupt des Stadtrates den königlichen Autoritarismus ablehnte).

Um eine Vorstellung davon zu gewinnen, wie das Rathaus im Mittelalter aussah, lohnt ein Blick um die Ecke in die Carrer de la Ciutat. Hier lässt sich die ehemalige Frontfassade bestaunen, die zwischen 1399 und 1402 von Arnau Bargués erbaut wurde. Über dem Eingang befindet sich eine Statue des Erzengels Raffael aus dem Jahr 1400.

Der heutige Haupteingang auf dem Plaça de Sant Jaume führt in einen Innenhof aus dem 16. Jahrhundert mit zwei Treppenaufgängen. Im Inneren ist der interessanteste Raum der Saló de Cent (Raum der Hundert), 1373 von Pere Llobet für den Rat der Hundert erbaut, der sich bis 1714 hier versammelte. Das Holzdach des Saals wird von großen Rundbögen getragen. Hölzerne Bänke stehen entlang der Wände des Saals, und wunderschöne Kronleuchter hängen an der Decke.

Palau de la Generalitat

Palau de la Generalitat, Plaça de Sant Jaume
Palau de la Generalitat
Gegenüber des Rathauses liegt der Palau de la Generalitat, ursprünglich zwischen 1418 und 1425 als Sitz der Diputació del General de Catalunya, der katalanischen Regierung, errichtet. Das gotische Bauwerk wurde unter Aufsicht von Marc Safont erbaut. Die ursprüngliche Hauptfassade am Carrer Honorat zeigt ein Relief des Schutzheiligen von Katalonien San Jordi (hl. Georg).

Im späten 16. Jahrhundert wurde das Gebäude in Richtung Plaça de Sant Jaume erweitert. Die heutige Hauptfassade am Platz wurde 1596 von Pere Plai im Renaissancestil fertiggestellt. Über dem Eingang steht eine große Statue des hl. Georg und des Drachen.

Am interessantesten allerdings ist der Innenraum des Palau de la Generalitat. Leider ist das Gebäude nur selten für Besucher geöffnet. Wenn man aber hineingelangt, sollte man auf keinen Fall den Pati dels Tarongers (Orangenbaum-Patio) im ersten Stock verpassen, einen herrlichen Innenhof in spätgotischem Stil. Er wurde im 16. Jahrhundert von Pau Mateu und Tomas Barsa angelegt. Der Glockenturm, der über dem Innenhof thront, wurde 1568 von Pere Ferrer errichtet.

Im Inneren des Palau de la Generalitat finden sich zahlreiche prächtige Räumlichkeiten. Zu den beeindruckendsten gehört der Saló de Sant Jordí, ein überkuppelter Saal, der mit Wandgemälden aus dem 20. Jahrhundert verziert ist. Die nahe gelegene Capella Sant Jordi glänzt mit komplizierten Wandschnitzereien, und der Schlussstein ihres Kuppeldachs ist mit einer vergoldeten Statue des hl. Georg dekoriert.
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