Agora

Αρχαία Αγορά
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Die Agora war das geschäftliche, soziale und politische Herzstück des antiken Athen. Sie war das Zentrum des Alltags – hierher kamen die Menschen zum Einkaufen, zur Unterhaltung und zu sozialen Aktivitäten.
Die antiken Agora, Athen
Die antiken Agora

Ruinen, antiken Agora, Athen
Ruinen
Die Ausgrabungen begannen im frühen 20. Jahrhundert und enthüllten eine Vielzahl von Tempeln, Stoen, Altaren und sogar einen Konzertsaal. Gerichte tagten hier, und Philosophen sprachen vor den Menschen, die hier einkauften und über die Neuigkeiten des Tages diskutierten. Auch Schulen und Sporteinrichtungen standen zur Verfügung.

Bis heute blieben zwei große Bauwerke erhalten: der Hephaisteion – der besterhaltene Tempel Griechenlands – und die Stoa des Attalos, ein großes Einkaufszentrum, das in den 1950ern wiederaufgebaut wurde. Heute beherbergt es ein Museum. Der Rest der Agora ähnelt einer großen Parkanlage voller Ruinen antiker Bauten.

Der Tempel des Hephaistos

Der Tempel des Hephaistos, antiken Agora, Athen
Hephaisteion
Der im 5. Jahrhundert v. Chr. erbaute Tempel des Hephaistos, auch als Theseion oder Hephaisteion bekannt, thront auf einem Hügel über der Agora, dem Kolonos Agoraios. Der Tempel ist den Gottheiten Hephaistos und Athene gewidmet und ähnelt stilistisch dem Parthenon, wenn auch in kleinerer Ausführung: 34 dorische Säulen tragen ein Dach, das noch teilweise erhalten ist. Ein großes, reliefverziertes Fries stellt die Heldentaten des Theseus und Herakles dar. In der Antike standen große Statuen des Hephaistos und der Athene in der Cella.

Vorderseite des Tempels des Hephaistos, Agora
Vorderseite des Tempels
Dank der Umnutzung zur Kirche im 7. Jahrhundert ist der Hephaisteion der besterhaltene Tempel Griechenlands. 1834 wurde der Tempel zum Nationaldenkmal erklärt und für einige Zeit als archäologisches Museum genutzt.

Die Stoa des Attalos

Stoa des Attalos, Agora
Stoa des Attalos

Säulengang, Stoa des Attalos, Athen
Säulengang, Stoa des Attalos
Die Stoa des Attalos (oder Attalus) wurde 150 v. Chr. von König Attalos II. von Pergamon erbaut. Das zweistöckige, 116,5 Meter lange und 19,5 Meter breite Gebäude fungierte als Einkaufszentrum. Auf jedem Stockwerk waren 21 Geschäfte untergebracht, und im Schatten der überdachten Kolonnaden vor den Geschäften konnten die Kunden entspannen. Im Jahre 267 n. Chr. wurde die Stoa vom germanischen Stamm der Heruler zerstört.

Zwischen 1953 und 1956 wurde die Stoa unter Federführung der American School of Archeology auf den Grundmauern des alten Bauwerks wiedererrichtet. Heute beherbergt sie das Agora-Museum – hier sind Objekte ausgestellt, die an der Ausgrabungsstätte der antiken Agora gefunden wurden.

Agora-Museum

Agora-Museum Innenraum
Museum Innenraum
Im Museum in der Stoa des Attalos findet sich eine breite Auswahl an Ausstellungsstücken, die bei Ausgrabungen an der Agora gefunden wurden. In der Kolonnade sind Statuen und Denkmäler aus den unzähligen Tempeln der Agora ausgestellt. Die Objekte in der Stoa selbst bieten einen großartigen Einblick ins tägliche Leben der antiken Athener.

Hier finden sich Alltagsgegenstände wie Münzen, Spielzeug, ein tragbarer Ofen, Küchen- und Schreibwerkzeuge. Einige Stücke illustrieren auch die demokratischen Vorgänge im alten Athen, wie etwa ein Auszug aus einem Gesetz gegen die Tyrannis aus dem Jahre 337 v. Chr., Bronzestücke, die bei der Wahl zum Einsatz kamen, und Ostrakone.
Aryballus, Agora-Museum, Athen
Aryballus

Tritonstatuen, Odeion des Agrippa, antiken Agora
Tritonstatuen,
Odeion des Agrippa
Hierbei handelt es sich um Tonscherben, in welche die Namen solcher Personen eingeritzt wurden, die man für eine Gefahr für die Demokratie hielt. Diejenige Person, deren Name im Zuge einer Abstimmung auf den meisten Ostrakonen erschien, wurde für zehn Jahre aus der Stadt verbannt.

Unter weiteren interessanten Gegenständen findet sich auch ein kleiner Bronzekopf der Nike, der auf das Jahr 425 v. Chr. geschätzt wird und einst in Gold und Silber gehüllt war, sowie der Aryballos – eine kleine Statuette aus dem Jahr 540 v. Chr., die als Ölflasche genutzt wurde.

Ruinen

Die meisten Bauwerke auf der Agora sind in Ruinen verfallen. Eines dieser Gebäude war das Odeion des Agrippa (oder Odeon des Agrippa), ein großes Auditorium im Zenturm der Agora, in dem Musikvorstellungen abgehalten wurden. Das Dach des Auditoriums mit seinen 1000 Sitzplätzen stürzte im Jahre 150 n. Chr. ein und wurde anschließend in kleinerer Ausführung mit 500 Sitzplätzen wiederaufgebaut. 267 n. Chr. wurde das Gebäude schließlich von den Herulern zerstört. Eine große Badeanlage namens Palast der Riesen wurde auf seinem Fundament errichtet. Drei der Tritonstatuen, die den Eingang des Odeions und später des Palastes der Riesen zierten, sind bis heute erkennbar.

Metroön, Agora
Metroon
Ein weiteres Gebäude, von dem nur die Grundmauern verbleiben, ist der Tholon, ein Rundbau aus der Zeit um 470 v. Chr., der als Verwaltungssitz von Athen fungierte. Neben dem Tholon, am Fuße des Hügels Kolonos Agoraios, lag das Buleuterion, der Ratssaal. Vor diesem Gebäude stand das Denkmal der Eponymen Heroen, ein Marmorpodium mit Bronzestatuen der 10 Eponymen Heroen. Holztafeln mit öffentlichen Ankündigungen hingen am Podium, um den Menschen amtliche Beschlüsse und ähnliche Informationen mitzuteilen. Im Anschluss an das Boleuterion lag das Metroon, ein Heiligtum der Rhea, der “Urmutter der Götter”. Die offiziellen Aufzeichnungen der Stadt Athen wurden in diesem Gebäude aufbewahrt.

Korinthische Kapitell, antiken Agora
Korinthische Kapitell
Im Süden schloss eine große, u-förmige Anlage die Agora ab. Diese bestand aus der Ost-, Mittel- und West-Stoa und der Heliaia, dem obersten Gericht. Die Anlage erreichte mehr als die doppelte Größe der Stoa des Attalos. Hier lagen mehrere weitere Stoen, darunter die Stoa des Zeus Eleutherios, die königliche Stoa – Sitz des Magistraten – und die gemalte Stoa, wo sich Philosophen versammelten.

Mehrere Tempel und Altare standen zur Verfügung. Ein dem Zeus gewidmeter Tempel stand vor der Mittel-Stoa, und vor der Stoa des Attalos stand ein kleiner, runder Monopterostempel. An die Stoa des Attalos schloss die Bibliothek des Pantaenus an, die um 100 n. Chr. erbaut wurde.
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